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Konzert im Ostwerk

15.03.2009

Polarkreis 18 mit bombastischer Lichter-Show

polarkreis18

Auf der Bühne sind sechs Lichter zu sehen. Es ist beinahe still. Leise klingen im Chor zwei Wörter, die momentan die deutsche Musiklandschaft in Aufruhr versetzen: "Allein, Allein."

Von Nina Schleifer

Auf der Bühne sind sechs Lichter zu sehen. Es ist beinahe still. Sanfte Synthesizer-Klänge flirren über die Bühne. Das Schlagzeug setzt ein und durchbricht hart die erhabene Atmosphäre. Leise klingen im Chor zwei Wörter, die momentan die deutsche Musiklandschaft in Aufruhr versetzen: "Allein, Allein."

Der Titel ist Synonym für Synthie-Pop, eine unverwechselbare Stimme und eine Melodie, die sich, einmal aus den Lautsprechern gekrochen, unweigerlich als permanenter Ohrwurm in den Köpfen der Hörer festkrallt. Kurzum: Polarkreis 18 gelang mit ihrer Single einer der größten Hits des letzten Jahres.

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Und diese schwirrte zu Beginn ihres Konzertes am Freitagabend nur für wenige Takte über die Bühne, um sofort übergangslos in die Folge-Single "The Colour Of Snow" überzugehen. Die Lichter wurden von den Musikern abgenommen, dafür erstrahlten die Band-Mitglieder in reinem Weiß auf der Bühne.

Für die sechs Jungs aus Dresden war im Ostwerk letzte Station ihrer Tour, und deshalb wollten sie "einen wunderschönen Abend hier verbringen", wie Frontmann Felix Räuber in einer seiner selten gespickten Ansagen an die etwa 300 Fans richtete.

"Wunderschön" war der Abend allemal: Der Bandname wurde im gesamten Konzept des Konzertes umgesetzt. Polar waren nicht nur die Song-Titel der Show, sondern auch die Lieder, die von zwei Keyboards und Gitarren erschaffen wurden. Durch die sphärischen Klänge hauchte die reine Falsett-Stimme, durch die klare Choreografie und die rein weißen Kostüme unterstützt.

Vor allem die bombastische Lichter-Show setzte dem Konzert die Krone auf. Polarkreis in vollster Perfektion. Nur leider eben auch kalt.

Einzig bei dem letzten Lied nach genau einer Stunde Konzert stellt sich eine Interaktion zwischen Band und Publikum ein. Bei dem Hit-Kracher "Allein, Allein" werden die Arme nach oben gerissen, die Fans singen aus voller Kehle mit und der charismatische Sänger, der von kreischenden weiblichen Fans mit unmoralischen Angeboten lauthals überschüttet wird ("Felix, ich will ein Kind von dir!"), strahlt über das ganze Gesicht.

Selbst als er während der Show auf eine Bar klettert und dort performt, wirkt es zu sehr wie Choreografie, zu wenig wie Leidenschaft.

Die Fans sind dennoch restlos begeistert, frenetisch wird Polarkreis 18 gefeiert, eine Zugabe kompromisslos gefordert. Hier gibt es dann als besonderes Schmankerl ein Cover des 80er-Jahre-Hits "Such a Shame" von Talk Talk. Von ihrem Publikum verabschieden sich die Musiker schließlich mit weißen Masken auf dem Gesicht - vielleicht ja ein ironisches Augenzwinkern auf ihr perfekt durchdachtes polares Konzept?

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