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Augsburg

08.12.2017

Polizei: Sprayer haben keine Hemmschwelle mehr

Graffiti-Schmierer machen schon längst auch nicht mehr vor historischen Gebäuden oder Mauerwerken Halt, wie unter anderem an der Schwedenstiege zu sehen ist.
Bild: Sascha Borowski

Unbekannte Sprayer haben zuletzt auch historische Mauern in Augsburg beschmiert. Hilft eine Belohnung?

Neulich hat es Buden des Christkindlesmarktes erwischt , dann die historische Schwedenmauer – Graffiti-Schmierfinken scheinen vor nichts Halt zu machen. Das bestätigt auch die Polizei. Dass ein betroffener Hausbesitzer eine hohe Belohnung ausgesetzt hat, werten die Beamten als ungewöhnlich.

Die Sprayer hätten keine Hemmschwelle mehr, stellt Polizeisprecher Michael Jakob fest. „Inzwischen ist in der Szene kein Respekt vor historischen Gebäuden mehr zu erkennen.“ Auch die Schwedenmauer und Schwedenstiege sind seit neuestem beschädigt. Bezüglich des Christkindlesmarktes dauerten die Ermittlungen noch an. Dort war unter anderem der Schriftzug „Jenny“ aufgefallen. Bei der Polizei liegt eine genaue Personenbeschreibung zu diesem möglichen Täter vor.

Es gibt eine Beschreibung des Tatverdächtigen

Denn er wurde bereits von einem Anwohner in der Schülestraße beobachtet, wie er an einer Hauswand den Frauennamen anbrachte. Demnach handelt es sich um einen großen blonden Mann mit längerem Haar. „Trotz der guten Beschreibung gingen bislang keine Hinweise ein“, sagt Jakob. Dieser Unbekannte zähle zum Kreis derer, die das Stadtbild derzeit mit einer hohen Zahl von Schriftzügen verunstalten. „Er ist jedoch nur einer von mehreren.“ Die Polizei schätzt, dass dem harten Kern der „Szene“ wenige Dutzend Menschen angehören. Die meisten Tatverdächtigen seien zwischen 16 und 25 Jahre alt, meist männlich und deutsch. Jakob spricht von einer Szene, in der es keinen Konkurrenzkampf gebe. Vielmehr sei ein Zusammenhalt untereinander erkennbar.

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Im Polizeipräsidium Nord eine Arbeitsgruppe Graffiti, die sich aus mehreren Beamten verschiedener Polizeiinspektionen zusammensetzt. Sie gehen größeren Graffiti-Serien in der Region nach. In jeder einzelnen Polizeidienststelle bearbeiten zudem Beamte Graffiti-Straftaten, so der Polizeisprecher. Der Erfolg der Ermittlungen hänge immer davon ab, ob es etwa Zeugenbeobachtungen gebe oder die Täter Spuren hinterlassen.

„Allerdings führt die Ermittlung eines Sprayers oft auch zur Klärung einer Vielzahl von Taten, weil dieser in der Regel wiederholt die gleichen Schriftzüge anbringt und somit seine Handschrift hinterlässt.“ Mit „ST“ und „Kane“ hat ein Unbekannter vor ein paar Tagen die Wand eines Hauses in der Augsburger Straße in Pfersee verunstaltet. Der Besitzer des Hauses will, dass der Sprayer überführt wird. Er hat eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt, die ausgezahlt wird, wenn Hinweise zur Klärung der Straftat führen.

Hilft die Belohnung?

Laut Michael Jakob ist es sehr außergewöhnlich, dass Privatleute Belohnungen aussetzen. Einen Erfolg der Aktion schließt er nicht aus. „Es kann durchaus Hinweise bringen. Der Betrag kann einen Anreiz für Zeugen oder Mitwisser darstellen“, sagt Jakob.

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