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Augsburg

20.06.2020

Polizei schießt nach Messerattacke auf Ladendieb: 19-Jähriger außer Lebensgefahr

In einer Netto-Filiale am Königsplatz in Augsburg ist am Freitag ein Polizeieinsatz eskaliert. Die Polizei schoss auf einen 19-jährigen mutmaßlichen Ladendieb. Er ist schwer verletzt.
Bild: Peter Fastl

Plus Am Königsplatz schoss die Polizei am Freitag auf einen mutmaßlichen Ladendieb. Zuvor hatte er laut Ermittlungen die Beamten mit einem Messer bedroht und wollte einen Brand legen. Wie oft kommt es vor, dass Polizisten schießen?

Der 19-Jährige, der am Freitagabend im Netto-Supermarkt am Königsplatz bei einem Polizeieinsatz angeschossen und schwer verletzt wurde, befindet sich außer Lebensgefahr. Das teilte die Polizei am Samstagvormittag auf Anfrage mit. Der Mann liegt im Uniklinikum.

Netto-Filiale am Königsplatz: Ladendieb bei Polizeieinsatz angeschossen

Wie berichtet war die Polizei gegen 18.45 Uhr wegen eines Ladendiebstahls gerufen worden. Der 19-jährige mutmaßliche Täter bedrohte die Polizisten mit einem Messer, so die Ermittlungen, und verbarrikadierte sich dann in einem Raum. Während die Streife auf Verstärkung wartete, legte er dann offenbar ein Feuer. Als die Polizei den Rauch bemerkte, entschlossen sich die Einsatzkräfte zur sofortigen Festnahme. Im Zuge des Zugriffs sei dann auf den Mann geschossen worden, so die Augsburger Polizei.


Die Ermittlungen zu der Schussabgabe durch die Polizei führt routinemäßig das Bayerische Landeskriminalamt. Noch in der Nacht auf Samstag rückten Experten aus München zur Spurensicherung an, unter anderem mit einer 3D-Kamera, die zur Rekonstruktion des Geschehens eine digitale Übersicht der Örtlichkeit erstellt. Noch keine Informationen gab am Wochenende dazu, warum seitens der Polizei geschossen wurde beziehungsweise inwieweit sich die Beamten durch den 19-Jährigen beim Zugriff bedroht sahen. Die Augsburger Staatsanwaltschaft äußerte sich am Wochenende nicht zu den Details, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Es gebe, so Sprecher Matthias Nickolai am Samstag, aber keine Hinweise darauf, dass der Schusswaffeneinsatz nicht rechtmäßig erfolgt sei.

Kundschaft und Supermarktpersonal waren zum Zeitpunkt der Schüsse wohl nicht mehr im Geschäft. Der Supermarkt hatte am Samstag geschlossen, weil nach dem Feuer Reinigungsarbeiten anstanden.

Schüsse am Königsplatz in Augsburg: Wie häufig schießen Polizisten in Bayern?

Dass die Polizei auf Menschen schießt oder Warnschüsse abgibt, kommt sehr selten vor. Im Augsburger Stadtgebiet war es das letzte Mal beim Polizistenmord 2011 im Siebentischwald, als Polizisten in Notwehr schossen. Sie waren auf einer Verfolgungsjagd nachts in einen Hinterhalt geraten – ein 41-jähriger Beamter starb, die beiden später verurteilten Täter wurden wohl nicht getroffen.

Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen waren vor Ort: So sah es während des Großeinsatzes am Augsburger Königsplatz am Freitagabend aus.
8 Bilder
Schüsse am Königsplatz: Bilder vom Großeinsatz
Bild: Peter Fastl

Der letzte zurückliegende Fall in der Region datiert von Mitte April. In Kissing schoss ein Polizist einem 48-Jährigen in den Oberschenkel, nachdem die Einsatzkräfte erst Pfefferspray gesprüht und einen Warnschuss abgegeben hatten. Der 48-Jährige war laut Landeskriminalamt zuvor mit einem Stichwerkzeug und trotz Warnung auf die Polizisten zugekommen, die wegen eines Familienstreits alarmiert worden waren.

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.06.2020

Erst mal in Ruhe die Ermittlungen abwarten bitte. Voreilig Spekulationen sollten unterbleiben!

Es genügt, das überall von verantwortungslosen und definitiv fehlbesetzten Politikern auf die Polizei gehetzt wird, um sich zu profilieren.

Diese Polizisten stehen tagtäglich für uns ein, werden beleidigt und teils angegriffen. Sie haben nahezu täglich mit belastenden Situationen zutun, während andere in der Partei Zentrale im Sessel hocken und schlau daher bzw. anderen sinnbefreit nach reden. Freilich, wohl durch Steuergelder alimentiert zu sein. Abgehoben und fern jeglicher Realität.

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20.06.2020

Ich hoffe, dass hier nicht wieder (negative) Diskussionen wegen eines Schusswaffengebrauchs durch die Polizei aufkommen. Hier war die Sicherheit, allein schon durch die Brandlegung, der Bevölkerung in Gefahr, auch durch die Bedrohung mit dem Messer gegen die Beamten in dieser Situation. Dieses beherzte Eingreifen hat u, U. Schlimmeres verhütet. Auch sollte diese ein Warnung für andere Täter sein, dass die Polizei im Notfall richtig und zum Schutz der Bevölkerung, mit allen verfügbaren und rechtlichen Mittel, hart durchgreift.

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