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Kurios

08.06.2018

Post macht Sachen: Augsburger bekommt 50 fremde Briefe zugestellt

Eberhard Jung und seine Frau waren zwei Wochen im Urlaub – und erlebten bei ihrer Rückkehr eine Überraschung. Sie erhielten bis zu 50 Briefe, die nicht an sie gerichtet waren.
Bild: Silvio Wyszengrad

Weil seine Frau und er zwei Wochen im Urlaub waren, hat Eberhard Jung der Post einen Lagerauftrag erteilt und erhielt falsch adressierte Briefe. Jetzt ist die Frage: Was tun?

Als Eberhard Jung und seine Frau unlängst nach Amerika reisten, hatten sie zuvor der Post einen Lagerauftrag erteilt. Nach ihrer Rückkehr zwei Wochen später wurde den Augsburgern die gesammelte Post nach Hause geschickt. Eben wie vereinbart. Was sich in einem der großen Kuverts befand, überraschte das Ehepaar Jung allerdings.

Postlageraufträge finden die beiden Augsburger so praktisch, weil sonst der Briefkasten überquellen würde, wenn sie verreist sind. Aber dieser Vorfall lässt bei dem 62-Jährigen Zweifel aufkommen. „Ich frage mich jetzt natürlich, ob ich bislang immer alle meine Post auch erhalten habe.“

50 falsch adressierte Briefe landeten im Briefkasten des Ehepaars

Folgendes war passiert: Die gesammelten Briefe bekamen Eberhard Jung und seine Ehefrau in zwei großen Kuverts zugestellt. In einem befand sich tatsächlich ihre Post. „Aber in dem anderen Kuvert waren an die 50 Briefe, die alle völlig unterschiedliche und uns unbekannte Adressaten hatten“, erzählt der Führungskräfte-Berater. Es habe sich um Augsburger Adressen im Zustellungsbezirk gehandelt, zu dem sie auch gehören, ergänzt er. Jung rief bei der Post-Hotline in Bonn an. „Eine andere Nummer war ja nicht herauszufinden.“

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Der Augsburger schilderte den Fall einer Mitarbeiterin und bat um Rückruf von jemandem, der dafür zuständig sei. „Ich gebe das gerne weiter, aber da wird sich bestimmt niemand bei ihnen melden“, habe die Hotline-Dame laut Jung geantwortet. Das erboste den Augsburger. Was sollte er nun tun? „Da waren Briefe dabei, die sahen ziemlich wichtig aus.“ Zwei Tage später sah er zufällig den Postboten und drückte dem Mann das Kuvert mit den vielen fremden Briefen in die Hand. Dieser versprach, sich darum zu kümmern. Das Vertrauen Jungs in die Post ist nun ziemlich angeknackst. „Ich will nicht wissen, was von mir alles verloren geht.“

Es kommt immer wieder vor, dass Briefe im falschen Briefkasten landen

Erwin Nier, Pressesprecher bei der Post, hat Verständnis für Jungs Zweifel nach dem Vorfall. Nier sagt, er arbeite jetzt seit 21 Jahren bei der Post. Er räumt ein, dass hin und wieder ein Brief in einem falschen Briefkasten landen kann. Meist gehe es da um Nachnamen, wie Maier oder Schmidt, die unterschiedlich geschrieben werden können und von denen es unter Umständen in einem Mehrparteienhaus mehrere geben könne. „Aber solch ein Fall, dass eine Nachsendung mit falscher Post in dieser Anzahl bestückt war, ist mir noch nie untergekommen.“

Intern wolle man der Angelegenheit nun nachgehen und mit der entscheidenden Person ein Gespräch führen. Nier kann nur Vermutungen anstellen, wie es zu der Verwechslung kam. Nachsendungen würden wie in einer Art Regal in bestimmten Fächern gelagert und dann in einem größeren Umschlag zugestellt. „Da muss sich jemand vergriffen haben. Auf alle Fälle war es Unaufmerksamkeit.“

Von der Post-Hotline enttäuscht

Dass Eberhard Jung bei der Hotline keine Hilfe erhielt, bedauert er. Denn genau dafür sei der Kundenservice eigentlich da. „Man hätte Herrn Jung am Telefon entweder sagen müssen, dass die Sendungen abgeholt werden, oder ihm vorschlagen können, die fremde Post in einen Briefkasten einzuwerfen.“ So nämlich würden die Briefe auch wieder in den Bearbeitungsstrom gelangen.

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