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Augsburg

04.01.2019

Premium Aerotec: Löste ein technischer Defekt den Brand aus?

Bei Premium Aerotec in Haunstetten brannte eine Lagerhalle. Die werkseigene Feuerwehr war schnell vor Ort. Am Tag danach waren Flammen und Glutherde gelöscht.
Bild: Christoph Bruder

Ermittler kommen auf der Suche nach der Ursache für das Feuer Brand bei Premium Aerotec voran. Der Luftfahrt-Zulieferer will vorübergehend auf andere Standorte ausweichen.

Nach dem Brand bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Augsburg vor gut einer Woche gehen die Ermittler der Polizei aktuell davon aus, dass die Ursache ein technischer Defekt gewesen sein könnte. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, waren Brandermittler der Kripo in den vergangenen Tagen mehrfach gemeinsam mit Gutachtern des Landeskriminalamtes vor Ort. Die Gutachten selbst stehen noch aus – es kann Wochen oder auch Monate dauern, bis sie fertiggestellt sind. Nach Auskunft der Polizei verdichten sich aber die Hinweise auf einen technischen Defekt.

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Das Gutachten zur Ursache steht noch aus

Noch keine Angaben machte die Polizei dazu, um was für eine Art von technischem Defekt es sich handeln könnte. Im Umkehrschluss bedeutet die Aussage allerdings auch: Von Brandstiftung gehen die Ermittler nach derzeitigem Stand nicht aus. Wie berichtet, war in der Nacht auf Freitag vergangener Woche in einer Halle auf dem Firmengelände von Premium Aerotec in Haunstetten ein Feuer ausgebrochen und hatte Schaden im zweistelligen Millionenbereich angerichtet. Das Feuer war in einer Anlage der Galvanik ausgebrochen. Die Werksfeuerwehr des Luftfahrtunternehmens war schnell vor Ort, auch die Augsburger Berufsfeuerwehr sowie freiwillige Feuerwehren rückten mit Einsatzfahrzeugen an: zweieinhalb Stunden, bis morgens um 1.30 Uhr, ehe die Flammen gelöscht waren.

Einen Millionenschaden hat ein Feuer bei Premium Aerotec angerichtet.  Ein Anwohner filmte den Brand.
Video: Wolfgang Drescher


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Die Galvanik ist ein Prozess der Oberflächenveredelung für die Herstellung von Einzelteilen aus Aluminium und Titan für den Bau von Flugzeugstrukturen. Bei dem Brand wurden die Anlagen für diese Arbeiten vollständig zerstört. Gefahr für Bürger und Umwelt bestand nach Auskunft von Feuerwehr und Firma nicht. Der unmittelbare Schadensbereich in der betroffenen Halle ist bis zum Abschluss der kriminal- und versicherungstechnischen Untersuchungen weiterhin gesperrt, heißt es von Premium Aerotec.

Die Abteilung fällt länger aus

Wie das Unternehmen bereits vor einigen Tagen mitteilte, werde der Großbrand wohl nicht zu einem Lieferengpass gegenüber Airbus führen. Premium Aerotec hat einen Krisenstab eingerichtet. Dieser koordiniere nun die notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung der Lieferfähigkeit, hieß es zuletzt. Man arbeite mit Hochdruck an Alternativ-Lösungen. „Wir gehen davon aus, dass die Galvanik am Standort Augsburg für einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung stehen wird“, sagt Werksleiter Ulrich Amersdorffer dazu nun. Es sei jedoch gelungen, in Abstimmung mit anderen Standorten des Airbus-Zulieferers und industriellen Partnern alternative Produktionsstätten für diesen Prozess-Schritt zu „identifizieren“. Gemeint sind die Nordstandorte des Unternehmens in Nordenham, Varel (beide Niedersachsen) und Bremen, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilt. Laut Firmen-Homepage arbeiten an den drei Standorten insgesamt rund 5000 Menschen.


Gut möglich also, dass dieser Produktionsprozess künftig erst einmal im Norden des Landes ausgeführt wird. Wo genau, wie lange möglicherweise, ab wann konkret – das war am Donnerstag von Premium Aerotec nicht in Erfahrung zu bringen. Die Airbus-Tochter Premium Aerotec beschäftigt am Stammwerk in Augsburg momentan rund 4000 Mitarbeiter. Die Firma hat einen weiteren Standort in Hamburg, sowie einen im rumänischen Brasov.

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