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Augsburg

10.07.2019

Premium Aerotec baut abgebrannte Abteilung wieder auf

Die beschädigte Lagerhalle bei Premium Aerotec.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Nach einem Großbrand wird die völlig zerstörte Galvanik wieder aufgebaut. Keine guten Nachrichten gibt es dagegen, wenn es um neue Arbeitspakete geht.

Meterhohe Flammen loderten kurz nach den Weihnachtsfeiertagen aus einem Gebäude auf dem Premium-Aerotec-Gelände an der Haunstetter Straße. Die Galvanik brannte und schon bald war klar: Die Flammen richteten nicht nur einen Millionenschaden in zweistelliger Höhe an, sondern führten auch dazu, dass die Galvanik am Standort stillgelegt werden musste. Arbeitspakete wurden daher an die Premium Aerotec-Standorte Bremen, Nordenham und Varel sowie zu Airbus Helicopters in Donauwörth verlagert, betroffene Mitarbeiter anderswo eingesetzt. Umständlich in der täglichen Umsetzung, aber nun einmal nicht zu verhindern.

Galvanik von Premium Aerotec soll 2020 in Betrieb gehen

Nun gibt es aber Positives zu berichten: Das Unternehmen baut die Galvanik am Standort Augsburg wieder auf. Das wurde am Mittwoch bekannt. "Die Inbetriebnahme ist für Ende 2020 vorgesehen", sagt Unternehmenssprecherin Barbara Sagel kurz nach einer Betriebsversammlung, bei der auch die Mitarbeiter informiert worden waren. Weitere Details zum Wiederaufbau will sie im Laufe des Nachmittags bekannt geben.

IG Metall-Sprecher Michael Leppek wertet diese Entscheidung als "gutes Signal" für den Standort Augsburg. "Wir hatten ja befürchtet, dass die Galvanik womöglich anderswo aufgebaut wird. Das hätte bedeutet, dass in Augsburg etwa 300 Arbeitsplätze auf der Kippe gestanden hätten", sagt er.

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Auf die Zahl 300 kommt er, da die Galvanik - das ist eine Hightechmethode für die Oberflächenbeschichtung - unmittelbar mit der Lackiererei in Zusammenhang steht und mit ihrem Wegfall dann auch in diesem Bereich Mitarbeiter betroffen gewesen wären. Zusätzlich zu den bis zu 1100 Stellen, die bis 2023 abgebaut werden könnten, gibt es keinen neuen Aufträge für den Augsburger Luftfahrtzulieferer.

Bislang keinen neuen Aufträge für Premium Aerotec

Genau dieser Punkt sorgte bei der Betriebsversammlung am Mittwoch auch für Enttäuschung. Das Unternehmen blieb eine von Arbeitnehmervertretern geforderte Beschäftigungszusage über das Jahr 2020 hinaus schuldig. Auch neue Arbeitspakete seien bislang nicht generiert worden. "Wir haben uns heute sagen lassen, dass Premium Aerotec sich auf einige Ausschreibungen beworben, aber noch bei keiner einen Zuschlag bekommen hat", so Leppek weiter.

Die IG Metall fordert daher positive Nachrichten in den kommenden Wochen. Andernfalls wird es einen "heißen Herbst" geben. Dann will die Gewerkschaft in kurzen Abständen mit Aktionen auf die missliche Lage hinweisen und so den Druck auf die Unternehmensleitung und den Mutterkonzern Airbus erhöhen.

Lesen Sie auch: So läuft es bei Premium Aerotec nach Brand und A380-Stopp

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