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Augsburg

07.07.2020

Premium Aerotec und Co.: Diese Firmen steckten zuletzt in Schwierigkeiten

Vom Stellenabbau des Flugzeugbauers Airbus ist auch Premium Aerotec betroffen.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Plus Bei Premium Aerotec in Augsburg sind rund 1000 Jobs in Gefahr. Es wäre nicht der erste große Stellenabbau bei einem Traditions-Unternehmen in der Region.

Der Flugzeugteile-Hersteller Premium Aerotec will in Deutschland über einen Abbau von rund 2800 Stellen sprechen. Nach dieser Ankündigung zum Wochenende liegen jetzt Zahlen für die einzelnen Standorte vor. In Augsburg geht es um rund 1000 Beschäftigte. Es wäre nicht der erste große Stellenbau bei einer Firma mit klangvollem Namen im Raum Augsburg. Auch diese Traditionsunternehmen setzten in ihrer jüngsten Geschichte am Standort Augsburg den Rotstift an:

Fujitsu schließt das Werk in der Augsburger Bürgermeister-Ulrich-Straße

Es war ein Tiefschlag für hunderte Beschäftigte und den gesamten Wirtschaftsraum Augsburg: Bis September will der japanische IT-Konzern Fujitsu sein Werk in der Bürgermeister-Ulrich-Straße geschlossen haben und dann voraussichtlich schon zum Jahresende an den neuen Standort im Toni Park an der Rumplerstraße umgezogen sein. Dann sind dort aber nur noch 350 Menschen beschäftigt - statt der ursprünglich 1500 Mitarbeiter am alten Standort.

 

Bei Kuka ist immer wieder von Stellenabbau die Rede

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka hat schon mehrfach verkündet, am Hauptsitz in Augsburg Stellen abbauen zu wollen. Zuletzt war vor gut einem Jahr von bis zu 350 Vollzeitstellen die Rede, die wegfallen sollen. Bereits 2017 sollten 250 Stellen gestrichen werden. Inzwischen hofft der Kuka-Chef Peter Mohnen trotz der derzeitigen Corona-Krise auf eine Aufbruchstimmung im Unternehmen. Und er strebt nach dem Arbeitsplatzabbau in der Vergangenheit an, „ohne größere personelle Einschnitte mit der Kuka-Mannschaft durch die Krise zu kommen“.

Weltbild schreibt nach Insolvenz von 2014 inzwischen wieder schwarze Zahlen

2300 Weltbild-Mitarbeiter waren einmal in Augsburg beschäftigt. Jetzt sind es nur noch um die 300. Nach der Insolvenz im Januar 2014 übernahm die Düsseldorfer Droege Gruppe den Verlag. In einem jüngsten Interview mit unserer Redaktion sagte Weltbild-Chef Christian Sailer über die Zeit nach der Insolvenz: "Die Geschäftslage sieht gut aus. Wir haben vergangenes Geschäftsjahr ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Damit schließen wir zum dritten Mal in Folge mit einem Gewinn ab."

Die aktuellste Schließung in der Region trifft Ledvance - am 12. Oktober 2018 wurde die Produktion endgültig eingestellt.
18 Bilder
Diese Traditions-Firmen in der Region gerieten in Schwierigkeiten
Bild: Ulrich Wagner

Werk-Schließung bei Ledvance (früher Osram) war Horror-Nachricht für Augsburg

Es war eine Horror-Nachricht, die 2017 kurz Weihnachten verkündet wurde: Der Lampenhersteller Ledvance (früher Osram) will das Werk in Augsburg schließen. Eine Entscheidung, die Hunderte den Job kostete. In Spitzenzeiten waren 2000 Mitarbeiter in Augsburg beschäftigt, zuletzt arbeiteten dort aber noch 750 Beschäftigte. Im März gab Ledvance auch die Werk-Schließung in Eichstätt bekannt: 400 Jobs sind davon betroffen.

140 Stellen fallen bei MAN Diesel & Turbo in Augsburg weg

MAN Diesel & Turbo (heute MAN Energy Solutions) hatte 2017 mit weniger Aufträgen aus der Öl- und Gasindustrie zu kämpfen und musste deswegen 900 Jobs streichen. Davon betroffen war auch der in Augsburg sitzende Anbieter MAN Diesel & Turbo. Über das gesamte Unternehmen hinweg wurden rund 900 von insgesamt 14.600 Arbeitsplätzen abgebaut, darunter 600 in Deutschland, davon wiederum 140 von etwa 4000 in Augsburg.

Stellenstreichung bei Papierkonzern UPM schockt Augsburg

Der finnische Papierkonzern UPM hat im Jahr 2016 150 seiner 440 Arbeitsplätze in Augsburg gestrichen. Das löste bei den Beschäftigten im Augsburger Werk einen Schock aus. Der Konzern, an den 2001 die frühere Augsburger Papierfabrik Haindl verkauft wurde, versprach sich von dem Schritt Kosteneinsparungen.

Trotz Insolvenz: Manroland-Drama nimmt in Augsburg kein Ende

Noch bevor es dem Papierkonzern schlecht ging, hatte die Branche der Druckmaschinen hart zu kämpfen. So musste der Augsburger Druckmaschinen-Hersteller Manroland 2014 (heute: Manroland Goss web systems) den Abbau von 250 Stellen bekannt geben, obwohl die Insolvenz im Jahr 2011 noch gar nicht so lange zurück lag. Jedoch zwang der umkämpfte Weltmarkt das Unternehmen zu Sparmaßnahmen. Bei den Mitarbeitern saß die Nachricht damals tief.

Wafa hat nach der Insolvenz wieder finanzielle Sorgen

Für die Mitarbeiter des Augsburger Unternehmens Wafa gab es Ende 2015 eine betrübliche Nachricht: Das Unternehmen, das unter anderem Kühlergrills für Autos herstellt, gab bekannt, dass im Zuge des im Februar 2014 eingeleiteten Insolvenzverfahrens knapp die Hälfte der rund 330 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen. Als Käufer der Wafa wurden die Demmel Gruppe aus dem Allgäu, ein Zusammenschluss mittelständischer Familienunternehmen, sowie der Schweizer Finanzinvestor Aetna Partners präsentiert. Die vergangenen Jahre war bei Wafa ein Auf und Ab: Erst ging es Wafa zwischenzeitlich wieder besser, dann hatte der Automobil-Zulieferer wieder finanzielle Sorgen. Anfang des Jahres sah sich Wafa auf einem guten Weg.

Maschinen-Hersteller Böwe Systec erlebt gleich zwei Insolvenzen

Der Augsburger Maschinen-Hersteller Böwe Systec geriet 2010 gleich in zwei Insolvenzen. Das Unternehmen hatte sich bei Zukäufen übernommen. Wie bei Manroland sprang die Possehl-Gruppe ein. Allerdings verlor die Hälfte der einstigen 800 Mitarbeiter ihren Job. Doch die Firma kam wieder aus der Krise heraus und hat mittlerweile auch wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Walter Bau gehörte einst zu den größten Bauunternehmen Europas

Die in Augsburg sitzende Walter Bau AG war eines der größten Bauunternehmen in Europa und hatte zu seinen Glanzzeiten etwa 50.000 Mitarbeiter. Doch 2005 musste die Firma Insolvenz anmelden und schließen. Gründer Ignaz Walter wift der Deutschen Bank vor, am Niedergang seines Unternehmens mitverantwortlich zu sein. Er sagte in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen im Jahr 2014: "Sie haben meinen Konzern zerstört". Auch mit dem Thailändischen König stritt sich der Walter-Bau-Konzern elf Jahre lang.

Die Kammgarn-Spinnerei in Augsburg gehörte einmal zu den Großen auf dem Markt.
Bild: Erich Schmid

Augsburger Kammgarn-Spinnerei gehörte einmal zu den Großen

Die Augsburger Kammgarn-Spinnerei gehörte einmal zu den Großen auf dem Markt. Das Unternehmen hatte vor dem Zweiten Weltkrieg 2400 Mitarbeiter und in den 1990er Jahren immerhin noch 900. Mit der zunehmenden Konkurrenz aus den Billiglohnländern konnte das Unternehmen aber nicht mithalten: 2004 musste es schließen.

Mitarbeiter von Premium Aerotec demonstrieren in Augsburg gegen den drohenden Stellenabbau. Betriebsratsvorsitzender Sebastian Kunzendorf schildert die Situation der Beschäftigten.
Video: Andrea Wenzel

Bei Premium Aerotec in Augsburg gab schon öfters Stellenstreichungen

Beim jetzt wieder in die Schlagzeile geratene Unternehmen Premium Aerotec gab schon öfters Stellenstreichungen. Bereits 2018 mussten beim Mutter-Konzern Airbus bundesweit Arbeitsplätze abgebaut werden. Davon war auch die Augsburger Tochter betroffen. Bis Ende 2019 sollten beim Luftfahrtzulieferer so 500 Leiharbeiterjobs wegfallen. Jetzt trifft es auch die Stammbelegschaft. Airbus hatte kürzlich angekündigt, konzernweit 15.000 Jobs abbauen zu wollen. In Augsburg seien davon 1007 Stellen betroffen.

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