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Augsburg

14.12.2019

Projekt "Die Höfe" entwickelt sich - die Nachfrage ist groß

„Die Höfe“ im Schein der winterlichen Abendsonne: Das Gelände, das von der Firma Solidas für Handwerker gedacht ist, entwickelt sich zu einem attraktiven Standort.
Bild: Michael Eichhammer

Plus Für „Die Höfe“ der Solidas in Lechhausen hat die Zukunft schon begonnen. Die ersten Handwerksbetriebe fühlen sich auf dem Areal bereits zu Hause.

Die Vision eines zukunftsweisenden Handwerkerhofs nimmt in der Steinernen Furt 60 in Lechhausen immer mehr Gestalt an. Noch sind Bagger zwischen den fünf Hallenkomplexen unterwegs, um den Weg in die Zukunft zu ebnen, doch bis Jahresende sollen das Gelände asphaltiert, die Randstreifen begrünt und die Parkplätze angelegt sein. Auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Areal entstehen 39 Gewerbeeinheiten, die vornehmlich kleinere Handwerkerbetrieben beherbergen sollen.

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Warum das Anfang 2018 begonnene Projekt auf dem ehemaligen Baywa-Gelände auf fruchtbaren Boden fällt, erklärt Projektleiter Nail Oezkaya von der Solidas Immobilien- und Grundbesitz GmbH: „Die Bedingungen für Kleinbetriebe, die Gewerbeflächen anmieten müssen, sind seit Jahren schlecht“, so der Experte. Durch die Entwicklung des Arbeitsmarktes seien zudem viele Arbeitskräfte in die Selbstständigkeit gegangen. „Dies potenziert das Problem, bezahlbaren Gewerberaum zu finden“, so Oezkaya.

Flächen ab einer Größe von 2000 Quadratmetern stehen zwar zur Verfügung, doch das ist für kleinere Unternehmen überdimensioniert und unerschwinglich. „Eine kleine Fläche zu finden ist wie ein Sechser im Lotto“, bringt Nail Oezkaya die Marktsituation auf den Punkt. Genau das sollen „Die Höfe“ ändern mit 37 Einheiten à 200 Quadratmeter und zwei größeren Modulen mit je 265 Quadratmetern. Kleinere Handwerkerbetriebe und andere Kleinbetriebe können hier produzieren sowie Produkte lagern.

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"Die Höfe" in Lechhausen: Hallenkomplex 2 ist in Arbeit

Die Nachfrage ist groß. Der bereits fertiggestellte Hallenkomplex 5 ist bereits vollständig vermietet, in Hallenkomplex 2 gilt das für die schon fertig installierten Module ebenso. In die Steinerne Furt ziehen unter anderem Maler, Fliesenleger, Heizungs- und Metallbauer, ein Hausmeisterservice und eine kleine Rösterei. „Durch einen Branchenmix können Synergieeffekte zwischen den Gewerbetreibenden entstehen“, erklärt Nail Oezkaya. Auf Letzteres hofft auch Ergün Güzel, der im Hallenkomplex 5 bereits mit dem Einrichten des neuen Firmensitzes seines Kfz-Ersatzteilhandels beschäftigt ist: „Für uns sind auch die Kunden der anderen Mieter interessant, denn die sehen uns auf dem Weg und das bringt einen Werbeeffekt“, ist der Geschäftsführer von A-Z Parts überzeugt.

Projektleiter Nail Oezkaya (links) ist im ständigen Austausch mit den Interessenten und Mietern wie Petar Ilic des Objekts in der Steinernen Furt.
Bild: Michael Eichhammer

Jedes der Module ist mit eigenem Rolltor, separatem Eingang, Nasszelle, Büro und Sozialraum ausgestattet. Individuelle Mieterwünsche können berücksichtigt werden – beispielsweise die Integration einer Dusche oder einer Zwischendecke in einer der acht Meter hohen Hallen. Stolz sind die Verantwortlichen auf die moderne Bautechnik. Beispielsweise die energieeffizienten Sandwichpaneele und die Fernwärmeversorgung. Mit zwei Fenstern und Oberlicht ausgestattet sollen Glasflächen für eine angenehm natürliche Helligkeit sorgen.

Auch was die individuelle Entwicklung der Mieterbetriebe angeht, ist man für die Zukunft gerüstet: Wenn die Firma wächst, kann die Gewerbefläche mitwachsen. Durch die modulare Bauweise können weitere Einheiten dazugemietet werden, wenn der Betrieb auf Expansionskurs ist. Die Kalksandstein-Trennwände könnte man auf Wunsch sogar entfernen, um den eigenen Betrieb nahtlos wachsen zu lassen. Größere Mieter haben sich bereits jetzt in mehreren Einheiten einquartiert.

Küche mit Barista-Maschine

Auf Wachstum spekuliert auch Mieter Petar Ilic, dessen Telekommunikationsfirma im Auftrag von Ericsson für Anbieter wie die Telekom und Vodafone tätig ist. „Unsere Auftragslage ist gut und wir haben viele Projekte und Jobs – gut möglich, dass wir noch weitere Einheiten benötigen“, erzählt er. Derzeit hat seine Firma RCG GmbH zwei Module in den Augsburger Höfen angemietet. Petar Ilic schätzt die „moderne Location und die gute Lage zwischen München, Stuttgart und Nürnberg“.

Während er mit Kollegen bereits Regale einrichtet, sind Mieter wie Karin Liebler noch mit dem Innenausbau beschäftigt. Dass sie mit ihrer kleinen Kaffeemanufaktur in den Höfen eine Heimat gefunden hat, weiß die 55-Jährige aufgrund der Vorgeschichte ihres Unterfangens besonders zu schätzen. „Ich war zwei Jahre lang auf der Suche nach einem Standort, an dem ich keine Anwohner störe“, berichtet Liebler. Der Büroraum sei noch nicht eingerichtet, die Küche mitsamt Barista-Maschinen wolle sie vor Weihnachten fertigstellen. Außerdem ist die für eine Rösterei nötige Nutzungsänderung noch in Bearbeitung. Schulungen und Kurse für Kaffee-Interessierte sind zwar vor Ort geplant, der produzierte Kaffee soll allerdings nicht in den Höfen ausgeschenkt werden.

Wer in dem Handwerkerhof Durst bekommt, wird zukünftig aber direkt am Eingangsbereich versorgt. Eine kleine Gastronomie mitsamt Terrasse soll nicht nur den Mietern in den Höfen zur Verfügung stehen, sondern auch Passanten. Spätestens im Frühling soll ein Opening-Event die neue Ära des Lechhauser Handwerks einläuten. Dass noch im ersten Quartal 2020 sämtliche Hallen bezugsfertig sind, hält Projektleiter Nail Oezkaya für realistisch.

Lesen Sie dazu auch: Schwabencenter, Cema-Gelände, "Die Höfe": Die Projekte von Solidas

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