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Colosseum-Club in Augsburg

03.02.2012

Prostituierte übernachten im Bordell - Unternehmen klagt

Das "Colosseum" in Augsburg-Oberhausen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Im Colosseum-Club sollen die Frauen nicht nur arbeiten, sondern auch vorübergehend wohnen. Der BayWa nebenan gefällt das nicht.

Wer von einem „Arbeitszimmer“ spricht, wird vermutlich an anderes denken. Aber wie jenen Raum benennen, in dem sich Mann und Frau dem bezahlten Sex hingeben? Da Prostitution seit einigen Jahren ein anerkanntes Gewerbe ist, sind es ganz einfach ebenfalls „Arbeitszimmer“. Jedenfalls für Juristen, wie gestern ein Prozess vor dem Augsburger Verwaltungsgericht deutlich machte. Das Handelsunternehmen BayWa, direkte Nachbarin des „Colosseums“, einem FKK-Saunaklub im Augsburger Stadtteil Oberhausen, hatte das Gericht angerufen. Die Klägerin wollte verhindern, dass die Prostituierten nach getaner Arbeit dort übernachten dürfen.

Damit ist die BayWa vor dem Verwaltungsgericht gescheitert. Die bereits von der Stadt erfolgte Genehmigung elf der 28 Räume für Übernachtungen zu nutzen, ist damit rechtens. Eine schriftliche Begründung für das Urteil erfolgt erst in den nächsten Tagen.

Auf den ersten Blick verwundert die Klage der BayWa, liegen doch Unternehmen und Großbordell in einem Gewerbegebiet. Nächtliche Störungen der Anwohner durch Freier sind so praktisch ausgeschlossen. Doch bei der BayWa sieht man die Gefahr, künftig verstärkt Rücksicht nehmen zu müssen, wenn Wohnen im Gewerbegebiet erlaubt ist. So wird auf dem Grundstück neben dem Bordell beispielsweise Pflanzenschutzmittel gelagert.

Wie Anwalt Bernard Hannemann im Prozess vortrug, verhält sich der von ihm vertretene Bordellbetreiber wie ein Hotelbetrieb, der Zimmer anbietet. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Hildegard Schrieder-Holzner deutete bereits in der Verhandlung an, dass es dieser Einschätzung ebenfalls zuneigt. Laut Hannemann müssen die Frauen für eine Übernachtung in dem zehn Quadratmeter großen Zimmer, das über kein eigenes Bad verfügt, zehn Euro zahlen. Zudem bleiben sie nie länger als 14 Tage, bevor sie an ein anderes Bordell in einer anderen Stadt wechseln; die Freier würden ständig neue Frauen fordern, heißt es in der Branche.

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