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Augsburg

12.02.2016

Protest gegen AfD-Chefin Petry - Veranstalter vom Andrang überrascht

Tausende haben vor dem Augsburger Rathausplatz gegen AfD-Chefin Frauke Petry protestiert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Tausende setzen ein Signal gegen Fremdenfeindlichkeit auf dem Augsburger Rathausplatz. Sie protestieren gegen AfD-Chefin Frauke Petry. Die Polizei muss nur einmal eingreifen.

Maria Almer ist sauer, richtig wütend sogar. „Ich bin über 80 Jahre alt und habe noch den Weltkrieg erlebt“, sagt sie. Und nun müsse sie auf dem Rathausplatz in Augsburg stehen und gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren. Das kann die Augsburgerin nicht verstehen. Am Freitagabend ist sie zusammen mit ihrem Mann Richard zur Mahnwache des Bündnisses für Menschenrechte auf den Rathausplatz gekommen. Diese steht unter dem Motto: „Augsburg. Wir sind Friedensstadt“ und richtet sich gegen den Auftritt von Frauke Petry, der Vorsitzenden der AfD, im Augsburger Rathaus. „Ich möchte so etwas wie im Zweiten Weltkrieg nicht noch einmal erleben“, sagt Almer. Deswegen steht das Paar bei eisigen Temperaturen ganz vorne an der Absperrung, die die Polizei zwischen dem Rathausplatz und dem Rathaus aufgestellt hatte.

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Über 2000 Menschen protestieren auf dem Augsburger Rathausplatz

Neben den Almers steht Familie Lein aus Oberreute im Landkreis Lindau. Sie haben ein großes Transparent mit der Aufschrift „Schämen Sie sich, Frau Petry“ dabei. „Wir sind heute extra hierhergekommen, um ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen und das braune Gesocks“, sagt Marie-Luise Lein. So geht es vielen Menschen, die an diesem Abend gekommen sind. Manche von ihnen halten Plakate in der Hand, andere Kerzen. Ein paar stehen auch einfach in kleinen Gruppen zusammen und unterhalten sich. Zwischen 2000 und 3000 Menschen sind an diesem Abend da, um zu zeigen: Augsburg trägt den Titel Friedensstadt zurecht. Und die Aussage von Frauke Petry, die Vorsitzende der AfD, dass man zur Not an der Grenze auf Flüchtlinge schießen solle, wollen die Augsburger so nicht stehen lassen.

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Vor dem Rathaus protestieren über 2.000 Menschen gegen den Besuch von Frauke Petry. Und auch im Rathaus kommt es zu tumultartigen Szenen

Selbst die Veranstalter hätten nicht damit gerechnet, dass die Leute so zahlreich zum Rathausplatz kommen. „Wir dachten, es werden vielleicht 1000 Menschen“, sagt Matthias Strobel vom Bündnis für Menschenrechte. „Es zeigt, die Äußerungen von Frau Petry haben die Augsburger ganz tief im Herzen bewegt. Deshalb haben sie sich entschieden, ein Zeichen dagegen zu setzen.“

Auch Oberbürgermeister Kurt Gribl ist stolz auf seine Bürger. Die Stadt hatte zunächst versucht, Frauke Petry ein Hausverbot für das Rathaus zu erteilen, war damit aber gescheitert. „Wenn wir mit rechtsstaatlichen Mitteln handeln, müssen wir das Urteil akzeptieren, aber wir müssen es nicht hinnehmen“ sagte Gribl. Deshalb freut er sich umso mehr über die Teilnahme der Augsburger. „Es zeigt, dass die Gesellschaft nach innen zusammenhält, aber es gibt auch ein geschlossenes Bild nach außen ab“, sagt Gribl.

Mahnwache auf den Rathausplatz
32 Bilder
Impressionen von der Mahnwache gegen Petry-Besuch in Augsburg
Bild: Anne Wall

"Amore statt Peng Peng" - Menschen lassen Ballons gegen Petry fliegen

Dennoch, so ruhig, wie es die meiste Zeit schien, war der Abend nicht immer. Etwa gegen 19.15 Uhr, als die Mitarbeiter gerade Beethovens „Ode an die Freude“ anstimmen, marschieren einige Rechtsradikale vor dem Rathaus auf. Dutzende Polizisten rennen hinterher, um sie von den linken Gruppen zu trennen. „Wir hatten das gut im Griff und konnten die Gruppen schnell wieder auseinanderbringen“, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Es habe höchstens eine kleine Schubserei gegeben. Ansonsten sei alles ruhig.

Pünktlich um 19.30 Uhr, als im Augsburger Rathaus der Empfang der Augsburger AfD beginnt, lassen die Menschen draußen auf dem Rathausplatz dann unter lauten Geschrei rund 1000 weiße Luftballons mit der Aufschrift „Amore statt Peng Peng“ in die Luft steigen. Das Ganze ist ein Aktion des Stadtjugendrings. „Wir möchten ein starkes Zeichen setzen für den Frieden und ein friedliches Zusammenleben in Augsburg“, sagt Jonas Mattejat, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings.

 AfD-Chefin Frauke Petry wirft Gribl mangelnde Fairness vor

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.02.2016

Das ist alles nichts neues, als die Grünen gekommen sind, gabs das gleiche und besonders als die Linken gekomm,en sind, war der Schrei noch lauter. Lassen wir die AfD,. was wollen die schon ausrichten. Aber nach dem Grundgesetzt darf jeder sagen was er will, also sollen siue doch sagen !!!!!!

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15.02.2016

Der Stadtjugendring Augsburg (Veranstalter) "vom Andrang überrascht"!

Nun, "Überraschungen" sind beim SJR ja nichts Neues

"Nach Finanzdebakel: Zukunft des Stadtjugendrings unklar", AZ vom 16. Juni 2013, www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Nach-Finanzdebakel-Zukunft-des-Stadtjugendrings-unklar-id25648266.html

Natürlich kann der OB da auch mal eine Veranstaltung bestellen, denn eine gewisse "Dankbarkeit" des SJR ihm gegenüber hat "historische" Gründe

"Stadtjugendring Oberbürgermeister Gribl gerät unter Beschuss", AZ vom 19. April 2013, www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Oberbuergermeister-Gribl-geraet-unter-Beschuss-id24881911.html

Man hilft sich gegenseitig. Seine Einstellung gegenüber unserem Rechtsstaat hat dieser Artikel hier ja wortwörtlich protokolliert: "Wenn wir mit rechtsstaatlichen Mitteln handeln, müssen wir das Urteil akzeptieren, aber wir müssen es nicht hinnehmen".

Da soll keiner unter den Deckel gucken, die AZ gleich gar nicht.

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13.02.2016

Ein klares Zeichen gegen Rechts. Jedoch darf man die AfD nicht nur auf ihre rechtsextreme Seite reduzieren. Wer sich ihr Programm und ihre Hintermänner anschaut wird begreifen, dass es dieser Partei nur um die Schleifung von Bürger- und Arbeitnehmerrechte geht und sie im Grunde genommen genau für die Politik steht, die die besorgten Bürger auf die Straße bringt und die sich dank AfD und Pegida dann in Fremdenfeindlichkeit äußert. Somit ist der Rechtspopulismus und -extremismus einer Patry und von Storch nur das Lockvogelangebot an den politisch unmündigen Bürger!

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13.02.2016

Eine interessante und für mich neue Sichtweise des "Problems" AfD. Klären Sie uns doch bitte auf. Nennen Sie uns die Hintermänner, damit die unmündigen Bürger endlich begreifen, wem sie da auf den Leim gehen. Vielen Dank.

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14.02.2016

(edit/ Nub. 7.2)

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13.02.2016

(edit/ Nub. 7.2)

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13.02.2016

(edit/ Nub. 7.2)

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13.02.2016

(edit/ Nub. 7.2)

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13.02.2016

(edit/ Nub. 7.2)

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13.02.2016

Wie oft wird den das "Zeichen setzen" eigentlich noch verwendet? Die Äußerungen Gribls sind lächerlich denn die Gesellschaft häl nicht mehr zusammen, da ändert die Anwesenheit von ein paar wenigen Besuchern aus dem Kreis Lindau auch nichts. Die Spaltung ist vollzogen.
Frau Volontärin Heller ein Tipp, belesen sich sich mal über den Augsburger Religonsfrieden und die Folgen!
Amore statt Peng Peng? Das "Amore" werden wir noch erleben, Vorgeschmack gabs ja schon.

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13.02.2016

Die Augsburger Allgemeine ist eine "Ein Thema Zeitung".

Außer Protest gegen etwas was man nicht kennt ,fällt ihr nichts ein.

Frau Dr. Petry hat in Ihrer Rede klar gemacht, daß die AFD keine

ein Thema Partei ist. Sinnvolle Wahlprogramme für Bundestag, Europawahl und Landtagswahlen

liegen vor.

Den Journalisten empfehele ich zuerst einmal die Wahlprogramme

zu lesen.

Aber es ist natürlich leichter über Krawall zu berichten. Es gibt in Augsburg,Deutschland ,Europa und

der Welt eigentlich wichtigere Themen die zu diskutieren sind.

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14.02.2016

Sehr geehrter Herr Grob,

das AfD-Wahlprogramm bietet alt herbeigebrachte scheinbar einfache Lösungen, die bisher nicht gefruchtet haben und nicht mit unserer heutigen Zeit vereinbar sind. Siehe: Lernschwache Kinder wieder auf Sonderschulen schicken, sich gegen Abtreibung aussprechen, jede Frau muss 3 Kinder zur Welt bringen, nur Jungen sollen zukünftig in der Schule gefördert werden, sich gegen Homosexuelle auszusprechen, Hartz4-Empfänger/Langzeitarbeitslose zu "Zwangsarbeit" zu nötigen, Kinder wieder in Schulen zu züchtigen, die allgemeine Schulplicht aufzuheben, und das sind nur ein paar Themen. Achso, und zwei Parteimitglieder, die offensichtlich kein Problem damit haben auf Menschen zu schießen.

Mit freundlichen Grüßen

D. Blankenhagen

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