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Augsburg

27.02.2015

Prozess: Mann randaliert im Waschsalon

Zerstörung im Waschsalon: Ein 47-Jähriger stand deshalb in Augsburg vor Gericht.
Bild: Archiv (Symbolbild)

Ein ungeduldiger Kunde zerstört in einem Waschsalon in Augsburg den Deckel einer Maschine. Dafür wird er bestraft.

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann, das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein“, sang Johanna von Koczian in den Siebzigerjahren. Wenn Mann dann mal selbst Hand anlegen muss, kann einiges schiefgehen, wie der Fall eines 47-Jährigen zeigt, der gerichtsmassig wurde.

Das Wäschewaschen ist für einen ungeübten Mann so etwas wie ein Buch mit sieben Siegeln. Gut also, dass es öffentliche Waschsalons mit Selbstbedienung gibt. Doch auch hier kann man gewaltig ins Schleudern geraten. Der 47-Jährige war offenbar sehr in Eile. Seine Wäsche befand sich gerade im Schleudergang. Pech, dass sich am Ende der Deckel der Maschine nicht mehr öffnen ließ. Der Versuch, telefonisch den Betreiber des Waschsalons im Wertachviertel zu erreichen, scheiterte offenbar. Nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ schritt der ungeduldige Kunde zur Tat. Er legte sich wie beim Rodeln rücklings auf einen Tisch und stemmte mit den Füßen kraftvoll gegen den Deckel, um diesen seitlich wegzudrücken. Was mit einem Krachen zwar gelang, aber äußerst kostspielige Folgen hatte.

Das massive Metallgussband im Inneren der Schleudern war gesprengt, die Deckelachse verbogen, Steuerteile gebrochen. Schaden: weit über 1000 Euro. Der verhinderte Saubermann wird nicht nur von dem Inhaber zur Kasse gebeten werden. Jetzt brummte ihm auch die Justiz noch eine saftige Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro drauf – wegen Sachbeschädigung. Gegen einen Strafbefehl hatte der Mann Einspruch eingelegt, sodass es jetzt zum Prozess vor Amtsrichter Fabian Espenschied kommen sollte.

Doch das Gericht und zwei Zeugen warteten vergebens. So wurde der Einspruch per Urteil verworfen. Der Servicetechniker des Salons sagte am Rande des Prozesses, solch einen Fall noch nie erlebt zu haben. Er riet allen Kunden, sich bei ernsthaften Problemen an die Polizei zu wenden, wo die Service-Notfallnummer hinterlegt sei.

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