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Prozess in Augsburg
17.09.2019

Geiselnahme-Prozess gegen Zahnarzt: Nun sagt der Geschäftsmann aus

Monatelang saß ein Zahnarzt aus München in U-Haft in Gablingen.
Foto: Marcus Merk (Symbol)

Nach dem Zoff zum Prozessauftakt geht das Verfahren gegen einen Münchener Zahnarzt jetzt weiter. Zuletzt erschien eine entscheidende Zeugin im Saal.

Der Prozess gegen einen Zahnarzt aus München, dem vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Geiselnahme vorgeworfen wird, ist wie geplant fortgesetzt worden. Ein 35 Seiten umfassender Befangenheitsantrag, den Verteidiger Richard Beyer zu Prozessbeginn gegen den Vorsitzenden Richter Roland Christiani und eine Beisitzerin gerichtet hatte, ist zurückgewiesen worden. Die weiteren, nicht am Verfahren teilnehmenden Richter der 3. Kammer, hielten die Besorgnis der Befangenheit für unbegründet.

Zahnarzt soll seiner Mitarbeiterin zu Hilfe gekommen sein

Wie berichtet, soll der Zahnarzt laut Anklage zusammen mit einem Geschäftsmann, 58, seiner im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg lebenden Mitarbeiterin zu Hilfe gekommen sein, die von ihrem Ex-Freund bedroht worden sein soll. Dabei soll er das Opfer mit einer Schreckschusspistole bedroht haben, der Komplize, der bereits zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt ist, hatte den Mann mit einem Baseballschläger zu Boden gedrückt. Den Ex-Freund brachte man dann zum Hauptbahnhof nach Augsburg und setzte ihn in einen Zug nach Straßburg, wo er lebte.

Als erster Zeuge sagte ein Fotograf aus München aus, Stammtischbruder des Angeklagten. Er war damals mit in einem Taxi nach Mering gefahren, hatte aber draußen vor der Wohnung der Mitarbeiterin gewartet. Sein Verfahren wurde eingestellt. Der Zeuge schilderte, wie der Zahnarzt in jener Nacht zum 27. Oktober 2017 in einer Kneipe in München erschien und ihm und dem Geschäftsmann zurief: „Ihr müsst sofort mitkommen, meine Helferin wird bedroht“. „Das hörte sich schon ernsthaft an“, erinnerte sich der Fotograf. In Mering angekommen, sei die Mitarbeiterin schon verheult auf der Straße gestanden: „Für mich lag schon eine Notlage vor“. Der Angeklagte und der Geschäftsmann seien dann in die Wohnung zu dem Ex-Freund gegangen. Was dort geschah, wisse er nicht.

Die zur Tatzeit hochschwangere Mitarbeiterin hatte sich damals von ihrem Freund getrennt. Es kam in ihrer Wohnung zum Streit. Nun als Zeugin sagte die 34-Jährige, sie habe ihren Chef zu Hilfe gerufen, weil sie Angst gehabt habe, dass sie von ihrem Freund geschlagen werde. „Er hat mich bedroht, ich soll mein Kind wegmachen lassen.“

Auf der anderen Seite habe ihr Freund gefordert, sie möge ein Dokument unterzeichnen, nachdem er der Vater sei. Dass eine Abtreibung und ein Dokument der Vaterschaft schwerlich Sinn machen, konnte die Zeugin auch nicht erklären. Ihren psychischen Zustand schilderte sie als „panisch, verstört und ängstlich“.

Die Frau habe Angst vor ihrem Ex-Freund, sagt sie

Seit der Tat habe sie Angst vor ihrem Ex-Freund, der seitdem schon wieder eine Kontaktaufnahme versucht habe. Die Zeugin gab ebenfalls an, von den Vorkommnissen in der Wohnung nichts zu wissen. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann soll der verurteilte Geschäftsmann gehört werden.

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