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Augsburg

24.01.2019

Prügelattacke vor Bar: Ein Angeklagter kommt aus der Haft frei

Die sieben Angeklagten mit ihren Anwälten und Übersetzern.
Bild: Jörg Heinzle

Sieben Männer stehen vor Gericht, weil sie in Augsburg drei Opfer übel zusammengeschlagen haben sollen. Ein Angeklagter ist nun aber wieder frei.

Im Fall der brutalen Prügelattacke vor einer Augsburger Bar ist ein Angeklagter aus der Untersuchungshaft freigekommen. Die Jugendkammer des Landgerichts hat den Haftbefehl aufgehoben mit der Begründung, dass kein dringender Tatverdacht mehr gegen den jungen Mann bestehe. Damit sitzen aktuell noch sechs Angeklagte in Haft. Den rumänischen Bauarbeitern wird vorgeworfen, vor rund einem Jahr zwei Männer und eine Frau wüst zusammengeschlagen zu haben.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft den sieben Angeklagten versuchten Mord vorgeworfen. In der Anklageschrift hieß es, die Tat sei eine "hemmungslose Gewaltorgie" gewesen. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Rumänen die drei Passanten völlig überraschend von hinten angegriffen hätten. Im Prozess stellte sich das allerdings etwas anders dar. Auf einem Video ist zu sehen, dass Murat C. ( Name geändert ), 28, ein späteres Opfer der Prügelattacke, sich zuvor schon eingemischt hatte, als sich die rumänischen Bauarbeiter mit Sicherheitsleuten der Bar prügelten. Murat C. räumte als Zeuge in Prozess auch ein, er kenne einen der Türsteher.

Ein unbeteiligtes Zufallsopfer, wie in der Anklage beschrieben, ist er damit nicht mehr. Massiv verletzt wurde er durch die Schläger aber trotzdem. Er rechnete mit dem Tod, als er am Boden lag und von den Bauarbeitern geschlagen und zusammengetreten wurde. Die Tritte trafen ihn laut Anklageschrift unter anderem am Kopf, im Gesicht, am Rücken. Er verlor vorübergehend das Bewusstsein. Sein Nasenbein brach. Ebenso brachen die Böden seiner Augenhöhlen und die linke Augenhöhlenwand. Zwei Risswunden am Augenlid mussten operiert werden, er erlitt außerdem eine Quetsch-Riss-Wunde an der linken Wange. Er hatte Blutergüsse im Bereich der Schläfen, der Wangen, des Rückens und eines Schienbeins.

Die Jugendkammer des Landgerichts geht derzeit davon aus, dass sich die Angeklagten nicht eines Mordversuchs, sondern der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht haben. Sie müssen damit mit Haftstrafen zwischen vier und fünf Jahren rechnen. Sechs Angeklagte haben gestanden, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein. Der siebte Angeklagte sei als Letzter aus der Bar gekommen und habe sich nicht an der Schlägerei beteiligt, sagt sein Anwalt Hermann Kühn. Dass dieser Angeklagte nun aus der Untersuchungshaft freigekommen ist, deutet darauf hin, dass ihn das Gericht womöglich freisprechen wird. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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