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Prozess

25.01.2019

Prügelattacke vor Bar: Ein Angeklagter kommt frei

Sieben Männer sollen im Nachtleben drei Opfer brutal verprügelt haben. Einer kann aber auf einen Freispruch hoffen

Im Fall der brutalen Prügelattacke vor einer Bar im Theaterviertel ist ein Angeklagter aus der Untersuchungshaft freigekommen. Die Jugendkammer des Landgerichts hat den Haftbefehl aufgehoben mit der Begründung, dass kein dringender Tatverdacht mehr gegen den jungen Mann bestehe. Damit sitzen noch sechs Angeklagte in Haft. Den rumänischen Bauarbeitern wird vorgeworfen, im Februar 2018 zwei Männer und eine Frau wüst zusammengeschlagen zu haben. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft den sieben Angeklagten versuchten Mord vorgeworfen. In der Anklage hieß es, die Tat sei eine „hemmungslose Gewaltorgie“ gewesen. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Rumänen die drei Passanten völlig überraschend von hinten angegriffen hätten.

Im Prozess stellte sich das allerdings etwas anders dar. Auf einem Video ist zu sehen, dass Murat C.*, 28, ein späteres Opfer der Prügelattacke, sich zuvor schon eingemischt hatte, als sich die rumänischen Bauarbeiter mit Sicherheitsleuten der Bar prügelten. Murat C. räumte als Zeuge im Prozess auch ein, er kenne einen der Türsteher. Ein unbeteiligtes Zufallsopfer, wie in der Anklage beschrieben, ist er damit nicht mehr. Massiv verletzt wurde er durch die Schläger aber trotzdem. Er rechnete mit dem Tod, als er am Boden lag und von den Bauarbeitern geschlagen und zusammengetreten wurde. Die Tritte trafen ihn laut Anklageschrift unter anderem am Kopf, im Gesicht, am Rücken. Er verlor durch die Schläge vorübergehend das Bewusstsein. Sein Nasenbein brach. Ebenso brachen die Böden seiner Augenhöhlen und die linke Augenhöhlenwand. Zwei Risswunden am Augenlid mussten operiert werden, er erlitt außerdem eine Quetsch-Riss-Wunde an der linken Wange. Er hatte Blutergüsse im Bereich der Schläfen, der Wangen, des Rückens und eines Schienbeins.

Die Jugendkammer des Landgerichts geht derzeit davon aus, dass sich die Angeklagten nicht eines Mordversuchs, sondern der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht haben. Sie müssen damit mit Haftstrafen zwischen vier und fünf Jahren rechnen. Sechs Angeklagte haben inzwischen gestanden, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein. Mehrere schoben es darauf, dass sie wütend waren, weil man sie zuvor aus der Bar geworfen hatte. Dazu sei der Alkohol gekommen. Der siebte Angeklagte sei als Letzter aus der Bar gekommen und habe sich nicht an der Schlägerei beteiligt, sagt sein Verteidiger Hermann Kühn. Dass dieser Angeklagte nun aus der Untersuchungshaft freigekommen ist, deutet darauf hin, dass ihn das Gericht womöglich freisprechen wird. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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