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Prozess in Augsburg

21.03.2009

Radl-Unfall war Mordversuch

Erst sah alles nach einem Unfall aus...

Eine Radfahrerin nahe Steppach war im morgendlichen Berufsverkehr von einem BMW erfasst und schwer verletzt worden. Der Unfall entpuppte sich allem Anschein nach als Mordversuch. Von Peter Richter

Ab 2. April wird am Landgericht ein aufsehenerregendes Verbrechen verhandelt. Am 16. Juli vorigen Jahres war eine Radfahrerin nahe Steppach im morgendlichen Berufsverkehr von einem BMW erfasst und schwer verletzt worden. Allem Anschein nach ein als Verkehrsunfall getarnter Mordversuch. Und nicht der erste in einer Reihe von Anschlägen, die ein Beziehungsdrama beleuchten, das um ein Haar tödlich geendet hätte.

Auf der Anklagebank des bis Ende Mai dauernden Prozesses werden ein Mann und eine Frau sitzen. Er 40, sie 43 Jahre alt. Er der Akteur, sie die Anstifterin - so sieht es zumindest die Anklage, in der nicht weniger als sieben versuchte Mordanschläge aufgeführt sind.

Die Polizei war zunächst von einem ganz normalen Verkehrsunfall ausgegangen. Zumal der 40-Jährige als Fahrer des BMW sich direkt vom Unfallort bei der Polizei gemeldet hatte. Doch Zweifel kamen auf, als sich der neue Lebensgefährte der verletzten 42-Jährigen meldete. Der Baumanager berichtete von einer Reihe dubioser Vorfälle. Erst war am Wohnhaus des in Scheidung lebenden Mannes der Briefkasten explodiert, dann eine Fensterscheibe mit einer Steinschleuder beschossen worden. Dass es sich nicht um Lausbubenstreiche handelte, merkte der 45-Jährige, als ihm im Wald plötzlich ein maskierter Mann, einen Holzprügel schwingend, den Weg versperrt. Mit dem Fahrrad konnte der Überfallene unverletzt flüchten.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass alle Anschläge von der 43-jährigen Angeklagten initiiert waren. Offenbar sollten die Überfälle bewirken, den Manager stärker an sich zu binden. Und als dies nicht gelang, sollte ihre Nebenbuhlerin aus dem Weg geräumt werden. Die Angeklagte schweigt bisher zu allen Vorwürfen.

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