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Augsburg

21.07.2017

Radler dürfen künftig vormittags in der Fußgängerzone fahren

Radler sollen bald länger in die Fußgängerzone dürfen.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Stadt gibt den Radverkehr in der Augsburger Fußgängerzone versuchsweise frei - zumindest bis 11 Uhr. Außerdem gibt es für 2018 Pläne an der MAN-Brücke.

Die Stadt will den Fahrradverkehr in der Fußgängerzone versuchsweise bis 11 Uhr vormittags freigeben. Momentan ist für Radler in der Annastraße, Philippine-Welser-Straße, Steingasse und am Martin-Luther-Platz bereits um 9 Uhr Schluss, was vom Ordnungsdienst auch kontrolliert wird. Die aktuelle Regelung bedeutet, dass Anliefer-Lkw in die Fußgängerzone dürfen, während Radler draußen bleiben müssen. Jetzt sollen diese Zeiten angeglichen werden.

Dennoch gelte, dass die "Belange der Fußgänger überragendes Gewicht haben", sagt Baureferent Gerd Merkle (CSU). Das bedeutet: Radler sollen in Schrittgeschwindigkeit fahren. Er hoffe auf ein "respektvolles Miteinander". "Nichts wäre schlimmer, als dass wir den Versuch abbrechen müssten, weil Fußgänger verletzt wurden", so Merkle.

Grüne wollen die Fußgängerzone öffnen

Der Versuch, der erst in einigen Wochen starten wird, ist ein Zugeständnis an die Grünen, die die Fußgängerzone grundsätzlich öffnen wollen. Dafür sieht die Stadt aktuell keine Möglichkeit. Die Polizei ist mit dem Versuch, der ein halbes Jahr dauern soll, einverstanden.

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Radfahrer dürfen dann von 20.30 Uhr bis 11 Uhr in der Fußgängerzone unterwegs sein. Am Kö, in der Bürgermeister-Fischer-Straße und der kurzen Maximilianstraße, bleibt es bei der Erlaubnis für Radler, rund um die Uhr fahren zu dürfen.

In der Bauausschuss-Sitzung ging es auch um eine Zwischenbilanz des Projekts "Fahrradstadt 2020". Bis in drei Jahren möchte die Stadt den Anteil des Radverkehrs in Augsburg auf 25 Prozent erhöhen. Die Verwaltung stellte rund 50 umgesetzte Projekte vor. Eine Diskussion darüber, ob das viel oder wenig ist, erfolgte aufgrund fortgeschrittener Stunde am Abend nicht mehr.

Neue Radwege in Lechhausen und Oberhausen

Für kommendes Jahr plant die Stadt, einen Radweg in der Neuburger Straße in Lechhausen und im Bereich der Donauwörther Straße in Oberhausen anzulegen. Auch in der Langenmantelstraße ist ein Radweg geplant. Neu ist: Der Bereich der MAN-Brücke, die saniert wird, soll ab 2018 besser für Radler erschlossen werden. Momentan klagen Radler über die schwierige Radwegeführung in der Bauphase (wo Radler sich sonst noch gefährdet fühlen, lesen Sie hier).

Wenn alles fertig ist, soll auf der MAN-Brücke und in einem kurzen Stück der Stadtbachstraße bis zur MAN-Ausfahrt ein Zweirichtungs-Radweg auf beiden Straßenseiten angelegt werden. So soll der Unfallschwerpunkt an der Einmündung der Berliner Allee in die Stadtbachstraße entschärft werden.

Problem: Hier sind häufig "Geisterradler" unterwegs, etwa Beschäftigte der MAN, die in die Firnhaberau oder die Hammerschmiede wollen. Die Stadt geht davon aus, durch Umbauten die Unfallzahlen zu senken. Auch an der Berliner Allee sollen kommendes Jahren zwischen Brücken- und Stadtbachstraße Radwege entstehen. Die Kosten liegen bei 1,2 Millionen Euro.

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21.07.2017

Prophezeiung: Ärger ist vorprogrammiert. Die Maßnahme wird zumindest nicht zur Verhältnissanierung Fußgänger-Radler beitragen. Die Fußgänger haben es eh schon schwer. Egal wann ich in dieser Straße bin - es gibt immer mehr Autos/Lastwägen in dieser Straße als Fußgänger, so auch z.B. heute zwischen 1100Uhr und 1200Uhr. Ich war vor Ort und bin Zeuge.

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21.07.2017

Wie wäre es mal die Volkhartstraße endlich mal ordnungsgemäß zu sanieren und das Gestümmel an nur halbwegs existenten Radwegen endlich mal klar ersichtlich zu kennzeichnen. Außerdem die Kreuzung am Theather für Radfahrer attraktiver gestalten (Zyklen, Radwege/-führung). Das würde auch die Annastraße während Morgenstunden weniger belasten.

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21.07.2017

Bitte für solche Meldungen unbedingt die Seite https://www.radar-online.net/karte/augsburg/ nutzen. Dort wurden schon viele Meldungen eingetragen und vieles wird scheinbar auch tatsächlich bearbeitet. Je mehr Radfahrer dort etwas eintragen, desto mehr sieht die Stadt dass sie etwas machen muss.

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21.07.2017

"Lieferverkehr" - auch mit privatem PKW ist bis 11 Uhr erlaubt - aber Radfahren darf man nicht. Dazu werden die 11 Uhr regelmäßig überzogen und der fesch-streng bekleidete Ordnungsdienst schaut zu.

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Wann will Herr Merkle diesen "Versuch" abbrechen?

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