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Verkehr

20.05.2017

Radler geben der Stadt immer bessere Noten

Auf einem Teilstück der Donauwörther Straße sollen die Radwege noch in diesem Jahr breiter werden – ein kleiner Baustein für das Großprojekt „Fahrradstadt 2020“.
Bild: Silvio Wyszengrad

Vor einigen Jahren lag Augsburg bei der Fahrradfreundlichkeit im bundesweiten Vergleich noch weit hinten. Doch dann gab es eine rasante Aufholjagd. Wo die Stadt jetzt steht – und wo es aus Sicht der Radfahrer noch hakt.

Zuletzt schien es so, als würde das große Projekt „Fahrradstadt 2020“ immer wieder im Kleinen scheitern. In der Hammerschmiede etwa, wo Unterschriften gesammelt werden gegen einen Schutzstreifen für Radfahrer in der Neuburger Straße – weil dafür einige Parkplätze wegfallen müssten. Oder in der Deutschenbaurstraße in Pfersee, wo die gestrichelten Linien nach einigem Gegenwind im Stadtrat erst einmal nur auf Probe angebracht worden sind. Auch hier waren es rund 30 Parkplätze, die den Interessen der Radfahrer gegenüberstanden.

Trotz solcher Widerstände: Radfahrer fühlen sich in der Stadt offensichtlich zunehmend wohler – und auch mehr wertgeschätzt. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen „Fahrradklima-Tests“ des Fahrrad-klubs ADFC. In einer Rangliste der 39 deutschen Großstädte mit über 200000 Einwohnern liegt Augsburg inzwischen im vorderen Drittel, auf einem guten elften Platz. Das war früher nicht so. Bei der letzten Untersuchung vor zwei Jahren lag Augsburg noch auf Platz 22, im Jahr 2012 war es sogar nur Rang 32. Bundesweit nahmen an der Umfrage des ADFC rund 120.000 Bürger teil, in Augsburg waren es 672. Sie mussten 27 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit der Stadt beantworten – und dabei Schulnoten vergeben.

Insgesamt bewerten die Augsburger Radler die Fahrradfreundlichkeit jetzt mit der Note 3,7. Zum Vergleich: Das nordrhein-westfälische Münster, der Umfrage zufolge die fahrradfreundlichste deutsche Großstadt, bekommt ziemlich genau die Note 3. Schlusslicht Wiesbaden wird von den Radfahrern dagegen mit der Note 4,6 abgestraft. Was auffällt: Sehr viele Städte stagnieren bei ihrer Entwicklung im Vergleich zur Umfrage 2012. Nur drei Städte haben ihre Noten verbessert und wurden zu „Aufsteigern“ gekürt: Augsburg, Wuppertal und Bochum.

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Jànos Korda vom ADFC in Augsburg sagt, das sehr gute Ergebnis habe ihn überrascht. „Es hat sich in Augsburg zwar schon einiges getan für die Radfahrer“, sagt er, „doch es gibt auch noch viel zu tun.“ Das Ergebnis zeige, dass die Stadt mit dem Projekt „Fahrradstadt“ auf dem richtigen Weg sei. Ausruhen dürfe man sich jetzt aber nicht, sagt Jànos Korda. Ziel des Projekts ist es, durch Verbesserungen für Radfahrer den Anteil des Radverkehrs bis zum Jahr 2020 auf 25 Prozent zu steigern. Rund 280 Kilometer Radwege sollen Augsburg einmal vernetzen. Die Stadt gibt mehr Geld dafür aus als früher. Doch noch ist das Netz ziemlich löchrig – und es läuft nicht überall rund.

Das zeigt sich auch bei der Umfrage: Besonders schlechte Noten gibt es unter anderem für die Ampelschaltungen für Radfahrer und für das Vorgehen gegen Falschparker auf Radwegen. Auch die zu geringe Breite von Radwegen wird kritisiert. Positiv dagegen sehen die Augsburger Radler zum Beispiel das Angebot an öffentlichen Leihrädern, die Erreichbarkeit der Innenstadt und die Tatsache, dass viele Bürger des Fahrrad nutzen.

Die Stadtspitze sieht sich durch die Umfrage in ihrem Kurs pro Rad bestätigt. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) ließ sich in einer Mitteilung so zitieren: „Die Fahrradstadt ist in Bewegung, und zwar nach vorn.“

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