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Augsburg

17.04.2019

Räder-Chaos: Fahrradclub fordert mehr Abstellplätze in der Innenstadt

Ein Bild aus der Karolinenstraße: Fahrradständer gibt es in der Stadt zu wenige – der ADFC fordert daher Maßnahmen der Stadt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der ADFC fordert angesichts zunehmenden Radlerzustroms mehr Parkplätze. Das sieht auch die Stadt so, sagt aber, dass es nicht so einfach sei.

Die Zahlen der Fahrradzählstelle in der Konrad-Adenauer-Allee sind deutlich: Zwischen dem 1. Januar und dem 16. April dieses Jahres waren es 179.000 Radler, die dort registriert wurden, in den Vorjahren waren es 171.000 (2018) bzw. 164.000 (2017). Der Trend geht auch an den beiden anderen Zählstationen an der Ulrichsbrücke und nahe der City-Galerie nach oben, doch die Radler mit dem Ziel Innenstadt haben immer häufiger ein Problem: Sie finden keinen Abstellplatz. Seit dem Frühjahr sind die Stellplätze in der Karolinenstraße (vor Bücher Pustet) meist überfüllt, an anderen Abstellorten ergibt sich ein ähnliches Bild. Die Folge: „wild“ abgestellte Räder an Laternenmasten oder Hauswänden. Dort dürfen die Räder zwar stehen, schränken den Verkehr für Fußgänger aber ein.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert von der Stadt mehr Stellplätze. Dies betreffe nicht nur die Innenstadt, sondern auch umliegende Knotenpunkte wie die Stadtteilbahnhöfe oder das Bürgerbüro an der Blauen Kappe, so ADFC-Sprecher Arne Schäffler. Lediglich am Hauptbahnhof habe sich mit den Fahrradparkhäusern und den eingerichteten Stellplätzen etwas getan. „Ansonsten fordern wir Investitionen für den sogenannten Ruhenden Radverkehr an vielen Stellen“, so Schäffler. Der Bereich rund ums Rathaus sei völlig unterversorgt. Mindestens 50 Plätze seien nötig. „Dieses zentrale Gebäude ist aktuell noch überhaupt nicht eingerichtet für den Publikumsverkehr via Rad.“

Zudem gebe es noch Bedarf am Moritzplatz, vor der Stadtbücherei, in der Fuggerstraße, an der Maximilianstraße/Wintergasse und in der Fußgängerzone. Teils müsste umgebaut werden, teils müssten Auto-Stellplätze geopfert werden. Allerdings, so Schäffler, ließen sich auf einem Auto-Parkplatz deutlich mehr Fahrräder unterbringen. Zuletzt kam die Qualität der Abstellanlagen auch im Fahrradklimatest des ADFC nicht allzu gut weg. Bei den an der Umfrage teilnehmenden Augsburger Radlern ist sie nicht das größte Problem, schneidet im Städtevergleich aber unterdurchschnittlich ab.

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Es gibt mehr Radler - und deshalb zu wenig Abstellplätze

Dabei baute die Stadt in den vergangenen Jahren die Stellplätze in der Innenstadt durchaus aus. Fugger-, Anna-, Bgm.-Fischer-, Maximilianstraße, Moritzplatz, Dominikanergasse und Stadtmarkt bekamen Radständer. Auf diese Weise hätten sich die Kapazitäten um etwa 50 Abstellplätze erhöht, sagt Baureferent Gerd Merkle (CSU). Wie viele Radabstellplätze es in der Innenstadt insgesamt gibt, ist unklar, weil zu öffentlichen Anlagen noch solche auf Privatgrund dazukämen.

Momentan sei man dabei, die bestehenden Abstellplätze zu erfassen, heißt es aus dem Baureferat. Allerdings müsse man schon jetzt feststellen, dass aufgrund der tendenziell feststellbaren Zunahme an Radverkehr das Angebot in der Innenstadt zu gering sei. „Grundsätzlich bedarf es einer Ausweitung“, heißt es aus dem Baureferat. Allerdings sei die nicht ohne Weiteres möglich, wenn man auch die Sicherheit von Fußgängern, Anforderungen der Feuerwehr oder der Gastronomie berücksichtige.

Wie berichtet plant die Stadt auch den Bau dreier vollautomatischer Fahrradparkhäuser, davon eines in der Innenstadt an der Grenze Ernst-Reuter-Platz/Stadtmarkt. Weil für den Stadtmarkt momentan eine Neuordnung im Gespräch ist, könne es sein, dass die Planungen sich an dieser Stelle verzögern, so das Baureferat. Die Verwaltung prüfe aktuell schneller zu realisierende Alternativstandorte in der Nähe. Für ein Fahrradparkhaus in der Hochfeldstraße gebe es aktuell hingegen schon Planungen, so die Stadt.

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17.04.2019

>> Dabei baute die Stadt in den vergangenen Jahren die Stellplätze in der Innenstadt durchaus aus. Fugger-, Anna-, Bgm.-Fischer-, Maximilianstraße, Moritzplatz, Dominikanergasse und Stadtmarkt bekamen Radständer. Auf diese Weise hätten sich die Kapazitäten um etwa 50 Abstellplätze erhöht, sagt Baureferent Gerd Merkle (CSU). <<

Durch 50 Fahrradstellplätze in den letzten jahren ist diese Truppe völlig überarbeitet - verständlich, dass die nicht auch noch einen vernünftigen Ausgang aus dem 200 Mio Loch hinter dem HBF finden.

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17.04.2019

>> „Grundsätzlich bedarf es einer Ausweitung“, heißt es aus dem Baureferat. Allerdings sei die nicht ohne Weiteres möglich, wenn man auch die Sicherheit von Fußgängern, Anforderungen der Feuerwehr oder der Gastronomie berücksichtige. <<

Die genannten Bereiche nehmen im Verhältnis zu PKW-Stellplätzen auf öffentlichem Grund sehr wenig Platz ein.

Das Baureferat sollte einfach so ehrlich sein, dass es in Wahrheit an der Autostadt 2020 und nicht an einer Fahrradstadt baut.

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17.04.2019

Aus der einstigen Vision 'Fahrradstadt' wurden in den vergangenen Jahren ganze 50 Abstellplätze? Es gibt z.B. runde hochstehende Fahrradständer (sehen wie ein Sonnenschirm aus), da passen auf unter 10 Quadratmeter 10 Fahrräder rein. Ist z.B. in Holland weit verbreitet.
Überhaupt empfehle ich der Stadtverwaltung mal einen Betriebsausflug nach Holland in IRGENDEINE Stadt um sich ein paar Anregungen zu holen wie man sinnvoll Radverkehr in die Stadtplanung einbezieht.

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