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Linie 6

04.07.2010

Rätselraten um Gleisbruch beschäftigt TU München

Baustelle an der Friedbergerstraße für die Straßenbahn Tram Linie 6.
Bild: Anne Wall

Das Rätselraten um den mysteriösen Gleisbruch im Bereich Prinzstraße bei der neuen Tramlinie 6 geht weiter. Jetzt beschäftigt sich sogar die TU München mit einer Gleisprobe. Von Thomas Faulhaber

Demnach sei ein Stück des Gleises mittlerweile an ein vereidigtes Sachverständigenbüro gegangen, das mit der TU München in Kontakt steht, erklärt Stadtwerkesprecher Jürgen Dillmann auf Nachfrage. Erkenntnisse über den Grund des seltsamen Schadens liegen bislang nicht vor. Baureferent Gerd Merkle sprach von einer "sehr kuriosen Sache".

Es drehte sich um einen meterlangen Riss. Selbst vor den Tramstahlgleisen der neuen Linie 6, dicken Betonplatten und einem armierten Stahlbetonfundament machte er nicht halt.

Wie Dillmann bestätigt, scheint es sich um ein auch im Gutachterkreis völlig unbekanntes technisches Phänomen zu handeln. Wer kommt für den Schaden und die Kosten auf? Bis zur eindeutigen Klärung der Ursache seien deswegen Aussagen zur Kostenübernahme nicht möglich. Das Gleisstück ist bereits abgenommen worden. Seit Ende 2008 läuft daher die fünfjährige Gewährleistung, so die Stadtwerke.

Rätselraten um Gleisbruch beschäftigt TU München

Auch an anderer Stelle der Linie 6 gibt es Probleme mit dem Material. Wie berichtet, mussten im Bereich der Lechbrücke die Gleise ausgetauscht werden. Sie hatten im Winter bei der Lagerung Schaden genommen. Die Baufirma betonte zuletzt, die Stadtwerke seien schuld, da sie an den Kosten für ein beheiztes Zelt gespart hätten.

Dillmann: "Sämtliche Arbeiten an der Brücke einschließlich Gleisbau wurden im Rahmen einer Ausschreibung an eine Baufirma vergeben. Sie ist für ein mängelfreies Gewerk verantwortlich und in diesem Zusammenhang auch für die Überwinterung der Baustelle." Eine förmliche Abnahme habe bislang noch nicht stattgefunden. Auch auf einer anderen Strecke, die der Linie 2, gab es unlängst eine große Baustelle wegen Gleisproblemen an der Wendeschleife, obwohl dort vor Jahren schon einmal Reparaturarbeiten stattgefunden haben.

Laut Dillmann mussten an der Wendeschleife "kopfgehärtete" Schienen ersetzt werden. Die übliche Haltbarkeit von 30 Jahren gelte nur für gerade verlegte Strecken. "In Kurven ist der Verschleiß deutlich höher, die Haltbarkeit also geringer."

Vor rund zehn Jahren haben daher, so Dillmann, Schienenhersteller für Kurven diese speziellen Schienen empfohlen, die dann europaweit eingebaut wurden. "Diese Schienen haben aber die Erwartungen nicht erfüllt, es kam überall vermehrt zu Gleisbrüchen." Von Thomas Faulhaber

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