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Region Augsburg

17.04.2018

Raser im Verkehr: Wie groß ist das Problem wirklich?

Die Polizei startet wieder einen Blitzmarathon. Was das bewirken soll – und wie oft es auf den Straßen in der Region kracht.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbol)

Die Polizei startet wieder einen Blitzmarathon. Was das bewirken soll – und wie oft es auf den Straßen in der Region kracht.

Es ist vor allem eine symbolische Aktion gegen Raserei auf den Straßen. Zum sechsten Mal gibt es einen bayernweiten 24-Stunden-Blitzmarathon. Er beginnt am Mittwochmorgen um 6 Uhr. Im Großraum Augsburg hat die Polizei genau 49 Stellen ausgewählt, an denen sie zeitweise das Tempo kontrollieren will. Doch wie groß ist das Problem? Und welchen Nutzen hat die Aktion? Wir fassen Fragen und Antworten zusammen.

Wie viele Temposünder werden bei einem Blitzmarathon ertappt?

Bei der Blitzer-Aktion im vorigen Jahr haben die Beamten im Bereich des Augsburger Polizeipräsidiums die Geschwindigkeit von rund 9200 Fahrzeugen kontrolliert. Erwischt wurden 255 Temposünder. Ein besonders großer „Fang“ war das nicht. Zum Vergleich: Im gesamten vorigen Jahr wurden im Bereich des Präsidiums 80.700 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Das ergibt im Schnitt etwa 220 ertappte Fahrer pro Tag. Polizeisprecherin Vanessa Meßner betont aber auch, dass es nicht darum gehe, möglichst Autofahrer zur „Kasse zu bitten“. Man wolle auf die Gefahren im Verkehr hinweisen, die mit zu hohem Tempo verbunden sind.

Wie groß ist das Problem mit Raserei im Straßenverkehr wirklich?

Es gibt ein Stadt-Land-Gefälle: In der Stadt Augsburg war im vorigen Jahr lediglich bei fünf Prozent der Unfälle die Geschwindigkeit die Ursache. In den Kreisen Augsburg und Aichach-Friedberg sieht es schon anders aus. Hier war zu hohes Tempo jeweils bei rund 15 Prozent der Unfälle ausschlaggebend. Und noch etwas fällt auf. Vor allem schwere Unfälle passieren häufig, weil mindestens ein Beteiligter zu schnell fährt. Hierzu gibt es eine Zahl für den Bereich des Augsburger Polizeipräsidiums: Bei Unfällen mit Todesopfern war zu hohe Geschwindigkeit im Jahr 2017 sogar die häufigste Ursache, mit einem Anteil von 26 Prozent. Neun Unfallopfer in Nordschwaben könnten noch am Leben sein, wenn sich die Beteiligten an die Tempolimits gehalten hätten.

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Wie hat sich die Zahl der Unfälle und der Verletzen entwickelt?

In der Stadt Augsburg gab es bei den Unfällen 2017 einen Rekordwert von 10.660. Das sind rückblickend die höchsten Unfallzahlen in den vergangenen zehn Jahren. Verletzt wurden dabei 1817 Menschen – das ist der zweithöchste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten lag mit sieben Personen ebenfalls recht hoch. Im Kreis Augsburg gab es voriges Jahr 6316 Unfälle – mit 1190 Verletzten und acht Toten. Im Kreis Aichach-Friedberg waren es 3812 Unfälle, 715 Verletzte und drei Tote.

Warum steigen die Unfallzahlen – liegt es an der fehlenden Disziplin der Autofahrer?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Die Hauptursache für die steigenden Zahlen dürfte der Zuwachs an Einwohnern im Großraum Augsburg und die steigende Zahl von Fahrzeugen sein. Einfach formuliert: Wo mehr Menschen und mehr Autos unterwegs sind, passieren auch mehr Unfälle. Vor allem, wenn es immer enger auf den Straßen wird. Besonders deutlich ist das in der Stadt Augsburg: Die Bevölkerung ist in den vergangenen zehn Jahren um rund zehn Prozent gewachsen, der Bestand an Kraftfahrzeugen sogar um fast 20 Prozent. Die Zahl der Unfälle stieg in dieser Zeit um rund 27 Prozent.

Die Polizisten schauen beim Blitzmarathon nicht nur auf das Tempo – sie ahnden auch andere Verstöße wie Telefonieren mit dem Handy. Welche Zahlen hat die Polizei dazu?

Rund 600 Fahrer wurden im Jahr 2017 erwischt, weil sie ihr Handy benutzten. Auch Alkohol bleibt ein Thema – die Zahl der Verstöße nimmt aber konstant ab. 2017 erwischte die Polizei in der Region 1433 Promillefahrer, zehn Jahre zuvor waren es noch 2127.

Die Standorte in Augsburg und Umland – und wie schnell man dort fahren darf

Stadt Augsburg

Senkelbachstraße (max. 30 km/h), Berliner Allee (50), Langenmantelstraße (50), Lechhauser Straße (50), Donauwörther Straße (50), Carl-Schurz-Straße (30), Stadionstraße (30), Hochfeldstraße (30), Stadionstraße (50), Friedberger Straße (50), Mühlhauser Straße (70), Gersthofer Straße (70), Sommestraße (50), Gabelsbergerstraße (30), Friedrich-Ebert-Straße (50).

Kreis Augsburg

Agawang/Häder Kreisstraße A1 (100), Altenmünster-Hennhofen Hauptstraße – Ortseinfahrt (50), Biberbach-Feigenhofen Kreisstraße A12 (60), Bobingen Kreisstraße A13 zwischen Straßberg und Reinhartshausen (80), Diedorf B 300 – Höhe Kreisbauhof, Graben A22 – Untermeitinger Straße (100), Königsbrunn Lechstraße/Benzstraße (70), Kutzenhausen B 300, Höhe Maingründel (80), Meitingen-Herbertshofen Kreisstraße A29 (70), Mittelneufnach Reichertshofen – Staatsstraße 2026 Richtung Mittelneufnach (70), Schwabmünchen Südumfahrung – St. 2035 (70), Schwabmünchen Staatsstraße 2035 Richtung Mittelstetten (80), Schwabmünchen-Hirschwang A17 – Schwabegger Straße (100), Schwabmünchen/Untermeitingen Staatsstraße 2027 (100), Stadtbergen Pferseer Straße (30), Stadtbergen Kappbergstraße (30), Stadtbergen-Deuringen Sandbergstraße (30), Steppach B 300 – Sandberg (70), Thierhaupten Staatsstraße 2381 zwischen Thierhaupten und Sand (80), Thierhaupten Staatsstraße 2381 zwischen Thierhaupten und Rain (80).

Kreis Aichach-Friedberg

Affing-Frechholzhausen Ortsdurchfahrt (50), Affing Staatsstraße 2035 zwischen Katzenthal und Weichenberg (100), Affing-Haunswies Aichacher Straße (50), Aichach Münchner Straße (50), Aichach B 300 – Parkplatz Höhe Unterwittelsbach (80), Dasing Wessiszeller Straße (50), Friedberg B 300 zwischen Friedberg und Dasing (100), Kissing Münchner Straße (50), Kissing Kreisstraße AIC12 zwischen Kissing und Ottmaring (60), Mering Hörmannsberger Straße (50).

 

Interaktive Blitzerkarte: In unserer interaktiven Blitzkarte sind die Messstellen für den Blitzmarathon am Mittwoch und Donnerstag in Schwaben und Oberbayern verzeichnet.

Hinweis: Die Punkte markieren nicht unbedingt den exakten Standort der Messstelle. Wo der jeweilige Blitzer nach Behördenangaben genau steht, sehen Sie, wenn Sie auf den jeweiligen Punkt in der Karte klicken. Es kann daher zu Abweichungen kommen. Auch besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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17.04.2018

Statistiken sind dazu geeignet sich alles "schön" zu Stastiḱieren, oder das Gegenteil davon.
Wenn es nach Statistikern geht, wäre ich anstatt 60 Jahre, im Schnitt nur 36 drei viertel und würde über ein
Vermögen von mindestens X-Hunderttausend, wenn nicht mehr verfügen. Meine Statistischen Kinder würden dann,
statistisch gesehen, bei meinem "Statistischen Todesfall nach 94 Jahren", mehrere XX-Millionen erhalten die Statistisch
eigentlich vorhanden sein müssten, aber nicht sein können. Was aber den Staat respektive das Finanzamt nicht
davon abhalten wird eine Steuervorauszahlung in Höhe der zu erwartenden Erbschaft, und ohne aufhebende Wirkung,
sofort zu erheben.

PS:
Die heute "Statistik" über Pendler ist nicht nur lächerlich, sondern auch ein Armutszeugnis
und eine Bestätigung die Befähigung von Politikern in deren Ressort mehr als in Frage zu stellen.

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