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Sicherheit

14.03.2018

Rechte Bürgerwehr geht in Augsburg auf Streife

Im Internet zeigt die rechte Bürgerwehr Bilder des Rundgangs.

Polizisten haben am Samstag rund 15 Aktivisten der „Soldiers of Odin“ kontrolliert. Mit interessanten Ergebnissen.

Man kann es mit der Angst zu tun bekommen, wenn man der Gruppe begegnet, erst recht in der Dunkelheit. Sie tragen schwarze Kutten, die an eine Rockergruppe erinnern. Auf ihren Kutten ist ein großer Wikingerkopf zu sehen, teilweise vermummt mit einer schwarz-rot-goldenen Fahne. Sie nennen sich „Soldiers of Odin“ – Odins Soldaten. Es handelt sich um eine Art Bürgerwehr, die von den Behörden als rechtsextrem eingestuft wird. Auch in Augsburg ist die Gruppe inzwischen schon aufgetreten.

Rund 15 Angehörige der „Soldiers of Odin“ sind am vergangenen Samstagabend durch die Innenstadt und Lechhausen patrouilliert. Das bestätige die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion. Die Gruppe selbst nennt als Ziel, sie wolle auf den Straßen für Sicherheit sorgen. Der Staat alleine sei dazu nicht mehr in der Lage.

Die Aktivisten machen keinen Hehl daraus, wen sie für die angeblich schlimmen Zustände für verantwortlich halten: Asylbewerber. Auf ihren Seiten im Internet teilen sie nahezu täglich Zeitungsartikel über Straftaten, die von Einwanderern begangen werden. Sie betonen aber auch, dass sie bei ihren Streifengängen „deeskalierend“ tätig sein wollen und bei Zwischenfällen zunächst immer die Polizei rufen.

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Polizei begrüßte diese Initiative nicht

Bei der Polizei sieht man das Auftreten privater Bürgerwehren dennoch skeptisch. „Wir begrüßen solche Initiativen nicht“, sagt Michael Jakob vom Augsburger Polizeipräsidium. Die Polizei sei durchaus in der Lage, ihre Aufgabe zu erfüllen. Wer sich ehrenamtlich für die Sicherheit in seiner Stadt engagieren wolle, könne dies bei der Sicherheitswacht tun. Deren Mitglieder laufen ebenfalls Streife. Sie stehen aber in Kontakt zur Polizei und rufen die Beamten, wenn es brenzlig werden sollte. Bei der Sicherheitswacht werde man für die Aufgabe auch entsprechend geschult, sagt Michael Jakob. Etwa dazu, wie man deeskalierend auf Menschen zugeht. Es gibt zudem Hürden: Wer zur Sicherheitswacht will, darf unter anderem keine Vorstrafen haben. Das wird vorab geprüft. Zahlreiche Mitglieder der Odin-Truppe würden schon an dieser Vorgabe scheitern.

Die Polizei kontrollierte am Samstagabend die Bürgerwehr während ihres Rundgangs. Mit interessanten Ergebnissen. Von den rund 15 Aktivisten sind nach Informationen unserer Redaktion mehr als die Hälfte vorbestraft gewesen. Auch wegen rechtsextremer Taten. Nach der Kontrolle durften sie den Marsch fortsetzen. Im sozialen Netzwerk Facebook loben die Aktivisten die Polizei. Von den Beamten seien sie „angenehm überrascht“ gewesen. Sie schreiben: „Nicht die übliche, provokative Kontrolle um uns zu vertreiben, nein im Gegenteil, eine anspruchsvollere Unterhaltung hatten wir mit der Polizei noch nie.“ Von der Polizei heißt es, man betrachte die Gruppe skeptisch, sehe aber keine Möglichkeit, die Rundgänge zu untersagen.

Vom Verfassungsschutz überwacht

Die „Soldiers of Odin“ werden seit Ende des vorigen Jahres in Bayern vom Verfassungsschutz überwacht. Die Behörde teilte dazu im Dezember mit: „Mit ihren als ,Spaziergängen‘ bezeichneten Streifen will die Gruppierung das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellen.“ Eine eigene Gruppe gibt es in Augsburg nicht. Die Teilnehmer seien im Wesentlichen von außerhalb angereist, heißt es.

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