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Bildung

29.06.2018

Reif für die (Lese-)Insel

So macht Lesen Spaß: Die Mädchen und Jungen der Wittelsbacher-Grundschule machen es sich in ihrer neuen Leseinsel bequem. In den Regalen stehen rund 1800 Medien, vor allem Bücher.

An der Wittelsbacher-Grundschule wurde die zehnte moderne Bücherei eröffnet. Hinter dem Projekt stehen viele Unterstützer.

In den Regalen stehen die Bücher von Bibi und Tina, den drei Fragezeichen oder den Fünf Freunden. Direkt daneben lädt eine Leseecke mit Kissen die Kinder zum Lesen ein. Unweit davon befinden sich moderne Computer-Arbeitsplätze. So sieht es in der neuen Leseinsel in der Wittelsbacher-Grundschule im Antonsviertel aus. Am Donnerstag wurde sie offiziell eröffnet.

„Lesen ist eine schwierige Angelegenheit – vor allem, wenn man es noch nicht kann“, erzählen Schüler der Klasse 4c. In Zeiten, in denen die Digitalisierung Bücher und Lesen immer mehr ersetze, sei es wichtig, Kinder früh an das Lesen heranzuführen, sagt wiederum Rektorin Iris Samajdar.

2010 wurde die erste Leseinsel als Pilotprojekt an der Schule St. Georg begonnen. Die Leseinsel in der Wittelsbacher Grundschule ist mittlerweile die zehnte in Augsburg. Ermöglicht hat das die Zusammenarbeit mehrerer Augsburger Initiativen und Organisationen. So haben unter anderem der Verein Freunde der Neuen Stadtbücherei, das Netzwerk Lesen, der Rotary Club Augsburg-Renaissancestadt und das Bildungsreferat der Stadt zum Erfolg des Projektes beigetragen.

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Der schönste Ort in der Schule

Buchhändler Kurt Idrizovic beschreibt die Idee hinter dem Projekt: „Die Schulbüchereien waren in einem schlechten Zustand. Wir wollten 2010 den Schwung mitnehmen, den die Eröffnung der Neuen Stadtbücherei brachte und die Schulbüchereien zum schönsten Ort in der Schule machen.“ „Seit 2010 konnten mehr als 200000 Euro für die Finanzierung der Leseinseln gesammelt werden“, sagt Inga Gölitz vom Verein Freunde der Neuen Stadtbücherei.

Der Rotary Club Augsburg-Renaissancestadt unterstützt die Leseinseln durch Vorleser und Sponsoring, erklärt Mitglied Dirk von Gehlen. 2015 wurde bei der Stadt auch eine Servicestelle für Schulbibliotheken geschaffen, die die Leseinseln untereinander verbindet und betreut.

Die Leseinsel ist im Neubau der Wittelsbacher Grundschule untergebracht und direkt mit dem Garten der Schule verbunden. Bei schönem Wetter können die Kinder also auch im Freien lesen. Für das nächste Jahr hat es sich Iris Samajdar zum Ziel gesetzt, die Leseinsel fest im Schulalltag zu verankern. Während der Unterrichtszeit sollen Schulklassen dort gemeinsam lesen. Auch die Kinder der Ganztagsbetreuung können das Angebot nutzen. Nach 16 Uhr soll ein Team aus Eltern und Lehrern die Leseinsel offenhalten. Auch die Schüler selbst werden in ihrer kleinen Bibliothek mitarbeiten: Die Ausleihe und Rückgabe der Bücher vor dem Unterricht übernehmen die Kinder selbst.

Etwas Spannendes muss passieren

Bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse 4c scheint das Projekt schon erste Früchte zu tragen. Schülerin Leni liest seit der ersten Klasse gern. Ihr aktuelles Lieblingsbuch ist „Die Schule der magischen Tiere“. „In Büchern muss schon was Spannendes passieren“, findet sie. Ihrem Mitschüler Jan-Luis geht es ähnlich: Ihm gefällt vor allem das Buch „Die Insel der 1000 Gefahren.“ Das Zitat ihrer Mitschülerin Sophie hat es sogar an die Wand der Leseinsel geschafft. Dort steht nun: „Wenn man einmal mit dem Lesen angefangen hat, will man gar nicht mehr aufhören.“

Mit ihren Vorlieben bestätigen die Kinder Christina Seez’ Eindruck: „Die Kinder lesen gerne Bücher wie ,Die drei Fragezeichen’, ,Kommissar Kugelblitz’ oder die ;Insel der 1000 Gefahren’.“ Die Lehrerin hat das Projekt zusammen mit ihrer Kollegin Monika Christ-Roschmann koordiniert und zuvor die Schulbücherei betreut.

Geht es nach Schulleiterin Iris Samajdar, werden in der Wittelsbacher-Grundschule bald nicht nur Schüler die Leseinsel nutzen. Mädchen und Buben aus den umliegenden Kindertagesstätten und auch Senioren aus dem Albertusheim sollen die Bibliothek bald ebenfalls aufsuchen. „Dann könnten Schüler Kindern vorlesen und die Senioren den Schülern“, sagt Samajdar.

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