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25.10.2019

Rettenbach steigt in die Dorferneuerung ein

Bei der Begehung vor der Sondersitzung in Rettenbach zum Thema Dorferneuerung ging es auch um leer stehende Gebäude, darunter die Alte Schule. CCH-Präsident Christian Held stellte dabei den Antrag für eine Nutzung als Vereinsheim. Links: Ludger Klinge, Baudirektor am Amt für ländliche Entwicklung, daneben Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast und Dritter Bürgermeister Herbert Sittenberger.
Bild: Peter Wieser

Projekt Am Donnerstag gab es eine Ortsbegehung und eine Sondersitzung. Auch die Alte Schule, die der Carnevals-Club Harthausen gerne nutzen würde, war Thema

Rettenbach Fast genau ein Jahr ist es her, da hatte Ludger Klinge, Baudirektor am Amt für ländliche Entwicklung (ALE), im Rettenbacher Gemeinderat die Fördermöglichkeiten für eine Dorferneuerung erörtert. Am Donnerstag traf man sich erneut: zunächst zu einer Besichtigung der Liegenschaften, an der auch einige Bürger teilnahmen. Anschließend ging Klinge im Sitzungszimmer auf den Ablauf für eine Teilnahme am Dorfentwicklungsprogramm ein.

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Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast (CSU) hatte dazu auf die inzwischen abgeschlossene Dorfentwicklung in Münsterhausen hingewiesen sowie auf ein speziell dafür zugeschnittenes Seminar an der Schule für Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten, das sich dabei bewährt habe. Ein zentrales Element der ländlichen Entwicklung sei die Bürgerbeteiligung, auch die Gemeinde Rettenbach wolle die Bürger dabei mitnehmen, so Dietrich-Kast.

Bereits die vorangegangene Begehung, beim Schlössle und am Platz vor der Gemeindehalle beginnend, vorbei an der alten Gaststätte „Zum Kreuz“, die die Gemeinde demnächst erwerben wird, über den Kirchvorplatz, das ehemalige Raiffeisenbankgebäude zum alten Schulhaus, hatte gezeigt: In Rettenbach gibt es viele Baustellen. Es liege an der Gemeinde, welche Maßnahmen sie unternehmen wolle, erklärte Klinge. Er könne nur benennen, was und in welchem Umfang förderfähig sei. Auch spiele die Finanzkraft der Gemeinde eine Rolle.

Rettenbach steigt in die Dorferneuerung ein

Würde Rettenbach beispielsweise die ehemalige Gastwirtschaft abreißen, mit dem Ziel, Raum für eine innerörtliche Entwicklung zu schaffen und um Baulücken zu schließen, gäbe es dafür eine Förderung. Dann käme es darauf an, was die Gemeinde anschließend daraus machen würde. Weiter ging es darum, wie die leer stehenden Gebäude genutzt werden könnten. Solche gibt es in der Gemeinde mehrere, wie das ehemalige Raiffeisenbankgebäude, in dem eigentlich ein Dorfladen hätte entstehen sollen, oder die Alte Schule. Derzeit gibt es dort einen Mieter, auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage, ansonsten steht das Gebäude leer. Bei der Begehung hatte Christian Held, Präsident des Carnevals-Club Harthausen, bekundet, das der Verein aufgrund der engen Belegung der Gemeindehalle Interesse an einer Nutzung eines Teils des Gebäudes als Vereinsheim hätte und sich auch an Umbaumaßnahmen beteiligen würde. Würde Raum für die Dorfgemeinschaft und somit eine Mehrfachnutzung, beispielsweise durch Senioren oder die Jugend, entstehen, wäre ebenfalls eine Förderung möglich, so Klinge. Ein weiterer Schwerpunkt war der Kirchvorplatz, bei dem berücksichtigt werden müsse, dass auch die Straße irgendwann zu sanieren sei. Auch das Pfarrgässchen müsse, damit es den Anforderungen entspreche, zusammen mit dem Treppenbereich hinter der Gemeindehalle als Ganzes und nicht als sektorale Planung betrachtet werden.

Für das weitere Vorgehen erörterte Ludger Klinge in der anschließenden Sitzung die Möglichkeiten: eine einfache Dorferneuerung mit aus seiner Sicht drei bis vier Einzelmaßnahmen, bei der die Gemeinde Bauträger ist. Für eine umfassende Dorferneuerung müsste die Gemeinde in eine Vorbereitungsphase gehen, dabei mit der Bildung von Arbeitskreisen wichtige Maßnahmen eruieren. Anschließend werden Ziele und ein vorläufiger Maßnahmenplan durch Bürger und Gemeindevertreter mit Unterstützung des ALE und eines Planungsbüros erarbeitet. In einem zweitägigen Seminar an der Schule für Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten werden mit einer Mischung aus Gemeinderat, Bürgern und Vereinsvorsitzenden Handlungsfelder erörtert. Das Aufstellen der endgültigen Planung sowie die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt durch eine Teilnehmergemeinschaft und die Gemeinde.

„Man sollte ganz klar in die Vorbereitungsphase einsteigen“, empfahl Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast im Hinblick auf die umfassenden Maßnahmen. Was sich für andere Gemeinden bewährt habe, werde sich auch für Rettenbach bewähren. Mit dem Dorfentwicklungskonzept werde man erheblich weiter kommen als mit Einzelplanungen. Im Anschluss fasste der Rettenbacher Gemeinderat dazu einen einstimmigen Beschluss und die weiteren Schritte einzuleiten.

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