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Augsburg

22.11.2019

Rettungsgasse? Kinderleicht! Vereine und Sportler zeigen, wie's geht

Freie Fahrt hat Rettungshund „Buddy“ mit seinem Sanka in der Rettungsgasse. Er ist „Mitglied“ in der Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Augsburg-Stadt.
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Freie Fahrt hat Rettungshund „Buddy“ mit seinem Sanka in der Rettungsgasse. Er ist „Mitglied“ in der Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Augsburg-Stadt.
Bild: Polizeipräsidium Schwaben Nord

"Team Rettungsgasse": In Videos zeigen Augsburger Vereine, wie sich Autofahrer im Notfall richtig verhalten. Dafür wurde sogar aus einem Dackel ein Rettungsauto.

So ernst das Thema auch ist, so viel Freude hatten Polizei und Bayerisches Rotes Kreuz an der Umsetzung ihrer Lehrvideos. Laut Polizeikommissar Markus Trieb hat das Präventionsprojekt des „Teams Rettungsgasse“ zum Ziel, mögliche Gefahren abzuwehren, indem die Verkehrsteilnehmer im Notfall wissen, wie sie sich verhalten sollen. Deshalb wird die richtige Herangehensweise spielerisch in Videobeiträgen in den sozialen Medien erklärt. Denn immer wieder macht Trieb die Erfahrung, dass viele gar nicht wissen, wie sie Rettungskräften das Leben auf der Straße leichter machen können.

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Eine erfolgreich gebildete Rettungsgasse ist seiner Schilderung zufolge an drei Fingern der rechten Hand abzuzählen. Er weiß, dass eher Nervosität als böse Absicht hinter einer falschen Reaktion steckt. Wer meint, die Funktionsweise vergessen zu haben, muss nur auf seine Hand am Schalthebel sehen. Die Finger bilden dort ein „V“ – wobei der Daumen nach links, Zeigefinger und Mittelfinger nach rechts weisen. In diese Formation sind auch die Fahrzeuge auf der Straße zu bringen, sodass sich in deren Mitte wie bei einem Reißverschluss die Rettungsgasse öffnet.

An der Seite von "Kommissarin" Hannelore Elsner

Die Aktion ist noch nicht zu Ende. Unter dem Label „Team Rettungsgasse“ wird sich Anfang Dezember auch der AEV in dem Sinne bei Filmarbeiten präsentieren, wie der Schauspieler Karlheinz Lembken – bekannt aus der Serie „Die Kommissarin“ an der Seite der verstorbenen Hannelore Elsner – auf dem Parkplatz des Präsidiums an der Gögginger Straße sagte. Mitstreiter für diese auf der Augsburger Frühjahrsausstellung afa geborene Idee fanden Rotes Kreuz und Polizei Schwaben Nord vor allem bei anderen Augsburger Vereinen und Verbänden.

Jeder von ihnen entwickelte ein eigenes Drehbuch, um darzustellen, wie sich eine Rettungsgasse initiieren lässt. Sogar Dackel „Buddy“, Mitglied der Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Augsburg-Stadt, wackelte als Rettungsauto verkleidet durch die freigehaltene Spur zum Unfallort. Die kleinen Eleven des Ballettstudios Payer tanzten sich den Weg frei. Von Amalia wurde die Szene wie folgt kommentiert: „Rettungsgasse ist babyeinfach.“ Selbst Stadtoberhaupt Kurt Gribl hatte eine passende Idee, rollte einen Verkehrsteppich aus und stelle eine Rettungsgasse mit Spielzeugautos nach.

#TeamRettungsgasse - Rettungshundestaffel BRK KV Augsburg-Stadt

Bidohhh, Bidohhh, Bidohhh heißt auf hundeinanisch "Mach Platz in der #Rettungsgasse" Es freut uns sehr, die Rettungshunde des Bayerisches Rotes Kreuz - Kreisverband Augsburg-Stadt im #TeamRettungsgasse begrüßen zu dürfen. Sei schlau wie ein Fuchs.. denn der linke geht nach links, die anderen gehen nach rechts egal ob Dackel, Dobermann oder Schäferhund. Ein Gemeinschaftsprojekt der Polizei Schwaben Nord und Bayerisches Rotes Kreuz - Kreisverband Augsburg-Land #Rettungshunde #BRK #Rettungsgasse #aufdenhundgekommen #tierlieb

Gepostet von Polizei Schwaben Nord am Montag, 16. September 2019

#TeamRettungsgasse begeistert User

Mittlerweile sind die seit Anfang 2019 produzierten Video-Clips in ganz Deutschland bekannt und wurden laut Markus Trieb, Leiter des Bereichs Social Media in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei, beachtlich geklickt: Allein das Video der Rettungshunde hätten schon rund 150.000 User angeschaut. Die Videos vom „Team Rettungsgasse“, die seit Juni online stehen, seien seither zwei Millionen Mal aufgerufen worden. Und die bisherigen Reaktionen und Rückmeldungen der Leute zeigten, dass das Thema „die Menschen einfach bewegt“.

Die eigentliche Kunst an der Rettungsgasse ist nach Ansicht von Markus Trieb, dass man sie versteht. Vor allem auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßen, sei sie eine enorme Hilfe. „Ich beginne eine Rettungsgasse in dem Moment, in dem der Verkehr stockt“, sagt der Polizeikommissar. Die B17 bei Augsburg sei eine klassische Örtlichkeit. Denn sie habe keinen Standstreifen, weshalb es bei einem Unfall noch enger zugehe als ohnehin schon. Laut Trieb, 36, will die Polizei ihre Botschaft nicht belehrend oder gar tadelnd weitergeben. Besser ist es seiner Meinung nach, „Bürger für Bürger“ agieren zu lassen. Und kaum jemand ist geeigneter dafür, Gemeinsamkeit, Fairness, Zusammenspiel, Miteinander und Schnelligkeit zu symbolisieren als Vereine.

„Wir haben ganz tolle Sportvereine, Sportlerinnen und Sportler“, sagt Trieb, nach dessen Ansicht niemand die Botschaft „jede Sekunde zählt“ besser zum Ausdruck bringen könnte.

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