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Klinikum Augsburg

28.01.2015

Rettungshubschrauber Christoph 40: Schnelle Hilfe für 1125 Patienten

Lange wurde um die Stationierung des Rettungshubschraubers gestritten. Seit einem Jahr fliegt Christoph 40 nun Einsätze von Augsburg aus.
Bild: Anne Wall

Seit einem Jahr startet der Hubschrauber vom Augsburger Klinikum aus. Meist wird er wegen Herz- und Kreislaufprobleme gerufen. Anfangs lief die Arbeit aber nicht ganz reibungslos.

Lange wurde darüber gestritten, wo der Rettungshubschrauber Christoph 40 stationiert werden soll. Weil sich letztlich Augsburg gegen Donauwörth durchsetzte, startet der Hubschrauber nun seit genau einem Jahr vom Klinikumsdach. In dieser Zeit rückten die Einsatzkräfte 1186 mal aus und halfen 1125 Patienten. Die Zahlen präsentierte gestern der ADAC, der den Rettungshubschrauber betreibt.

Rettungshubschrauber in Augsburg: 83 Fehlalarme

„Besonders viel haben wir in den Sommermonaten zu tun, wenn wir zu Bade-, Motorrad- oder Radunfällen gerufen werden“, sagt Rudolf Vogler vom ADAC Südbayern. Fast ein Drittel aller Einsätze erfolgte wegen internistischer Notfälle wie akuten Herz- und Kreislauferkrankungen. An zweiter Stelle liegen Unfälle im häuslichen Umfeld, bei der Arbeit, in der Schule oder der Freizeit (267 Einsätze). 176 mal rückten die Retter zu Verkehrsunfällen aus. In 83 Fällen handelte es sich um Fehlalarme. „Es gibt schöne Einsätze, wenn man beispielsweise einem Kind das Leben retten kann, aber es kommt auch immer wieder vor, dass man für die Leute nichts mehr tun kann“, sagt Stefan Nuber, Leitender Arzt bei Christoph 40.

Sein Team aus 16 Mitarbeitern kämpfte anfangs aber nicht nur um das Leben von Patienten, sondern auch um Zuständigkeiten. „Es gab mehrmals den Fall, dass wir mit der Besatzung von Rettungswagen über die weitere Vorgehensweise diskutieren mussten“, berichtet Nuber. In mehreren Gesprächen konnten die Probleme aber behoben werden.

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Nuber glaubt, dass einige Krankentransportunternehmen wegen des Hubschraubers um Aufträge fürchteten. Das legen seiner Meinung nach die Einsatzzahlen nahe. Als in den Jahren 2006/2007 die Debatte um den neuen Standort des Hubschraubers losging, wurden die Hubschrauber anderer Standorte noch zu 850 Einsätzen in die Region gerufen. Im Jahr 2012 starteten die Hubschrauber nur noch 150 mal mit Zielen in der Region. „Vielleicht wollten einige beweisen, dass es auch ohne geht“, mutmaßt Nuber. Inzwischen funktioniere die Zusammenarbeit mit den Krankentransportunternehmen aber.

Christoph 40: der "schnellste Notarztzubringer"

Die große Stärke des Hubschraubers sieht Nuber in dessen Schnelligkeit. So könne das erfahrene Team vor Ort rasch helfen. Nicht für jeden Patienten sei der Rettungshubschrauber aber das geeignete Transportmittel im Notfall. Zum Beispiel für Demenzkranke. Die Enge und die ungewohnte Umgebung könnten dazu führen, dass diese aggressiv und damit zu einem unverantwortbaren Risiko würden, so der Notarzt.

Dass der Hubschrauber häufig ohne Patienten fliege, hatten Anwohner rund ums Klinikum, vor allem aus Neusäß, im Sommer beklagt. Stefan Würz, Chef der Integrierten Leitstelle Augsburg, betont, dass es vor allem in ländlichen Regionen immer wieder passiere, dass der zuständige Notarzt in einem anderen Einsatz gebunden ist oder die Einsatzstelle aufgrund der weiten Distanz nicht in einer angemessenen Zeit erreichen kann. „Christoph 40 erfüllt hier die Funktion des schnellen Notarztzubringers“, sagt Würz.

Wegen der Proteste sei die Informationsarbeit verstärkt und eine Infoveranstaltung für Anwohner organisiert worden. Das habe geholfen, sagt Vogler vom ADAC. Er verweist darauf, dass in Augsburg ohnehin bereits der leiseste Hubschrauber genutzt werde. Der erzeuge einen Lärm von 87 Dezibel, was einem etwas lauteren Rasenmäher entspreche. Entlastung für Augsburg kommt voraussichtlich ab Mitte des Jahres. Dann soll der „letzte weiße Fleck in Bayern“ beseitigt werden, so Vogler. In Dinkelsbühl soll ein weiterer Rettungshubschrauber stationiert werden, zu dessen Einzugsgebiet dann auch das Ries gehört.

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