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Augsburg

11.01.2020

Riegele-Chef Priller: "Mit 90 werde ich nur noch halbtags arbeiten"

Sebastian Priller ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er leitet die Augsburger Brauerei Riegele. Am Samstag feiert Priller seinen 70. Geburtstag.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Sebastian Priller, Chef der Brauerei Riegele in Augsburg, wird am Samstag 70 Jahre alt. Er schätzt Humor und ist für hintersinnige Aussagen bekannt. Ein Erlebnis in der Jugend hat ihn geprägt.

Der Mann hat etwas Spitzbübisches, wenn er ins Plaudern kommt. „Ich gehe mit Humor durch die Welt“, sagt Sebastian Priller, um gleich schon mal einzuschränken: „Auch wenn meine Ironie womöglich bei meiner Frau nicht immer gut ankommt.“ Der Unternehmer, der seit vielen Jahren die Augsburger Brauerei Riegele leitet, hat jede Menge zu erzählen. Das liegt daran, dass der dreifache Vater und fünffache Großvater gerne mit Menschen zu tun hat und viel unterwegs ist. In seinem Leben spielt das eigene Unternehmen eine wichtige Rolle. Für den Familienmenschen ist der private Ausgleich nicht minder wichtig. Am Samstag feiert Sebastian Priller seinen 70. Geburtstag.

Am Montag gibt es ein großes Fest auf dem Betriebsgelände

Anlässlich des besonderen Ereignisses hat sich die Großfamilie auf einen verlängerten Wochenendausflug nach Paris begeben. Die Feier in Augsburg wird am Montag nachgeholt. Auf dem Betriebsgelände der Brauerei nahe dem Hauptbahnhof findet ab 16 Uhr ein großes Fest statt. Eines dürfte schon mal sicher sein: Das ausgeschenkte Bier wird nicht ausgehen.

Wer mit dem erfolgreichen Geschäftsmann, in dessen Betrieb rund 140 Mitarbeiter tätig sind, über dessen zurückliegendes Leben spricht, erfährt, dass es ein trauriges Ereignis gegeben hat, dass Sebastian Priller nachhaltig geprägt hat: „Ich habe im Alter von elf Jahren erleben müssen, wie mein Vater gestorben ist.“ Für die Mutter sei dies eine sehr schwere Zeit gewesen. Sie hätte sich danach um ihn und die Geschwister rührend gekümmert. Der allzu frühe Abschied vom Vater wirke nach, sagt der 70-Jährige. Im Rückblick habe er erkannt und beherzigt, „dass es wichtig ist, Momente im Leben zu genießen und Dinge nicht auf die lange Bank zu schieben“.

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Sebastian Priller fühlt sich wohl in der Region. Heimat ist ihm wichtig. Dennoch gehe er gerne auf Reisen. Vor drei Jahren war er mit Sohn Dominikus ein paar Tage lang in Nordkorea. „Das, was wir damals gesehen und erlebt haben, lässt mich heute noch wissen, dass wir hier vor Ort nahezu im Paradies leben.“

Daheim in Neusäß schmeckt es ihm am besten

Die Prillers leben in Neusäß. Unternehmen und privates Zuhause sind räumlich getrennt. Das sei gut, sagt der Unternehmer: „Ich bin aber fast jeden Tag um 13 Uhr mittags daheim.“ Das Mittagessen, das die Ehefrau zubereitet hat, wartet auf ihn. Dass es ihn nach Hause ziehe, habe einen Grund, sagt Priller schmunzelnd: „Ich bin mit der dortigen Küche sehr zufrieden.“ Die Ehefrau wisse andererseits sehr wohl, welche Bedeutung die Brauerei noch immer für ihn habe, berichtet Priller: „An einem Sonntagnachmittag hat sich mich mal gefragt, ob ich krank bin, weil ich noch zu Hause gesessen bin.“

Sebastian Priller ist an vielen Tagen im Jahr im Unternehmen anzutreffen, abends oft bis 20 Uhr. Seit 1991 ist der 70-Jährige persönlich haftender Gesellschafter. Sein Sohn Sebastian Priller-Riegele ist seit nunmehr 15 Jahren in verantwortlicher Position im Mittelstandsunternehmen tätig. Vater und Sohn ergänzen sich. Für den langjährigen Chef liegt der geschäftliche Erfolg „in der ganz tollen Mannschaft im Unternehmen“ begründet. Wie lange er noch aktiv im Berufsleben bleiben werde, lässt Priller offen: „Ich habe allerdings mal angekündigt, dass ich mit 90 Jahren nur noch halbtags arbeiten werde.“ Priller muss in diesem Moment selbst lachen. „Vorsicht“, sagt er, „das war jetzt Ironie.“

Als Ausgleich setzt er sich gerne aufs Rad

Er fühle sich körperlich wohl und geistig fit, sagt der 70-Jährige. Radeln gehört zu seinen bevorzugten Freizeitaktivitäten. Zu den Touren gehört unter anderem die Fahrt nach Wildsteig im romantischen Pfaffenwinkel (Kreis Weilheim-Schongau). Es ist ein Ort, von dem aus auf die Wieskirche zu schauen ist. „Für mich übt dieser Anblick immer eine besondere Faszination aus.“ Die Mühen seien allerdings in den zurückliegenden Jahren größer geworden, sagt der radelnde Geschäftsmann: „Ich brauche immer länger. Da merke ich eben doch das Alter.“ Noch aber fahre er nicht mit einem E-Bike. Ein solches Fahrzeug stand daher auch nicht auf dem Wunschzettel.

Es ist zu spüren, dass sich der 70-Jährige auf die Feiern anlässlich seines Geburtstages freut. Und am Montag dürfte ihm wohl auch sein Lieblingsbier aus der Brauerei serviert werden: „Es ist das Augustus 8, ein Weizendoppelbock mit einer leichten Bananennote.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.01.2020

Ich freue mich für Herrn Priller, dass er gesund und fit ist und sich in seinem Unternehmen noch voll einbringen kann. Nebenbei, seine Firma hat gute Produkte und leistet auch gesellschaftlich einiges.
Nur diese Schlagzeile, die ja wohl auf eine nicht ganz ernste Aussage zurückgeht, ist einfach daneben. Sie soll uns doch sagen, wir alle müssen deutlich länger arbeiten. Ich stelle mir gerade den 70jährigen Dachdecker oder den75jährigen Sachbearbeiter, der sich gerade die 5. Generation des Datensystems einarbeitet.
Und deutlich habe ich, ein paar Tage zurück, die Schlagzeile im Auge, bei der ein 75jähriger für die Bezahlung der Pflegekosten seiner Frau bis 80 arbeitenwill, nein muss!
Man sollte mit so boulevaresken Larifari-Geschreibsel einfach vorsichtiger umgehen.

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12.01.2020

(edit/mod)

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11.01.2020

Bitte nicht auf Menschen übertragen, die wirklich arbeiten und nicht das Geld haben..die sind mit 58 schon fertig..der Hurra-Greis soll das nicht so rausschreien, wie gut es ihm geht, auf dem Rücken Anderer...

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12.01.2020

100% Zustimmung. Wenn ich Chef spielen darf und meine Arbeiter für wenig Geld ihre Lebenszeit verkaufen müssen, gehe ich gerne noch mit 70 in die Arbeit.

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11.01.2020

Das ist mir persönlich komplett egal ob er mit 90 halbtags arbeitet oder nicht...

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11.01.2020

Menschen die erfolgreich und freundlich durchs Leben gehen sind für manche anderen unerträglich.

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