Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Robert Habeck wagt sich in Augsburg aufs Hochrad

Augsburg

30.11.2019

Robert Habeck wagt sich in Augsburg aufs Hochrad

Geschafft: Robert Habeck sitzt auf dem Hochrad im Sattel.
Foto: Klaus R. Krieger

Der Bundesvorsitzende der Grünen besuchte die „Bikekitchen“ in Augsburg. Dort probierte er ungewöhnliche Räder aus – aber nicht nur.

Robert Habeck ist laut Umfragen einer der beliebtesten deutschen Politiker. Der Bundesvorsitzende der Grünen zeigte am Samstag in Augsburg auch Mut zum Risiko. Zum ersten Mal in seinen Leben wagte er sich auf ein Hochrad. Zwar brauchte er mehrere Anläufe, bis es klappte. Aber am Ende saß er ganz oben fest im Sattel.

Eigentlich war Habeck am Samstag zur Regionalkonferenz der Grünen zum Grundsatzprogramm der Bundespartei gekommen. Sie tagte im Kongress am Park. Der Grünen-Politiker nutzte aber eine Pause, um zusammen mit der Augsburger Fraktionsvorsitzenden Martina Wild einen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Dort informierte er sich über die Arbeit der Ehrenamtlichen in der „Bikekitchen“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die Einrichtung in der Heilig-Kreuz-Straße ist ein offenes unkommerzielles Angebot für Selbsthilfe-Fahrrad-Reparaturen. Dort gibt es einen einen ausgestatteten Werkstattraum, gebrauchte Ersatzteile und gängige Verschleißteile. Ehrenamtliche helfen auch bei der Reparatur.

Viele Leute mit wenig Geld nutzen das Angebot

ADFC-Vorstandsmitglied Arne Schäffler sagte, die Bikekitchen werde gut angenommen. Je nach Saison kämen wöchentlich zwischen zehn bis 50 Selbst-Reparierer. Es seien vor allem Leute mit wenig Geld, die das Fahrrad als einziges Fortbewegungsmittel hätten. Oft seien die Räder in einem Zustand, dass sich ein Besuch in einer normalen Werkstattbesuch nicht mehr anbieten würde. Nach Einschätzung des ADFC ist die Bikekitchen ein Erfolgsmodell, dass man in allen größeren Augsburger Stadtteilen einrichten könnte. Ein großes Problem sei jedoch, die nötigen Räume zu finden. Habeck sprach eine Lösung an: Oft gebe es Immobilien, in denen eine längere Zwischennutzung möglich sei. Dabei könne möglicherweise die Stadt helfen.

Unzufrieden ist man beim ADFC auch mit dem Tempo, wie Augsburg auf dem Weg zur „Fahrradstadt“ vorankommt. In der Innenstadt sei von dem ursprünglichen Konzept mit Fahrradachsen bislang viel zu wenig verwirklicht worden, kritisierte Schäffler. Verbesserungen für Radler im Stadtrandbereich hätten oft wenig Nutzen. Der ADFC Kreisverband bekomme für seine vielen gemeinnützigen Aktivitäten nicht einmal einen Zuschuss von der Stadt. „Wir beklagen uns nicht, aber man könnte auch anders“, sagte Schäffler.

Bundesvorsitzender sorgt für Erheiterung

Auch Habeck hält fahrrad-freundliche Städte für wichtig. Radfahrer ziehen viele positive Wirkungen nach sich. „Sie tragen zur Entschleunigung und zu einer lebenswerten Stadt bei“, so der Grüne. Im besten Fall sorgen Radfahrer auch für Erheiterung – so wie Habeck, als er nach einigen verpatzten Anläufen in Artisten-Manier auf dem Hochrad fuhr. Es gab Applaus und freundliches Gelächter.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren