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08.07.2010

Rollender Kiosk im Altenheim

Gertraud Müller geht gerne beim rollenden Kiosk einkaufen. Ingrid Schmid hat neben Dingen für den Alltag auch immer Zeit für ein Gespräch. Foto: Gattner
Bild: Gattner

Innenstadt Viele Menschen in Seniorenheimen können nicht einmal das Haus verlassen. "Damit geht ein Stück Alltäglichkeit und Eigenständigkeit verloren, zu dem auch das Einkaufen gehört", so Andreas Bader, der Leiter des Caritas-Seniorenzentrums St. Verena in Augsburg. Mit Hilfe der Augsburger AHO-Stiftung wurde ein "Kiosk-Wagen" gekauft.

Innenstadt Viele Menschen in Seniorenheimen können nicht einmal das Haus verlassen. "Damit geht ein Stück Alltäglichkeit und Eigenständigkeit verloren, zu dem auch das Einkaufen gehört", so Andreas Bader, der Leiter des Caritas-Seniorenzentrums St. Verena in Augsburg. Mit Hilfe der Augsburger AHO-Stiftung wurde ein "Kiosk-Wagen" gekauft.

Der rollende Einkaufswagen ist bestückt mit Schokoriegeln, Piccolos, dem Goldenen Blatt und anderen Zeitschriften, Glückwunschkarten, Creme, Shampoo und vielem anderen mehr. Seinen praktischen Nutzen entwickelt der Kiosk-Wagen allerdings erst so richtig mit Ingrid Schmid. Sie ist 66 Jahre alt, hat Zeit und außerdem sind ihr die alten Menschen in St. Verena ans Herz gewachsen. So engagiert sie sich freiwillig und schiebt nun jeden Dienstag von 14.30 bis 16.30 Uhr den Kiosk-Wagen durch das Haus. 20 bis 30 Bewohnerinnen nutzen das Einkaufsangebot. "Doch", so Schmid, "das Wichtigste ist für die meisten, ins Ratschen kommen zu können." Das gelingt ihr immer sehr gut. Allein die Frage "wie geht es denn Ihnen", tue vielen so gut. So werde viel erzählt aus alten Tagen, aus Urlauben und über die Familie, über die eigenen Sorgen und Nöte. Der Kiosk-Wagen ist inzwischen so etwas wie die früheren Tante-Emma-Läden, wo man niemals nur eingekauft hat, sondern Bekannte oder Nachbarn traf und etwas Small Talk pflegte.

Andreas Bader ist dankbar. "Der Kiosk-Wagen holt ein Stück Alltäglichkeit in unser Seniorenzentrum hinein. Und Frau Schmid reichert sie mit großem Charme und Einfühlungsvermögen an", sagt er voller Begeisterung. Und die Bewohner? "Der Kiosk-Wagen ist einfach gut, denn mit der Zeit kann man nicht mehr rausgehen und selber sich etwas einkaufen", sagte die noch rüstige 87-jährige Gertraud Müller ganz sachlich. (AZ/kru)

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