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04.03.2009

SPD: Gribl will Rau schnell loswerden

Die Kritik am Vorgehen des Verwaltungsratsvorsitzenden OB Kurt Gribl (CSU) gegen das Stadtparkassen-Vorstandsmitglied Werner Rau reißt nicht ab. Entgegen früheren Aussagen gilt die automatische Nichtverlängerung der Vorstandsverträge jetzt nur für Rau und nicht auch für dessen Vorstandskollege Walter Eschle. Das war das Ergebnis einer Sondersitzung des Verwaltungsrates am Samstag (wir berichteten), das nun im Nachgang erneut für Kontroversen sorgt.

Von einer "Farce" spricht SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer. "Allen Dementis zum Trotz soll Rau nur aus parteipolitischen Gründen abgelöst werden", reagiert Grünen-Fraktionschef Reiner Erben gestern auf die Kehrtwendung.

War bisher die Rede davon, dass die Verträge sowohl Raus als auch Eschles nicht automatisch verlängert werden, hieß es bei der jüngsten Verwaltungsratssitzung nun, beschlossen sei das nicht; nur die Position von Rau werde ausgeschrieben.

Die Begründung dazu liefert Gribl-Sprecher Ulrich Müllegger: Man wolle den Privatkundenbereich, den Rau bisher verantwortet, "unter den Gesichtspunkten des Wettbewerbs für die Zukunft aufstellen". Entwicklungspotenziale sollen überprüft werden, heißt es verklausuliert.

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Nach AZ-Informationen spielt dabei eine interne Marktuntersuchung der Stadtsparkasse eine wichtige Rolle. Untersucht wurde das Marktumfeld im Vergleich mit anderen Banken. Keine außergewöhnliche Sache. Eine derartige Studie werde regelmäßig durchgeführt, war aus der Bank zu erfahren. Doch diesmal stießen die Aussagen des Papiers, das die Kundenströme analysierte, wohl nicht überall auf Wohlgefallen.

"Man muss sich keine Gedanken machen", heißt es aus Verwaltungsratskreisen dazu. Trotzdem müsse in etlichen Bereichen nachgearbeitet werden, heißt es aus anderer Quelle.

Was sagt der Vorstandschef der Stadtsparkasse, Rolf Settelmeier, dazu? Vorerst einmal gar nichts. Es gebe keinerlei Aussagen zu diesem Thema, hieß es gestern aus dem Vorstandsbüro.

"Von OB enttäuscht"

"Fachlich kann man Rau nichts vorwerfen", zitiert SPD-Fraktionschef Kiefer eine Aussage von OB Gribl noch vor wenigen Wochen. Nach Ansicht der Sozialdemokraten sucht man nach einer "schnellen Begründung, Rau loszuwerden". Die Fusionspläne seien gescheitert. "Ich bin vom OB enttäuscht", sagt Kiefer.

Von einem zynischen Vorgehen spricht Erben. Rau und der Stadtsparkasse werde schwerer Schaden zugefügt. Er kritisiert das Vorgehen von Gribl: Die Sondersitzung des Verwaltungsrates habe zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als die Ausschreibung schon erfolgt sei. "CSU und Pro Augsburg, die so viel von Bürgernähe und Sachpolitik reden, drücken ihre Vorstellungen radikal durch."

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