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Kultur

29.05.2015

SPD und Grüne halten an Theatersanierung fest

Beide wollen das Projekt so schnell wie möglich umsetzen. Die Sozialdemokraten fordern jedoch, dass gespart werden muss

Soll die Theatersanierung noch einmal ausgesetzt und eine Diskussion über die Zukunft der Kultureinrichtung geführt werden? Diese Forderung, die einige Kulturschaffende in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Kurt Gribl herangetragen haben, ruft jetzt Reaktionen aus den Reihen der Parteien hervor.

Die Stadtratsfraktion der Grünen sprach sich gestern gegen ein Moratorium sowie eine neue Diskussion über den Standort des Theaters aus. „Es ist seit über zehn Jahren bekannt, dass eine Sanierung unausweichlich ist und dafür sehr hohe Investitionen nötig sein“, sagt Fraktionsvorsitzende Martina Wild.

Die Überlegung der Sanierungskritiker, ob ein Theaterneubau an anderer Stelle nicht sinnvoller und billiger sei, hält Wild für falsch: „Ein vergleichbarer Neubau an anderer Stelle käme in etwa genauso teuer, wäre von der Wirkung für die Innenstadt fatal und würde das Problem des nach wie vor bestehenden maroden Hauses am Kennedyplatz nicht lösen.“ Die eingeforderte Diskussion sei wichtig, dürfe aber „zu keiner Gefährdung der öffentlichen Institution Theater und des Standorts inmitten der Stadt führen“.

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Wie berichtet, haben mehr als 50 Kulturschaffende, Architekten, aber auch einige Politiker den offenen Brief an Oberbürgermeister Gribl unterzeichnet. Eine so hohe Investition in eine einzige Kultureinrichtung mache es notwendig, vorher zu überdenken, welches Theater in Zukunft gespielt werden solle. Auch die Grünen halten eine Verknüpfung der inhaltlichen Debatte mit den bautechnischen Anforderungen für sinnvoll. Sie hatten deshalb ein Hearing angeregt, in dem diese Fragen Thema waren: „In sechs Terminen konnte jeder über die Zukunftsfragen eines Theaterbetriebs diskutieren und sich einbringen“, sagt Wild.

Die Ergebnisse des Hearings und eines Runden Tisches mit der freien Kulturszene sollen nun zusammengeführt werden. Die Grünen wollen, dass daraus ein Leitbild erarbeitet wird, „das die künftige Ausrichtung des Theaters festhält“.

SPD-Landtagsabgeordneter antwortet auf offenen Brief

Der SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller hat gestern mit einem Brief an die Sanierungskritiker auf deren Anliegen geantwortet. Auch er wünsche sich eine „viel aktivere Einbeziehung der Augsburger Bürger – und zwar, bevor konkrete Entscheidungen über die künftige Ausrichtung der Theater-Kultur und die dazu notwendigen Sanierungsmaßnahmen getroffen werden“. Die Forderung, die bisherigen Planungen zu überdenken und zu verändern, hält Güller für logisch, sofern sie in einem bestimmten Zeitfenster stattfinden. Bis Herbst 2015 sei genügend Zeit, „um gemeinsam zu guten Entscheidungen für die Stadtgesellschaft in Augsburg zu kommen“.

Die Augsburger SPD spricht sich grundsätzlich für die Theatersanierung aus, will aber die Kosten deckeln. „Der Umbau darf keine 235 Millionen Euro kosten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wo gespart werden kann, darüber möchte sich ein Arbeitskreis unter der Mitarbeit der SPD-Stadträte Gabriele Thoma und Stefan Quarg ab Anfang Juni Gedanken machen. Darüber hinaus sollen dann auch Inhalte diskutiert werden. „Es geht um das kulturelle, soziale und pädagogische Wirken von Theaterkultur im Allgemeinen. Die freie Kulturszene darf nicht außer Acht gelassen und benachteiligt werden. Für diese Szene müssen parallel eigene Freiräume vorhanden sein, sodass keine Konkurrenzsituation entstehen kann.“

Die SPD-Stadtratsfraktion will den Dialog mit den Bürgern, Kulturschaffenden und Verantwortlichen der Stadt suchen. „Wenn wir hier nicht unsere Stadtgesellschaft mitnehmen, dann werden wir keine Akzeptanz finden und an den Bedürfnissen vorbei planen. Soweit darf es nicht kommen.“

Unabhängig von den aktuellen Debatten führt die Stadtregierung in München weiter Gespräche, wie das Projekt finanziert werden kann. Details wollen weder OB Kurt Gribl noch Finanzminister Markus Söder oder Finanzstaatssekretär Johannes Hintersberger nennen. Es handle sich um ein sensibles Thema.

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