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Augsburg

22.02.2018

Sanierer sehen sich auf dem richtigen Weg

Am Infostand für die Stadtteil-Umfrage sammeln Jens Emminger (links) und Jan Weber-Ebnet Ideen von Bewohnern der Jakobervorstadt. 
Bild: Annette Zoepf

Bevölkerung aus der Jakobervorstadt wurde noch einmal nach Wünschen und Kritik befragt.

Die Bestandsaufnahme zu Beginn des Sanierungsprojekts „Soziale Stadt“ in der Jakobervorstadt nördlich der Jakoberstraße ist nun abgeschlossen. Dazu fanden jetzt noch zwei Stadtteilspaziergänge statt, und an weiteren zwei Tagen wurde ein Infostand gegenüber der Kirche St. Jakob aufgestellt. Bei diesen Gelegenheiten sollten Bürger Wünsche, Kritik und Anregungen äußern.

An dem ersten Spaziergang, bei dem es schwerpunktmäßig um Freiräume und das Grün im Viertel ging, nahmen laut Quartiermanager Jan Weber-Ebnet etwa 60 Bürger teil, am zweiten zum Thema Bau und Verkehr rund 40. Nach seinem Urteil war das eine gute Beteiligung. Mit dabei waren auch zwei Planer, die später das Sanierungskonzept erarbeiten sollen. Sie notierten sich das, was die Anwohner vorbrachten.

Wegen Schneefalls

Der Infostand war laut Weber-Ebnet am ersten Tag gut besucht, am zweiten wegen anhaltenden Schneefalls weniger. Die Leute konnten sich mithilfe von Plakatwänden über die Situation in der Jakobervorstadt informieren und ihre Sichtweise mit bunten Klebezetteln einbringen. Weber-Ebnet und weitere Mitarbeiter des Projekts „Soziale Stadt“ standen als Gesprächspartner bereit.

Insbesondere der Infostand war dazu gedacht, ein breiteres Publikum in den Planungsprozess einzubeziehen. Die Eröffnungsveranstaltung im vergangenen November im Pfarrsaal von St. Max sei hauptsächlich von „den Engagierten“ besucht worden, sagte Weber-Ebnet; jetzt sollten auch Passanten, die vielleicht gerade auf dem Weg zum Einkaufen waren, Gelegenheit erhalten, sich über das Vorhaben zu informieren und sich einzubringen.

Insgesamt habe sich ergeben, dass Zufriedenheit mit der Wohnsituation in der Jakobervorstadt vorherrsche. Viele lebten schon lange hier. Er habe in anderen Städten und Stadtvierteln höheren Problemdruck erlebt, sagte der Quartiermanager. Trotzdem gab es auch Kritik. Die Jakoberstraße gilt zwar als „Wohnzimmer“ und Lebensader im Viertel, aber der Besatz an Läden und Gastronomie wird als unbefriedigend empfunden. Seit Längerem ist hier schon ein Trading-down zu beobachten, das heißt, der Wechsel von gediegenen Fachgeschäften zu einfachen Dienstleistern und dann auch zu weniger erwünschten Einrichtungen wie Spielsalons und Wettbüros. Die breite Straße wird zudem als trennend empfunden.

Über die Kahnfahrt

Vermisst wird laut Weber-Ebnet ein richtiger Bürgertreffpunkt im Quartier; damit ist sowohl ein Bürgerhaus oder Bürgersaal als auch ein freier Platz mit Aufenthaltsqualität gemeint. Andererseits werden vor allem die Gegend um den Stadtgraben (an der Oblatterwallstraße) und die Kahnfahrt als schön und bereichernd empfunden. Es wird allerdings kritisiert, dass die Kahnfahrt für die allgemeine Bevölkerung kaum zugänglich sei.

Weitere Kritikpunkte waren der starke Verkehr auf der Jakoberstraße und das Fehlen von Kinderspielplätzen. Weber-Ebnet sprach zusammenfassend von einem „runden Bild“, das sich ergeben habe, und einer erfolgreichen Bestandsaufnahme. Das, was schon bei der Eröffnungsveranstaltung gesagt worden ist, bestätigte sich bei den Spaziergängen und am Infostand noch einmal: „Wir wissen jetzt, dass wir richtig liegen.“

Einziges Manko: Es gelang nur ansatzweise, auch die Viertelbewohner mit Migrationshintergrund anzusprechen und einzubeziehen. Diese Menschen seien zum einen nicht gewohnt, dass die Regierung sie nach ihrer Meinung fragt. Zum anderen lebten sie zumindest zum Teil in einer funktionierenden Parallelwelt und seien an der Ordnung des Straßenverkehrs, am Ladenmix oder ausreichend Grünflächen weniger interessiert.

Bürgerwerkstatt im Mai

Das Sanierungsprojekt Jakobervorstadt-Nord wird nun im Mai mit einer Bürgerwerkstatt fortgesetzt. Dann werden die Planer ihre Vorschläge vorstellen, und die Anwohner können sich noch einmal dazu äußern.

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22.02.2018

Es gelang nur ansatzweise, auch die Viertelbewohner mit Migrationshintergrund anzusprechen und einzubeziehen. Diese Menschen seien zum einen nicht gewohnt, dass die Regierung sie nach ihrer Meinung fragt. Zum anderen lebten sie zumindest zum Teil in einer funktionierenden Parallelwelt und seien an der Ordnung des Straßenverkehrs, am Ladenmix oder ausreichend Grünflächen weniger interessiert.

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Sachen gibt es - "funktionierende (!!!) Parallelwelt". Warum sollte man sich da auch um den Ladenmix in der anderen Welt kümmern.

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