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Augsburg

06.02.2015

Sanierung: Das Theater braucht jetzt jeden Cent

Wie lange wird man hier noch ins Theater gehen? 2016 muss das Große Haus voraussichtlich geschlossen werden. Doch die Sanierung wird teurer als gedacht.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Sanierung des Augsburger Theaters wird teuer. Das 200-Millionen-Projekt soll daher auch ein Gemeinschaftsprojekt werden. Die Parteien hoffen auf Landkreise und Bürger.

Seit wann kennt die Stadtregierung die aktuellen Zahlen zur Theatersanierung? Diese Frage steht im Raum, seit bekannt wurde, dass die Sanierung von Großem Haus sowie der Neubau der Werkstätten bis zu 200 Millionen Euro kosten werden. Letzte Woche hatte Finanzbürgermeisterin Eva Weber den Haushalt in den Stadtrat eingebracht. Für die Sanierung des Theaters sind auf einige Jahre verteilt 90 Millionen eingestellt.

Diese Zahlen, so Weber, seien jedoch nur Platzhalter. Man gehe von deutlich höheren Ausgaben aus. Sie deutete damit an, was die Stadtspitze drei Tage vorher erfahren hatte: „Bei einem Bau-Jour-Fixe wurden die aktuellen Kosten am 26. Januar erstmals genannt“, sagt Kulturreferent Thomas Weitzel, dessen Referat Bauherr ist. „Der Haushalt war da schon gedruckt.“ Oberbürgermeister Kurt Gribl habe dann schnellstmöglich den Ältestenrat informiert. Die Sitzung war am Dienstag.

Parteien stehen zu einer Sanierung des Theaters

Und wie geht es nun weiter? Für 2015 sind im Haushalt 1,2 Millionen Euro für den Umbau vorgesehen. Es sind Planungskosten. Weitere sieben Millionen könnten abgerufen werden. Ob das Geld nötig ist, kann Weitzel nicht sagen: „Wir brauchen erst eine Gesamtvision, wie wir die Maßnahme umsetzen können.“ Beschließen muss sie der Stadtrat.

Die Parteien stehen offenbar nach wie vor zur Sanierung. Alle seien gefordert, „sich zu einem zentralen Standort in der Stadtmitte Augsburgs zu bekennen“, betont Grünen-Fraktionsvorsitzende Martina Wild. Die SPD sieht auch den Freistaat und die Landkreise in der Pflicht. Stadtrat Stefan Quarg und Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich regen zudem die Gründung eines Theater-Fördervereins an, der Geld sammeln könnte. Zwei entsprechende Organisationen gibt es schon. Sie unterstützen das Theater zum Beispiel durch den Kauf von Instrumenten.

Thomas Weitzel

Was geschieht, wenn die 200 Millionen nicht schnell genug aufgebracht werden, ist offen. Weitzel schließt nicht aus, dass die Brandschutzbehörden den Spielbetrieb im Großen Haus noch über 2016 hinaus genehmigen könnten. Auch bei der Komödie war dies mehrfach so geschehen. Irgendwann musste aber trotz Nachbesserungen geschlossen werden. „Eine solche Entwicklung wollen wir natürlich vermeiden.“

Die Theaterleitung will die Zahlen derzeit nicht kommentieren. „Wir warten die Präsentation nächste Woche im Kultur- und Bauausschuss ab“, sagt Theatersprecher Philipp Peters. In der Sitzung am Dienstag soll erläutert werden, wie der Standort zwischen Kasern-, Volkhartstraße und Kennedyplatz einmal aussehen könnte. Die Theaterfachplaner Achatz werden ihre Ideen anhand von Zeichnungen und Plänen vorstellen.

Intendantin Juliane Votteler hat die 5000 Abonnenten des Theaters mit einem Brief zu dieser Sitzung eingeladen. „Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie uns dabei, die Wichtigkeit des Theaters und seiner Sanierung zum Ausdruck zu bringen“, heißt es da. Inwieweit Votteler die Sanierung als Intendantin mitgestaltet, ist offen: Ihr Vertrag läuft bis 2017, die Verlängerung steht heuer an. Die Sanierung aber ist ohnehin eine Entscheidung der Politik.

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