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Theater

30.08.2012

Sanierung in luftiger Höhe

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4 Bilder
Rund 30 Meter sind es von ganz oben im Bühnenturm bis hinunter zum Bühnenboden des Theaters. Blau eingepackt sind die Scheinwerfer.

Das städtische Hochbauamt lässt Magazin und Bühnenturm statisch absichern. Weil Zeit und Geld fehlen, wird aber nur das Nötigste gemacht. Der Rest soll im Zuge der Generalsanierung erledigt werden. Die soll laut Wunsch der Politiker 2014 starten

Der Bühnenturm des Theaters ist kein Arbeitsplatz für Menschen mit Höhenangst: 30 Meter sind es bis zum Bühnenboden und wer nicht schwindelfrei ist, sollte gar nicht erst durch den Gitterrost nach unten sehen. Wahrscheinlich haben es die Bauarbeiter nicht getan.

Seit August sind sie im Theater tätig. Die Stadt Augsburg nutzt die spielfreie Zeit für Sanierungsarbeiten im Großen Haus. Der Bühnenturm, eine Stahlkonstruktion aus der Nachkriegszeit, ist ein Schwerpunkt. Er hätte schon vor Jahren statisch gesichert werden müssen, doch immer wieder fehlte das Geld. „Jetzt konnten wir zumindest einen Teil erledigen“, sagt Norbert Reinfuss vom Hochbauamt.

Schwierig ist die Maßnahme aus mehreren Gründen. Erstens: Die Zeit ist knapp. Bis zum 15. September – dann sind alle Theater-Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück – muss die Bühne wieder bespielbar, sprich die Sanierung beendet sein. Zweitens: Weil die Obermaschinerie – grob gesagt ein Konstrukt aus Winden und Stahlseilen – durch zu viel Staub kaputt gehen könnte, musste äußerst behutsam vorgegangen werden. „Einige Arbeiten können wir wirklich erst machen, wenn das Haus im Zuge der Gesamtsanierung für zwei, drei Spielzeiten geschlossen ist“, sagt Reinfuss.

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Wie oft bei alten Gebäuden stehen die Bauexperten auch im Theater vor Schwierigkeiten: Der Bühnenturm wurde nach dem Krieg in kurzer Zeit hochgezogen, zum Teil wurde an Material gespart. Um sie stabil zu machen, wurde die Stahlkonstruktion ausgemauert. Für die Spezialisten des Hochbauamtes stellte dies jetzt ein Problem dar: „Wir mussten die Träger freihauen, um zu sehen, wie sie miteinander verbunden sind“, so Reinfuss.

Seit dem Wiederaufbau des Theaters wurde dort außerdem immer wieder neue Technik eingebaut. Sie lastet zusätzlich auf der Stahlkonstruktion. „Weil wir nicht wussten, wie sich das auf die Statik auswirkt, mussten wir alles neu berechnen lassen“, sagt Reinfuss. Allein dafür beliefen sich die Kosten auf über 60000 Euro. Insgesamt sind für die derzeitigen Arbeiten am Bühnenturm rund 200000 Euro nötig. Geld, das laut Reinfuss nicht verschwendet ist, weil sich alles, was jetzt in diesem Bereich gemacht wurde, in die Gesamtsanierung einfügt.

Anders sieht das beim Magazingebäude aus. Auch hier ergab eine statische Untersuchung vor einiger Zeit, dass das Haus nicht mehr sicher ist. Die Decke drohte einzustürzen und muss jetzt mit einer aufwendigen Konstruktion gestützt werden. Noch vor Beginn der Spielzeitpause musste das Theater die bis unters Dach vollgestellte „Halle“ leer räumen. Jetzt wird dort gebohrt und geschweißt. Jede einzelne Säule, die das Dach stützt, muss durchbohrt werden; danach werden Stahlverbindungen angebracht, die später eine Decke unter der Decke tragen werden.

675000 Euro für ein Gebäude, das vielleicht abgerissen wird

675000 Euro werden investiert. „Das Gebäude ist danach wieder für zehn bis 15 Jahre sicher“, sagt Reinfuss. Fraglich ist aber, ob es überhaupt noch so lange steht: Im Zuge der Gesamtsanierung soll das Magazin abgerissen werden. Das Geld wäre also – kommt die Sanierung tatsächlich 2014 – nur für kurze Zeit investiert. „Hätten wir es nicht gemacht, ließe sich der Spielbetrieb des Theaters aber nicht mehr aufrechterhalten“, sagt Reinfuss. Denn das Magazingebäude, das als Materiallager dient und die Schlosserei beherbergt, sei dafür unbedingt nötig. Deshalb gab die Stadt das Geld dafür schnell frei.

Norbert Reinfuss ist mit dem Baufortschritt zufrieden. „Bis zum Spielzeitbeginn werden wir wohl fertig sein“, sagt er. Er mahnt aber auch, die Gesamtsanierung nicht mehr allzu lange zu schieben. Man laufe sonst Gefahr, das Haus irgendwann schließen zu müssen, weil es nicht mehr sicher ist.

Im Internet

Bilder von den Sanierungsarbeiten im Theater gibt es online unter:

augsburger-allgemeine.de

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