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Augsburg

19.11.2019

Schaffner verursachte das Zugunglück am Oberhauser Bahnhof

Blick vom Hauptbahnhof auf die Unglücksstelle nahe des Oberhauser Bahnhofs: Der rote DB-Zug kippte nach dem Zusammenstoß um.
Bild: Peter Fastl

Plus Der Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge im September 2017 lag laut Untersuchungsbericht an einem Fehler beim Rangieren. Die DB hat reagiert.

Gut zwei Jahre nach dem Zugunglück am Oberhauser Bahnhof, bei dem ein Triebwagen der Bayerischen Regiobahn an einer Weiche seitlich mit einem rangierenden Regionalzug der DB zusammenstieß, steht die Ursache fest. Laut dem Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung, der jetzt veröffentlicht wurde, hatte ein als Rangierhelfer eingesetzter Schaffner auf dem DB-Zug ein grün zeigendes Signal nahe des Oberhauser Bahnhofs dem falschen Gleis zugeordnet.

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Zugunglück in Oberhausen: Es gab vier Leichverletzte

Bei dem Unfall, der ein Entgleisen beider Züge zur Folge hatte, wurden drei Fahrgäste und der Lokführer im BRB-Triebwagen leicht verletzt. Der Bahnverkehr Richtung Donauwörth war damals mehrere Tage eingeschränkt.

Laut dem Abschlussbericht der Bundesstelle hatte die DB wenige Tage vorher ihr Rangierverfahren am Hauptbahnhof geändert, um Regionalzüge von einem Gleis auf ein anderes umzusetzen. Der Lokführer steuerte den Zug von der Lok aus. Am anderen Ende des Zuges, der nahe des Oberhauser Bahnhofs nach Passieren einiger Weichen die Fahrtrichtung wechselte, befand sich auf der Rangierfahrt ohne Passagiere der Schaffner im Steuerwagen. Von dort sollte er bei der Rückfahrt zum Hauptbahnhof, bei der die Lok den Zug von hinten schob, als „Auge“ des Lokführers nach vorne auf den Fahrweg fungieren.

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Schaffner hat grünes Signal dem falschen Gleis zugeordnet

Laut dem Bericht hielt der Zugbegleiter, der eine Qualifikation als Rangierhelfer hatte, damals ein auf Grün springendes Signal, das für das Gleis des mit 13 Fahrgästen besetzten BRB-Triebwagens galt, irrtümlich für die Freigabe des eigenen Gleises. Er gab dem Lokführer am hinteren Ende des Zuges via Diensthandy die Anweisung, den Regionalzug Richtung Hauptbahnhof zurückzudrücken, heißt es. Laut Bericht handelte es sich um die erste Schicht des Schaffners, bei der das neue Verfahren genutzt wurde. Möglicherweise konnte der Zugbegleiter das für ihn maßgebliche Signal gar nicht sehen, weil sich der Mast direkt auf seiner Höhe befand.

In jedem Fall fuhren beide Züge gleichzeitig auf eine zusammenlaufende Weiche. In letzter Sekunde sah der BRB-Lokführer das Unglück noch kommen, doch für eine Notbremsung war es zu spät. Weil beide Züge langsam unterwegs waren und der BRB-Triebwagen nicht umkippte, ging das Unglück glimpflich aus. Da damals zunächst unklar war, wie viele Menschen sich in den Zügen befanden, rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit mehr als 130 Kräften an.

Als Konsequenz aus dem Unfall hat die DB den Vorfall in ihre regelmäßigen Schulungen aufgenommen, um beim Rangieren eingesetzte Mitarbeiter für die Signalzuordnung zu sensibilisieren, heißt es im Untersuchungsbericht. Laut DB werden als weitere Konsequenz aus dem Unglück bei DB Regio nur noch solche Nahverkehrs-Kundenbetreuer als Rangierhelfer eingesetzt, die ausreichend Praxis beim Rangieren haben und ihre Kenntnisse regelmäßig einsetzen können.

Die Staatsanwaltschaft nahm kurz nach dem Unglück Ermittlungen wegen eines fahrlässigen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr auf. Mit Zustimmung des Gerichts wurde das Verfahren gegen Zahlung einer vierstelligen Geldbuße eingestellt.

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