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Landkreis Augsburg

25.02.2015

Schließungen: Bürgermeister kritisieren Sparkasse

Auch die Adelsrieder Sparkasse wird geschlossen
Bild: Foto: Markus Merk

Die Gemeinden fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Was die Schließungen vor Ort bedeuten

Für ihre Pläne, neun Filialen im Landkreis zu schließen, erntet die Kreissparkasse massive Kritik. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden hinterfragen das Geschäftsmodell.

Bernhard Walter ist Bürgermeister von Altenmünster. Hier soll die Filiale ersatzlos gestrichen werden. Er geht das Kreditunternehmen scharf an: „Ich kann die Geschäftsstrategie, die dahinter steht, nicht nachvollziehen.“ Immerhin sei die Kreissparkasse nicht irgendeine Bank. „Wir haben es mit der kommunalen Bank schlechthin zu tun. Das ist die Sparkasse des Landkreises. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen“, sagt Walter. Für ihn sind die aktuellen Entscheidungen auch Konsequenz aus einer verfehlten Sparkassenpolitik der vergangenen 20 Jahre. Ob sich der Wegfall einer zweiten Bank vor Ort auf den Standort Altenmünster auswirkt? Walter gibt sich kämpferisch: „Ich hoffe es nicht. Wir haben viel unternommen, um den Standort aufzuwerten. Wir werden uns nicht von unserem Weg abbringen lassen.“

Um versöhnlichere Worte bemüht sich die Bürgermeisterin von Adelsried, Erna Stegherr-Haußmann: „Wenigstens wurde uns die Nachricht persönlich überbracht.“ Das habe sie zur Kenntnis genommen. Mehr nicht. Sie werde auf die Zusicherung bestehen, „wenigstens einen Geldautomaten hier in Adelsried zu behalten.“ Gerade die älteren Bürger litten unter den Änderungen. „Die sind nicht so online-affin, brauchen das persönliche Gespräch. Ich finde es unsozial, dass darauf nicht eingegangen wird.“ Als erste Konsequenz prophezeit sie einen Kundeneinbruch bei der Bank: „Es wird schwierig, hier Kunde zu bleiben. Einige werden überlegen, wo sie sich ihre Hausbank suchen.“ Auch wenn die Bank wohl finanzielle Zwänge habe – „es ist schwierig, wenn eine Bank, die dem Landkreis gehört, aus dem Land verschwindet. Das ist sicher nicht die Form der Entwicklung, die wir hier brauchen“, so Stegherr-Haußmann.

Ebenfalls mit einem Geldautomaten und einem Drucker für Kontoauszüge muss künftig Horgau Vorlieb nehmen. „Wir waren in Horgau der Meinung, dass man eine Kreissparkasse unterhält, um im Landkreis vor Ort zu sein“, sagt der Horgauer Bürgermeister Thomas Hafner. Die ursprüngliche Idee sei nun nicht mehr erfüllt. „Was ist da noch der Unterschied zu einer gewöhnlichen Bank?“ Den Fokus auf mehr Außendienst hält er für verkehrt. „Viele Menschen hier hätten gerne einen persönlichen Kontakt vor Ort.“ Angst um den wirtschaftlichen Standort Horgau hat er aber nicht: „Wer sich hier ansiedeln will, schaut nicht, ob es in Horgau ein oder zwei Banken gibt.“

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