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Kommentar

21.02.2018

Schnee, Eis und Fahrradfahren – muss das sein?

Als Radfahrer hat man es nicht immer leicht im Winter. Doch aufgeben ist auch keine Lösung.
Bild: Armin Weigel, dpa

Als Radfahrer erntet man im Winter oft mitleidige Blicke. Doch den widrigen Bedingungen kann man einiges entgegensetzen. Ein Kommentar.

Sie haben es nett gemeint. „Das sieht mühsam aus“, sagte eine der Damen. Mitleidiger Blick auf den Radler im Schnee inklusive. „Sie bräuchten ein E-Bike...“ Ein freundliches Lächeln als äußerliche Antwort. Doch innerlich ein „Neiiiiiiiin!!!“. Kein E-Bike. Rad fahren – sportlich verstanden – muss mehr oder weniger mühsam sein. Ob mit oder ohne Schnee.

Warme Kleidung oder Spikes am Reifen helfen

Zweifel? Sind natürlich erlaubt. Muss man im Winter Rad fahren? In der Natur und auch noch in der Stadt? Ja, warum denn nicht? Kälte! Lässt sich mit Kleidung begegnen. Ganz legal, denn das AGesVG gilt ja nur in Österreich. Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz hat dort auch schon Radler mit Schal im Gesicht in Konflikt mit der Polizei gebracht. Nächstes Gegenargument: Schnee! Ja, kann lästig sein. Aber auch sehr schön. Ein bisschen wie Langlauf. Glätte! Unschön, vor allem, wenn sie wie Schnee ausgerechnet auf dem Radweg vom Winterdienst ignoriert wird. Das kommt leider immer noch vor. Dagegen helfen Winterreifen – nach Wunsch auch mit kleinen Nägeln, Spikes. Und ein bisschen Grips beim Fahren.

Aber trotzdem. Ist das Fahrrad nicht fehl am Platz im winterlichen Straßenverkehr? Gegenfrage: Was macht das Auto jenseits der Heizung besser geeignet? Auch so ein 1,5-Tonner (oder mehr) kann rutschen. Und wie!

Diskutiert werden in Augsburg auch Gefahrenstellen für Radler. Wir hatten unsere Leser 2017 gefragt, wo sie sich gefährdet fühlen, und die Ergebnisse in dieser Karte gebündelt:

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.02.2018

Wie so oft ein treffender Kommentar von Marcus Bürzle. Ich selbst fahre auch im Winter Rad. Auch bei etwas Regen oder Schnee. Ich tu es gerne. Etwas langsamer, vorallem in den Kurven. Sehr langsam auf Eis - absprungbereit. Ich bin noch nie gestürzt. Klar: Im Winter Rad fahren müssen muss niemand. Ist nicht jedermanns Sache. Selbst ich nimm ab und zu die Tram ;-) Nach 8 Uhr und mit Sitzplatz. Die Wahl hat sicher auch nicht jeder.

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21.02.2018

Die Mär von der richtigen Kleidung:

Also tut mir leid, ich habe es versucht, für mich kommt Radfahren im Winter nicht in Betracht. Egal wie warm oder weniger warm ich mich anziehe - ich komme nach mehr oder weniger Minuten ins Schwitzen und nach dem Schwitzen fange ich, Funktionskleidung hin oder her, unwillkürlich an zu frösteln bis frieren und das ist unangenehm bis ungesund.

Ich habe keine Ahnung wie andere das machen. Kann man tatsächlich sooo langsam fahren, dass man nicht ins Schwitzen kommt?

Neben dem Umstand, dass das im Winter eben ausgesprochen unangenehm ist, hat man ja das Problem der nassen Kleidung am Zielort. Muss man also was zum Wechseln mitnehmen. Etwas das auf dem Heimweg dann wieder nassgeschwitzt wird, während das von der Hinfahrt noch nass im Rucksack rumgammelt. Will man das am nächsten Tag wieder anziehen? Wohl eher nicht. Also pro Tag zweimal Wäsche für dieselbe... So ökologisch vorteilhaft scheint mir das nicht zu sein.

Im Sommer gerne. Da trocknet der laue Fahrtwind.

Was das Auto (jenseits der Heizung) besser macht? Es hat vier Räder. Man rutscht wo rein aber fällt nicht um. Stürzen ist mit dem Auto eher schwierig. Mit dem Kopf wo aufschlagen damit auch. Oder dem Ellenbogen oder der Schulter oder oder. (Ist die Frage ernst gemeint gewesen?). Ich

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21.02.2018

»Ich habe keine Ahnung wie andere das machen. Kann man tatsächlich sooo langsam fahren, dass man nicht ins Schwitzen kommt?«

Nein, man kann sich tatsächlich so dünn anziehen, dass man nicht ins Schwitzen kommt. Die Nachbarn sehen mich auch gerne mal ungläubig an, wenn ich bei Temperaturen wie momentan mit T-Shirt unterm Pullover, aber nicht mehr Dämmung fahre. Aber 100%ig optimal ist es halt nie.

»Muss man also was zum Wechseln mitnehmen.«

Ein Ersatzpullover bei mir. Reicht mir völlig. An guten Tagen ist das T-Shirt trocken, an normalen ein leichter Streifen am Rücken, an den fiesen ist alles batschnass, weil man sich bei Regen eben aussuchen kann, ob man voll geregnet werden will, oder unter den Regenklamotten schwitzt. Weil atmungsaktiv ist das Geraffel alles nicht mehr, sobald es mal von außen nass ist. (Schnee)Regen, das ist das wirklich eklige. OK, und Nebel. Aber kalt ist weniger ein Problem und warm auch nur bedingt.

»Etwas das auf dem Heimweg dann wieder nassgeschwitzt wird, während das von der Hinfahrt noch nass im Rucksack rumgammelt.«

Da ist auch schon der Hase im Pfeffer: Rucksack bedeutet prinzipbedingt mehr Schwitzen. Dafür hat der Mensch Gepäcktaschen für allerlei Ecken am Rad erfunden. Rücken frei und wohl gelüftet, das hilft ungemein. Und abgesehen davon: Heizungen existieren. Wenn ich Abends vonner Arbeit wieder heim fahre, ist das feuchte Zeug von morgens schon lange wieder furztrocken.

»Will man das am nächsten Tag wieder anziehen?«

Wenn man es nicht den ganzen Tag hat feucht im Rucksack rum gammeln lassen: Ja! Ist gar kein Problem. Das ist dann sogar noch besser, als wenn man im Sommer den ganzen Tag so halb-feuchte Klamotten am Leib hat, und die volldunstet und »kultiviert«...

»Man rutscht wo rein aber fällt nicht um.«

Das mag toll für die Insassen sein, nicht für alle anderen... Genau das ist es, was der Autor im letzten Abschnitt anreißen versucht. Auto fahren heißt immer Gefahr für andere sein. Im Winter noch mehr als im Sommer.

»Mit dem Kopf wo aufschlagen damit auch.«

Über 60% der schwer verunfallten Autofahrer haben Kopfverletzungen. Nur mal so als Denkanstoß. Wer glaubt, dass er im Auto im stets geschützen Blechpanzer sitzt, kann da ganz schnell eine böse Überraschung erleben.

»Oder dem Ellenbogen oder der Schulter oder oder.«

Wenn wir das noch mit rein nehmen, wirds auch für Autofahrer unlustig. Das Leben ist halt kein Ponyhof, weshalb es umso wichtiger ist, dass man nicht über die Notwendigkeit heraus mit gefährlichen Gegenständen hantiert. Auch wenn die so schön bequem sind nicht.

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21.02.2018

»Rad fahren – sportlich verstanden – muss mehr oder weniger mühsam sein.«

Naja, und wenn man es einfach nur als Fortbewegungsart – wie Laufen – versteht, muss es das nicht, kann es aber zuweilen manchmal sein. Heißt nicht, dass jeder das gerne haben will, der auf dem Rad sitzt.

»Muss man im Winter Rad fahren?«

Nö, wie ja jedes Jahr aufs neue Millionen Menschen zeigen. Wie der Autor ja auch impliziert: Die fahren lieber Auto und gefährden dabei munter alle Aussassen. Denn wie man dann auch jedes Jahr wunderbar™ vorgeführt bekommt, kann man mit einer rutschenden Tonne Blech ganz toll Menschen umbringen. Die Frage ist eher: »Muss man im Winter unbedingt sein eigenes Auto fahren?« Insbesondere für Popelstrecken: zum Bäcker, Zigaretten holen oder zum Briefkasten.

»Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz hat dort auch schon Radler mit Schal im Gesicht in Konflikt mit der Polizei gebracht.«

Dem kann ich nur begegnen: Es kommt auch stark auf die Person, bzw. deren körperliche Eigenheiten an. Ich bin in 25 Jahren noch nicht ein mal mit Schal Rad gefahren, und ich fahre auch ganzjährig. Ich würde drunter den Hitzetod sterben (zumindest gefühlt). Mir reicht sogar ein dicker Pullover, dass ich erstens nicht total verschwitzt ankomme und zweitens auch nicht total verfroren. Falls es runter saut dünne Regenjacke dazu. Aber gut, ich fahre wohl auch wie der Autor gerne etwas flotter. ;-) Da friert man trendenziell weniger. Drum auch die Mahnung: Kleiden für die letzten 5 Minuten, nicht für die ersten. Klappt bei jedem. Ist am Anfang vielleicht kühler als man will, aber wenn man nach 5 Minuten so aufgeheizt ist, dass die dicken Klamotten nicht mehr angenehm sind, muss man das den ganzen Rest der Fahrt ausbaden. Es ist nicht besser, wenn man zu schwitzen anfängt, und dann geht die Kälte so richtig gut rein.

»Unschön, vor allem, wenn sie wie Schnee ausgerechnet auf dem Radweg vom Winterdienst ignoriert wird. Das kommt leider immer noch vor. Dagegen helfen Winterreifen – nach Wunsch auch mit kleinen Nägeln, Spikes. Und ein bisschen Grips beim Fahren.«

Was für mich impliziert: Wenn ich sehe, dass der Radweg nicht sinnvoll befahrbar ist, lasse ich ihn garantiert rechts liegen. Erstens muss ich dann dort nicht fahren und zweitens sollte ich es meinen eigenen Knochen zuliebe auch nicht. Wenn er offensichtlich nicht wichtig genug ist, um anständig(!) geräumt zu werden, kann er nicht aus Sicherheitsgründen da sein. (Was i. A. für alle straßenbegleitenden Radwege gilt, da ist nichts sicherer mit.) Sonst hätte sich ja jemand bequemt dafür zu sorgen, dass er frei ist. Die Fahrbahn neben Radwegen ist komischerweise fast immer sauber und so gesalzen, dass das Pökelfleisch neidisch werden könnte.

Der Hintermann hat auch eine Bremse und muss sie im Zweifelsfalle auch bei allen anderen richtig bedienen können, deren Fahrzeug noch viel schwerer zu überholen ist. Die machen das auch, die sind ja nicht bescheuert. Bevor ich meinen Hintern auf der Buckelpiste riskiere, fahre ich dann doch lieber gleich da, wo Millionen es täglich auch ganz gut hin kriegen.

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