21.11.2011

Schöne heile Welt

Rutters „Mass of the children“ in St. Anton

Welten trennen John Rutter und Mozart, die Wolfgang Reß als Leiter der Sing- und Musikschule Augsburg in einem Kirchenkonzert in St. Anton zusammenspannte. Mozart hat eine weltweit einzigartige Musiksprache kreiert. Der Engländer Rutter dagegen mixt querbeet eine musikalische Weltsprache, in der sich viele Kulturen wiederfinden: gewiss ein populärer Ansatz.

„Mass of the children“ zielt auf ein wohlklingendes Klangspektrum ab: Da wirkten Solisten, Kinder- und Jugendchor, Konzertchor wie Sinfonia Augustana mit und polierten unter Reß’ souveräner Leitung dieses Werk auf Hochglanz. Als prächtiges Eingangsportal erwuchs das Kyrie aus dem alten Morgenlob „Awake my soul“ (Bischof Ken). Im Gloria pulsierten südamerikanische Rhythmen, ehe Bariton Maximilian Lika und Sopranistin Cathrin Lange das „Domine Deus“ voller Stimmglanz solistisch erhöhten und der Chor kontrastreich mit dem „Quoniam“ abschloss. Das lieblich beschwingte Sanctus wie das sublim verdichtete Benedictus verklärten – gewiss mit Kinderaugen gesehen – das Gottesbild. Profil gewann das Agnus Dei über William Blakes Poem „The lamb“, vom Kinder- und Jugendchor und dann im Dialog mit den Erwachsenen anrührend vorgetragen. Eindringlich leitete Lika das Finale ein, bevor Cathrin Lange zu Bischof Ken zurückkehrte und mit einem besänftigenden Lied aufhorchen ließ. Die Abendglocken begannen zu läuten, das Agnus Dei mischte sich einfühlsam mit Kinderdank, friedvoll der Ausklang.

Es fehlen Kreuz und Auferstehung

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Was diese Messe ausblendete, war das Kreuz, der Tod und die Auferstehung Christi als zentral christliche Tiefendimension. Es überwog eine gefällige, gefühlsbetonte Breitenwirkung, wie auch das abschließende Anthem „Look at the world“ unterstrich.

Mozarts Klarinettenkonzert sprach zu Beginn für sich: Als Solist rückte Thomas Deisenhofer in den Mittelpunkt, der klangvoll und beseelt die weiten Dimensionen, die sich in drei Sätzen öffnen, ausschritt: hier heller A-Dur-Glanz, da subtile Gesanglichkeit, dort virtuose Lebendigkeit. Besonders hervorzuheben seine Klangkultur und das feine dynamische Profil, aber auch die Kommunikation zwischen Solist und Orchester. Großer Applaus.

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