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Augsburg

05.07.2013

Schönheit aus der Apotheke

Christina Kraus hat vor sieben Jahren eine Apotheke und die ersten Natur- und Bio-Pflegeprodukte ins Sortiment genommen. Am Montag eröffnet sie einen Laden, der sich ganz auf dieses Angebot spezialisiert hat.
Bild: Silvio Wyszengrad

Immer mehr Kunden wollen in Apotheken nicht nur Medikamente kaufen. Gefragt sind Natur- und Bio-Pflegeprodukte sowie Naturheilmittel.

Pflanzen haben es Christina Kraus angetan. Ihre Doktorarbeit über samoanische Pflanzen führt die Schwedin 1995 an die Ludwig-Maximilians-Universität nach München. Ein Student hilft der Doktorandin, ihren PC einzurichten: Stefan Kraus ist heute ihr Mann. Gemeinsam führen sie zwei Apotheken in Augsburg, am Montag eröffnet Christina Kraus ihren ersten Laden, der sich auf Natur- und Bio-Pflegeprodukte spezialisiert hat.

Es ist ein wachsender Markt, den Kraus bedienen will. Das bestätigen Zahlen des Bundesverbandes der Parfümerien. Wurde 2007 ein Umsatz von 600 Millionen Euro mit Naturkosmetik in Deutschland erzielt, waren es 2011 bereits 815 Millionen Euro. Christina Kraus ist nicht die Einzige in der Region, die hier mitmischen will.

Dabei hat auch bei ihr alles ganz klein angefangen. Wieder hatte ihr Mann seine Finger im Spiel. Neben seiner Apotheke am Diako eröffnet sie vor sieben Jahren ihre Apotheke in der Karolinenstraße und nimmt die ersten Natur- und Bio-Pflegeprodukte ins Sortiment. Anfangs macht diese Auswahl etwa 30 Prozent ihres Angebots aus, es wird ständig mehr. Dann programmiert ihr Mann einen Online-Shop. Sie nennen ihn Greenglam, ein Wortspiel aus grünes Glamour.

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2011 wurden deutschlandweit 815 Millionen Euro umgesetzt

Ihre beiden Leidenschaften kombiniert, das Basteln an einer Home-page und der Suche nach neuen pflanzlichen Produkten, beschert dem Paar einen Verkaufsschlager, Zuwachsraten im mittleren zweistelligen Bereich. „Wir haben Marken, die es deutschlandweit nur bei uns gibt, oder nur in großen Städten, wo für viele Kunden der Weg zu weit wäre“, sagt die 49-Jährige. Dazu gehört umweltfreundliches Lip-Gloss aus Neuseeland, das in Muscheln gefüllt ist, auf Hagebuttenkernöl basierte Creme, die geschädigte Haut erneuert und aus Australien kommt, oder Wirkstoffkosmetik aus Österreich. Nicht alles, was bei Christina Kraus im Regal steht, ist Bio. „Wichtig ist mir, dass die Wirkstoffe der Produkte möglichst aus der Natur kommen“, sagt Kraus. Und das zu einem hohen Prozentsatz. Das sei der Unterschied zu natürlichen Pflegeprodukten aus dem Drogeriemarkt. Sie würden nicht so viel kosten, würden aber auch nicht den Anteil an natürlichen Rohstoffen enthalten.

Mit zunehmender ökologischer Sensibilisierung, nimmt auch die Nachfrage an der Produktpalette ihres Online-Shops zu. Bald macht das anfängliche Nischensortiment ein Drittel des Umsatzes aus, in dem kleinen Laden in der Karolinenstraße stapeln sich Kartons für den Versand. „Da mussten wir einen Schritt weitergehen. Manch ein Kunde war sich nicht mehr sicher, ob er in der Apotheke auch noch ein Aspirin bekommt. Auf der anderen Seite fühlten wir uns durch die Nachfrage und unseren Internethandel in unserer Spezialisierung bestärkt.“

Am Montag eröffnen sie ihr drittes Geschäft in Augsburg: Greenglam im Apothekergäßchen 3. Dort gibt es kein Aspirin mehr. In dem neuen Geschäft im Fuggerpalais, das viermal so viel Verkaufsfläche bietet wie der Laden in der Karolinenstraße, setzt Christina Kraus allein auf die Natur- und Bio-Pflegeprodukte und hat sich zudem die Kosmetikerin Nicole Lang mit ins Boot geholt. Kraus glaubt fest an ihren Grundsatz, dass die Natur der beste Chemiker ist.

3500 der Homöopathie verschriebene Heilpraktiker gemeldet

Daran glaubt auch Franz Willer von der Paracelcus-Apotheke in Schwabmünchen. Seit 23 Jahren betreibt er eine Apotheke in Langerringen (Kreis Augsburg), vor acht Monaten ist die Apotheke in Schwabmünchen dazugekommen. Er hat sich auf die Spagyro-Methode sowie auf die auf Aroma-Therapie basierenden Präparate spezialisiert. Bis zu 200 naturheilkundliche Mittel bietet er an. Sie werden in seinen Apotheken zusammengemischt. „Vor 15 Jahren haben wir damit angefangen. Die Nachfrage ist seither stetig angestiegen und auch das Verständnis der Patienten“, so Apotheker Willer. Hätten früher die meisten Kunden nach „etwas G’scheitem“ gefragt, also nach herkömmlichen Medikamenten, würden immer mehr Menschen ihre Einstellung ändern.

Das schlägt sich beim Verband klassischer Homöopathen Deutschlands nieder. Dort seien bislang 3500 der Homöopathie verschriebene Heilpraktiker gemeldet, so Vorstandsmitglied Monika Kindt. „Und es werden stetig mehr. Genauso verhält es sich mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte, der 4000 Mitglieder zählt“, sagt sie.

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