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Fridays for Future

24.05.2019

Schüler, Eltern und Omis streiken in Augsburg fürs Klima

In Augsburg ist wieder eine "Fridays for Future"-Demo: Rund 1000 Menschen sind unterwegs und fordern mehr Klimaschutz. Es sind nicht nur streikende Schüler.
Bild: Elisa Glöckner

In Augsburg ist wieder eine "Fridays for Future"-Demo: Rund 1000 Menschen sind unterwegs und fordern mehr Klimaschutz. Es sind nicht nur streikende Schüler.

Ein kleiner Junge, vielleicht acht Jahre alt, braune kurze Haare und Brille steht bei der Kundgebung des Schülerstreiks auf dem Königsplatz am Freitagmittag in der ersten Reihe. Mit der linken Hand streckt er sein selbstgemaltes Plakat in den blauen Himmel: „Die Erde kocht vor Wut.“ Gleich neben ihm eine ältere Frau mit weißen Haaren. Sie trägt ein Pappschild auf dem Rücken: „Omis for future“ – Omas für die Zukunft.

Mal wieder haben es die Augsburger Schülerinnen und Schüler geschafft und mehrere hundert Demonstranten zusammengetrommelt. Zwei Tage vor der Europawahl folgten laut Polizei gut 1000 Menschen in Augsburg dem Aufruf der Fridays-for-Future-Bewegung. Die Schwedin Greta Thunberg hatte anlässlich der Europawahl zu weltweiten Schülerstreiks aufgerufen und die Europawahl zur Klimawahl erklärt.

Schülerdemo_Klima
27 Bilder
So lief die "Fridays for Future"-Demo in Augsburg
Bild: Elisa Glöckner

In Augsburg waren es nicht nur Schüler und Studenten, die vom Königsplatz aus mit Plakaten und Trillerpfeifen durch die Innenstadt zogen. Längst haben eben auch andere Gruppen den Slogan der internationalen Bewegung übernommen. So spricht eine Vertreterin der „Parents for Future“ den versammelten Schülern Mut zu, weiter zu machen. „Wir sind so stolz auf euch“, ruft sie der Menge zu und erntet dafür tosenden Applaus.

Auch Mütter beteiligen sich bei "Fridays for Future" in Augsburg

„Es geht schließlich auch um meine Zukunft“, sagt Elke Hoch. Die Demo ist die sechste Freitagsdemo der 43-Jährigen. Zu ihrem Geburtstag bekam sie von ihrer Familie ein schwarzes T-Shirt geschenkt. Darauf in bunter Schrift: „There is no planet B“ – es gibt keinen Planeten B. Die dreifache Mutter findet: „Wer seine Kinder liebt, möchte eine gute Zukunft für sie. Und das haben wir aktuell nicht.“

Hauptpersonen sind aber nach wie vor die Schülerinnen und Schüler. Unter ihnen auch die 17-jährige Charlotte. Sie besucht die Oberstufe des St. Anna Gymnasiums. Wie viele ihrer Mitschüler war sie auch schon bei der ersten Demonstration in Augsburg Mitte Januar dabei.

"Fridays for Future" demonstriert in Augsburg. Mehr lest ihr hier: azol.de/54395576

Gepostet von Augsburger Allgemeine - Augsburg am Freitag, 24. Mai 2019

Damals hatte der Direktor als „Bestrafung“ eine Klimakonferenz an der Schule einberufen. Während dieser Aktion diskutierten die Schüler gemeinsam mit der Schulleitung darüber, wie man das Thema Klimaschutz an der Schule besser umsetzten könnte. „Seitdem ist bei uns wirklich was passiert“, sagt Charlotte. „Es gibt keine Plastikgabeln in der Mensa, mehr Fairtrade-Produkte und es wird auf Recycling geachtet.“

Es bewegt sich also was. Und es sind genau diese kleinen Schritte, die alle gehen müssen, um etwas zu verändern, findet Theresa. Die 24-Jährige läuft bei der Demo mit, um ein Zeichen zu setzten: „Jeder muss aktiv werden. Und jeder, der kann, soll wählen gehen.“

Zwei Musikerinnen treten bei "Fridays for Future" auf

Mit den Vivid Curls bekommen die Schüler bei der Abschlusskundgebung am Königsplatz dann noch musikalische Unterstützung – thematisch passend. Die beiden Musikerinnen haben den Schülerstreiks einen ganzen Song gewidmet. „Freitagsdemo“ ist dann auch das erste Lied, das die beiden barfuß auf der kleinen Bühne performen.

Dann tritt die Schülerin Emma ans Mikrofon und zwar mit einem klaren Appell. Sie selbst darf noch kein Kreuz auf dem Stimmzettel machen. Aber sie fordert alle Wahlberechtigten auf: „Gebt uns und dem Klima am Sonntag eine Stimme!“ Und: „Der einzige Fehler, den wir machen können, wäre, nichts zu tun.“ Damit das nicht passiert, haben die Schüler gleich Werbung für einen weiteren Termin gemacht. Am 21. Juni fahren sie mit einem Sonderzug nach Aachen. Dort werden Menschen aus der ganzen Welt zu einer Großdemo zusammenkommen.

In Augsburg gehen bei "Fridays for Future" rund 1000 Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Auch die Band Vivid Curls tritt auf.
Video: Elisa Glöckner
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24.05.2019

Demonstrieren fürs Klima und danach Leben zum Schutz des Klimas sind halt Zweierlei. Wäre sicher interessant, wie die Demonstranten zu Hause klimaneutral Leben. Da wirds so sein, wie bei den Grünen, die Fliegen 2 mal um die Welt um zu sehen, wie die Welt verschmutzt ist, oder geht jährlich auf Kreuzfahrt und diese Schiffe sind die größten Umweltverschmutzer!

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25.05.2019

Immer am negativen orientieren. So kommen wir nicht weiter! Wir brauchen mutige Ziele und keine "der hat das gemacht, also mach ichs auch" Kinderei, Herr PG. Ausserdem ist eine gute Idee unabhängig vom Vermittler der Idee.
Den seid über einem Jahrhundert verbreiteden Schwachsinn der Verbrennung der fossilen Rohstoffe haben sicher nicht die Dritte-Welt-Länder verzapft. Herr PP
Der Weg der Alten ist eine Sackgasse! Ein weiter so kann es nicht geben! Was ist daran so schwer verstehbar?
Meine Herren., ich würde ihresgleichen ja empfehlen sich einen anderen Planeten zu suchen. Den können sie dann nach Lust und Laune verbrennen.

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25.05.2019

Genau richtig ! Die Grünen begannen nur dieses grüne Thema zu besetzen ! Herausgekommen ist nur gelbe Politik !

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24.05.2019

Demonstrieren ist wohl eine angenehme Freizeitbeschäftigung, damit will ich sagen, dass Schule schwänzen nicht schicklich/nicht überzeugend ist. Wenn die Klimaverschlechterung durch unser grenzenloses Konsumverhalten entstanden ist, wie uns permanent ins Gewissen geredet wird, dann müssten eigentlich Plakate zu sehen sein mit der Aufschrift : "Freiwilliger Werbe-und Konsumverzicht". Da dies aber nicht der Fall ist, darf die Frage erlaubt sein : Wer manipuliert hier wen und ändert daran nichts?

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24.05.2019

Diese jungen Menschen wollen schlicht und einfach eine Zukunft.
Was ist ihr Problem?
Verständnis? Weiter so? Der Weg der Alten führt in die Sackgasse. Ich denke, dafür braucht man nicht sehr viel Erkenntnisfähigkeit.

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24.05.2019

Die naturwissenschaftlich-technisch orientierte Welt hat Zukunft - mit stabiler Bevölkerungsentwicklung und Technik für eine immer längere Lebenserwartung.

Wer Afrika will, soll nach Afrika gehen. Wenig Technik, wenig Lebenserwartung - Bevölkerungsexplosion - ganz schlimm für die Erde!

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28.05.2019

Sehr geehrter Herr Herbert Tambour,
das Problem ist, dass die Jugend noch nicht gegen die Manipulation der Emotionen durch die Profis der Massenmedien immun sein kann. Die verfeinerten Umwelttechniken welche von den Alten entwickelt wurden, wurden nicht zum Schutz der Umwelt gemacht, sondern zur Steigerung der Produktion. Deshalb soll jeder mit dem Geld, was er noch nicht hat, auch nichts kaufen, was er sowieso nicht zum Leben braucht.
Sehr geehrter Herr Peter P.,
sie beklagen die Bevölkerungsexplosion in den nicht technisierten Erdteilen, ich dagegen beklage die proklamierten Sexexplosionen welche für die Lebenserwartung auf dieser Erde schlimmer sind.
Sehr geehrte Herr Peter G.,
herzlichen Dank für Ihre zutreffende Analyse. Dies ist nicht nur Ihre subjektive Beobachtung, sondern sie wird bestätigt durch eine jüngst veröffentlichte Statistik über das nachhaltige Verhalten bestimmter Bevölkerungsschichten und dort schneidet die Umwelt-Partei am schlechtesten ab. Das ist ein Faktum, welches niemand hören will, bzw. vom Lärm der Konsumwerbung überlagert wird.

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