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Kommentar

18.06.2009

Schülerstreik: Ein Auge zudrücken

Schüler gehen für ihre Interessen auf die Straße. Bild: Wyszengrad

Schüler sollen für ihren Bildungs-Streik abgestraft werden. Dabei wirft man der jungen Generation immer vor, dass sie zu angepasst sei. Ein Kommentar von Eva Maria Knab

Kommentar von Eva Maria Knab

Mal ehrlich: Wenn die Oma einen runden Geburtstag hat und feiert, werden die Enkel schon mal einen Tag vom Schulunterricht entschuldigt. Und das klappt normalerweise auch.

Nach solchen Schulschwänzern kräht kein Hahn. Aber jetzt sollen Schulkinder abgestraft werden, weil sie während der Schulzeit auf die Straße gehen und für ihre eigenen Interessen eintreten. Dabei wirft man der jungen Generation immer vor, dass sie viel zu angepasst und zu wenig aufmüpfig ist.

Streng nach Vorschrift mag es verboten sein, für einen Bildungsstreik die Schule zu schwänzen. Aber selbst Pädagogen räumen offen ein, dass die Forderungen und Ziele der Schüler richtig sind. Streiks in der Arbeitswelt finden auch während der Arbeitszeit statt und nicht um Mitternacht.

Da sollte es auch pädagogisch vertretbar sein, mal ein Auge zuzudrücken und von Verweisen und anderen "disziplinarischen Maßnahmen" abzusehen. Oder sind die Lehrer etwa stromlinienförmiger als ihre Schüler und kuschen vor dem Kultusministerium?

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