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25.06.2009

Schule gab Kindern frei für Schülerdemo

Nach der Demo zum Bildungsstreik vor einer Woche bekommen immer mehr Schüler Verweise. Dass es auch anders geht, zeigt sich an der Augsburger Mädchenschule Maria Ward. Dort gab man Schülerinnen ab der 10. Klasse frei, um für ein besseres Bildungssystem zu demonstrieren. Streikwillige Gymnasiastinnen mussten allerdings die Zustimmung der Eltern vorweisen.

"Wir sind keine Revoluzzer", sagt Peter Kosak, Schulleiter am Maria Ward. Als kirchliche Schule könne man aber anders verfahren. Kosak hat sich beim Thema Bildungsstreik für einen anderen Weg entschieden als viele Pädagogen an staatlichen Schulen in Augsburg und dem Umland.

Schülerinnen der Oberstufe, die mit Zustimmung der Eltern an der Demo teilnehmen wollten, bekamen frei. Knapp 20 Mädchen profitierten von der Regelung. An staatlichen Schulen wurde eine Entschuldigung der Eltern wegen Streik dagegen nicht akzeptiert, und zwar auf Weisung des Kultusministeriums.

Laut Kosak sollen die Oberstufenschülerinnen die Möglichkeit bekommen, politische Bildung in allen ihren Facetten kennenzulernen. Das gelte nicht nur für die Theorie, sondern auch für die Praxis. Eltern wie Lydia Mayr sind froh über diese pädagogische Entscheidung. "Zwischen Schule schwänzen und für seine Rechte demonstrieren besteht ein großer Unterschied", schreibt sie unserer Zeitung. "Ich werde meine Kinder weiterhin ermutigen, sich für sich und andere einzusetzen."

Schule gab Kindern frei für Schülerdemo

Allerdings ließen am Maria Ward auch einige Acht- und Neuntklässler den Unterricht für die Schülerdemo sausen, obwohl sie keine Erlaubnis hatten. Doch auch mit ihnen wird anders verfahren als an vielen staatlichen Schulen. Laut Kosak werden sie an einem Nachmittag zu einem Gespräch in die Schule kommen, in dem das Thema Bildungsstreik pädagogisch aufgearbeitet wird. Verweise gibt es in diesem Fall nicht.

Anders läuft es an der St.-Georg-Volksschule, wie Schülerin Susanne F. (Name geändert) schreibt. Dort gibt es für ein Dutzend Schüler Verweise, weil sie im Unterricht fehlten, um auf der Straße für kleinere Klassen und mehr Lehrer zu demonstrieren. "Die Schüler wussten im Vorfeld, das sie die Schulpflicht verletzen", sagt kommissarische Schulleiterin Gisela Kaboth-Molter. Problematisch sei das Fernbleiben vom Unterricht auch deshalb gewesen, weil gerade auf Hochdruck für den Qualifizierenden Abschluss gelernt wird. Susanne findet die Verweise unfair. "Die Leute bekommen eine Strafe, nur weil sie etwas für die Schule getan haben." (eva)

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