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27.11.2017

Schule wird nach Drohung geräumt

Aufregung an der Grund- und Mittelschule im Herrenbach. Bevor die erste Unterrichtsstunde beginnen konnte, wurde die Schule aus Sicherheitsgründen geräumt.

Aufregung am Montagmorgen an der Grund- und Mittelschule im Herrenbach: Noch vor Beginn der ersten Unterrichtsstunde wurde die Schule aus Sicherheitsgründen geräumt. In der Nacht zuvor war im Sekretariat eine anonyme Droh-Mail eingegangen, in der eine Gewalttat angekündigt wurde. Es ist die zweite Drohung innerhalb weniger Wochen.

Ein Teil der Heinestraße und der Eichendorffstraße, die zum Schulkomplex führen, und die Herrenbachstraße selbst wurden von der Polizei abgeriegelt. Im Schulgebäude suchten Beamte mit Sprengstoffhunden Raum für Raum ab. Rund 30 Polizisten waren im Einsatz. Auch die Zweigstelle der Herrenbachschule im Stadtteil Spickel wurde mit einbezogen. Es wurden weder Waffen noch andere gefährliche Gegenstände gefunden. „Das ist doch genau das, was der Schreiber beabsichtigt hat. Nämlich Unruhe zu stiften“, meinte eine Lehrerin verärgert, die sich mit Kollegen auf dem Don-Bosco-Platz aufhielt.

Der Platz war der Sammelpunkt für Lehrer und Schüler nach der Evakuierung des Gebäudes. Vier Busse von der Augsburger Verkehrsgesellschaft und der Berufsfeuerwehr wurden organisiert, die auf dem Platz vor der Kirche parkten. Darin konnten sich die Kinder, Jugendlichen und Lehrer aufwärmen. Denn die rund 460 Schüler, die am Montagmorgen kamen, wurden erst gar nicht in ihre Schule hineingelassen. Sie wurden von den Lehrkräften abgefangen.

Bei der Polizei geht man von keiner konkreten Gefährdungslage aus, nachdem auch das aktuelle Schreiben detailliert analysiert wurde. „Aber wir riskieren nichts. Unsere Maßnahmen laufen auf der maximalen Stufe“, versichert Polizeisprecher Michael Jakob. Wie er berichtete, hatten Mitarbeiter im Sekretariat am Morgen vor Unterrichtsbeginn die Droh-Mail gelesen und die Polizei alarmiert. Eine regelrechte Informationskette startete: Elternbeiräte wurden angerufen, Eltern informiert. „Man kümmerte sich, dass die Schüler wieder nach Hause gingen oder bei Nachbarn oder Freunden unterkamen“, sagt Waltraud Görs vom Staatlichen Schulamt, die ebenfalls vor Ort war. „Alles lief reibungslos ab“, bestätigte Polizeisprecher Jakob. „Für die Kinder war das nicht traumatisch.“ Viele Schüler hätten vor allem über Whatsapp-Nachrichten oder mit Anrufen ihre Eltern informiert. Der Unterricht fiel an dem Tag komplett aus. Die Suche in der Schule dauerte mehrere Stunden.

Bereits während der Herbstferien vor wenigen Wochen hatte die Grund- und Mittelschule im Herrenbach eine anonyme Mail erhalten. In dieser wurde ebenfalls ein bewaffneter Angriff auf Schüler angekündigt. Fachdienste prüften auch diese Mail. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass keine ernst zu nehmende Gefährdung der Schüler und Lehrer bestehe. Natürlich suchte die Polizei auch damals das Schulgebäude mit Sprengstoffhunden ab. Auch da wurde nichts entdeckt. Der anonyme Schreiber wurde bislang noch nicht ermittelt. Ob es sich bei ihm und dem aktuellen Verfasser um dieselbe Person handelt, ist Gegenstand der Ermittlungen. Der Verdacht bestehe, räumt Michael Jakob ein. Dennoch wird ein Trittbrettfahrer nicht ausgeschlossen. Ob die Inhalte der E-Mails identisch sind, dazu wollte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Der Unterricht an der Herrenbachschule findet heute wieder statt. Das wurde in einem Treffen mit Schulpsychologen, den Schulleitungen und Vertretern des Schulamtes entschieden. Aber es gibt Sicherheitsvorkehrungen. Wie schon nach den Herbstferien will die Polizei in den nächsten Tagen vor Ort sein. Es gebe weitere polizeiliche Maßnahmen, die der Sprecher nicht näher erläutern wollte. Wie Claus Appel vom Staatlichen Schulamt mitteilte, werden die Schulpsychologen des Kriseninterventionsteams am Dienstag Ansprechpartner in der Schule sein. „Es gibt Gesprächsbedarf bei Schülern und Eltern, dem wir Rechnung tragen wollen.“ In dieser Situation sei es wichtig, zu informieren. Appel betont, dass beide Schulleitungen zusammenarbeiten. „Das ist wichtig, da die Gebäude ineinander übergehen.“ Den Absender der E-Mails zu ermitteln, ist schwer: Technisch sei es machbar, herauszufinden, wohin eine IP-Adresse führt. Führe sie aber ins Darknet, werde es für die Ermittlungen schwer. „Schließlich ist das Darknet darauf ausgelegt, die Herkunft zu verschlüsseln“, so Jakob. In die Ermittlungen sind auch Spezialisten aus dem Bereich IT-Kriminalistik eingebunden.

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