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12.09.2019

Sechs Bewerbungsgespräche in 30 Minuten

Am TCW in Nördlingen fand eine Zeitarbeits-Jobbörse statt.
Bild: Hummel

Job Arbeitssuchende stellen sich bei einer Zeitarbeitsbörse verschiedenen Dienstleistern vor

Nördlingen Die Idee ist einfach: Anstatt dass sich ein Interessent für eine Arbeitsstelle bei einer Zeitarbeitsfirma bewirbt, spricht er in einer halben Stunde bei mindestens sechs von sieben Personaldienstleistern vor. Die Agentur für Arbeit in Donauwörth und das Jobcenter Donau-Ries setzten das Prinzip durch Jobbörsen um, die insgesamt schon sechs Mal durchgeführt wurden, zum zweiten Mal nun auch im Technologie Centrum Westbayern (TCW) in Nördlingen.

Hier bauten im großen Konferenzsaal insgesamt sieben Nördlinger Zeitarbeitsfirmen ihre Beratungstische mit je zwei Mitarbeitern auf. Agentur für Arbeit und Jobcenter luden für jede halbe Stunde insgesamt 20 Arbeitssuchende ein, die mit mindestens sechs der Personaldienstleister Gespräche führen sollten. In insgesamt sechs Bewerbungs-Wellen wurden so erste Vermittlungskontakte geknüpft.

„Das reinste Speed-Dating“ meinte einer der Besucher. „Sechs Gespräche auf einmal versechsfachen meine Chancen“, meinte ein anderer. „Rationalisierung ist der größte Unterschied der Zeitarbeitssbörse zur normalen Form der Bewerbung“, bestätigt denn auch Dirk Möller vom Jobcenter. „Das lohnt sich für jeden Einzelnen.“

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Dabei gehe es nicht nur um Anzahl und Tempo der Gespräche: „Bei einer Börse findet sich eine überdurchschnittlich große Bandbreite an Berufen ein, unter anderem mehr Kaufleute und Facharbeiter“, sagt Corinna Meier-Pendelin von Kirsch Personalmanagement. „Und es kommen Leute aus einem größeren Einzugsbereich“, fügt ihre Kollegin Sabine Mack hinzu. „Wir haben heute schon einige neue Kunden gewonnen.“

Genauso erweitern sich die Horizonte der Arbeitssuchenden: „Es gibt Bewerber, die kennen gar nicht alle Zeitarbeitsfirmen“, sagt Hubert Rusch von der Agentur für Arbeit Donauwörth, sodass sich für beide Seiten neue Impulse ergeben würden. Zeitarbeitsfirmen haben in Zeiten der Vollbeschäftigung, wie sie im Ries herrscht, laut Dirk Möller tendenziell ganz andere Funktionen als in Krisenzeiten – sie fungieren immer häufiger als „Headhunter“, also Sucher nach speziellen Fachkräften für Firmen. Dem kommt die größere Bandbreite an Kontakten sehr entgegen. Zahlen spiegeln die Bedeutung der Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeit oder Zeitarbeit wieder: Im vergangenen Monat waren bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern im Landkreis gut 1700 Stellenangebote von Betrieben gemeldet. Davon meldeten Zeitarbeitsfirmen 575 Stellen als besetzt, also rund 33 Prozent.

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