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08.07.2010

Sehenswerter Kampf gegen Windmühlen

Innenstadt Deutschland gegen Spanien im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft, Temperaturen wie an der Costa Brava - da reiht sich das Theaterstück, das das Peutinger-Gymnasium in diesem Jahr aufführt, nahtlos ein in das spanische Flair. Gespielt wird "Don Quixote", das wohl berühmteste Stück des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes, der - genau wie William Shakespeare - am 23. April 1616 gestorben ist. Kein Wunder also, dass "Don Quixote" in eben jener Zeit spielt, als Ritterromane zu den Bestsellern gehörten.

Hoffnungslose Gestalten wandeln auf der Bühne

Schon als die Zuschauer den Theaterkeller betreten, fühlen sie sich direkt in das Stück hineinversetzt, denn auf der Bühne nimmt die Geschichte bereits ihren Anfang: Zerlumpte Gestalten, die Haare voller Stroh und mit einem hoffnungslosen Gesichtsausdruck, wandeln langsam auf einem Bretterboden, den Blick in die Ferne gerichtet. Sie sind Gefangene in einem Verlies in Sevilla, die darauf warten, verurteilt zu werden. Auch der spanische Dichter Miguel de Cervantes (Konstantin Nann) wird zusammen mit seinem treuen Diener Sancho (Hatim Shehata) von der Inquisition verhaftet und in das finstere Gefängnis geworfen. Mit sich bringen sie nur eine Truhe voller Theaterkostüme, Requisiten und ein in Leinen verstecktes Manuskript des "Don Quixote".

Ihre Habseligkeiten müssen sie nun vor ihren Mitgefangenen beschützen, Cervantes übernimmt seine Verteidigung selbst, indem er ein Theater aufführt und kurzerhand die zerlumpten Gefängnisinsassen als Schauspieler einsetzt. Als Don Quixote führt er den Mitgefangenen und den Zuschauern vor Augen, was Idealismus und der Wunsch, etwas zum Positiven zu verbessern, bewirken kann: Er kämpft mit seinem Schwert vergeblich gegen die berühmten Windmühlen, in denen er gefährliche Riesen erkennt, lässt sich in einer Schenke - in Don Quixotes Augen ein Schloss - vom Gastwirt (David Breckerbohm) zum Ritter schlagen und verliebt sich in die Hure Aldonza (Melanie Gross/ Laura Kiening), in der er das schöne Fräulein Dulcinea sieht.

Sehenswerter Kampf gegen Windmühlen

Aldonza ist von Don Quixotes Schwärmerei zunächst wenig angetan: "Er wandelt in seiner Traumwelt und merkt gar nicht, was die Welt für ein Schweinestall ist." Doch nach und nach verändert sich das Mädchen zunehmend in die, die Don Quixote in ihr sieht: Dulcinea.

Das kurzweilige Stück zeigt mit einer beeindruckenden Schauspielleistung, einem gelungenen Bühnenbild und tollen Kostümen den Konflikt zwischen echtem Idealismus und bitterer Realität. Theaterleiter Christian Weber hat mit seinen Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 sowie der Q11 eine äußerst sehenswerte Inszenierung auf die Beine gestellt, der heute Abend noch ein letztes Mal beigewohnt werden kann.

Aufführung Donnerstag, 8. Juli, um 19.30 Uhr im Theaterkeller des Peutinger-Gymnasiums, An der Blauen Kappe 10.

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