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Augsburg

13.02.2014

Seine Liebe gehört Hans Sachs

Erwin Ulrich will mit anderen beim Historischen Fest am Wertachbrucker Tor Hans-Sachs-Stücke aufführen. Am 19. Februar sucht er bei einem Treffen im Wollmarkt-Saal Mitstreiter.
Bild: Sabine Reidinger

Erwin Ulrich, 88, inszeniert alte Theaterstücke und hat eine Stiftung dafür ins Leben gerufen. Nun sucht er Mitstreiter

Als Ingenieur hatte Erwin Ulrich nur wenig mit Theater zu tun. Der Beruf forderte zu viel Zeit. Doch kaum in Rente, flammte die Begeisterung wieder auf – und zwar nicht fürs Theater allgemein. Nein. Für eine spezielle Form – das Theater von Hans Sachs, dem Nürnberger Meistersinger des 16. Jahrhunderts, bekannt durch eine Oper Richard Wagners. „Seine Komödien sind wunderbar und mal etwas ganz anderes“, erzählt der 88-Jährige, „kennengelernt habe ich sie sehr früh als Wandertheater.“

An diese Erlebnisse erinnerte er sich wieder, als er seinen Beruf an den Nagel hängte und Zeit für anderes hatte. „Wir sind damals, nach dem Zweiten Weltkrieg, mit Hans Sachs’ Stücken von Dorf zu Dorf gezogen, um die Menschen zu unterhalten.“ Tanz, Musik, Gesang boten eine schöne Vielfalt, erzählt Ulrich. Lustige Komödien „mit Niveau“ – beispielsweise einen etwas anderen „Jedermann“ – gefallen ihm. Vor allem die ökumenischen Gedanken des Katholiken Sachs, wie es Ulrich ausdrückt.

Und darin hat er sich Jahrzehnte später festgebissen. In der Staats- bibliothek vertiefte er sich in viele Bände mit Hans Sachs’ Stücken, arbeitete sich in die alte Sprache ein, mit Wörterbüchern daneben. Er wählte aus, was für ihn in die heutige Zeit passt. Er übersetzte und bearbeitete die Stücke, konstruierte und baute aufwendige Bühnenbilder.

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In Schondorf, wo der gebürtige Augsburger seit Langem lebt, begeisterte er die dortige Laienspielgruppe für die Stücke – seit 1999 kommen sie dort zur Aufführung bei Stadtfesten und an Sommerabenden. Doch Ulrich will mehr – eine eigene Gruppe für Renaissancetheater. Eine eigene Stiftung. Und dafür ging er nach Augsburg.

In der Großstadt gebe es einfach andere Möglichkeiten, sagt er. Mehr historische Feste, mehr historisch interessierte Organisationen und Aktive – und die Möglichkeit, die eigene Stiftung zu gründen. „Ich bin zweifacher Witwer ohne Kinder. Da fängt man schon an, zu überlegen, was später mit dem angesparten privaten Vermögen passieren soll.“ Bei ihm fließt es in seinen Traum, die „Erwin Ulrich Stiftung zur Förderung der Renaissance in Augsburg“.

Beim Fest am Wertachbrucker Tor soll nun der erste große Auftritt kommen. Der Kontakt zu den Veranstaltern, zur Interessengemeinschaft Historisches Augsburg, steht. Noch fehlen ihm aber Mitstreiter, um seine Gruppe richtig aufzuziehen. Ulrich will es, wenn, dann richtig machen, sagt er. Mit Musik- und Tanzgruppen, mit schönen Kostümen und Licht. Laienschauspieler und andere Interessenten lädt er daher zu einem Theatertreff ein.

Termin Der erste Theatertreff ist am Mittwoch, 19. Februar, um 19 Uhr im Saal am Wollmarkt, Beim Rabenbad 1a. Zweiter Termin ist am Mittwoch,

12. März, um 19 Uhr am Wollmarkt. Infos unter Telefon 08192/7403.

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