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07.03.2009

Seiner Zeit voraus, noch heute ein Vorbild

Als Bürgerlicher hat man so etwas schon immer vermutet: In Adelshäusern versteht man zu feiern - "auf wunderbare Weise, großzügig, üppig und von langer Dauer", wie es Verleger Hubert Burda gestern im Goldenen Saal auf den Punkt brachte. Auch er war in gewisser Weise zum Feiern nach Augsburg gekommen. Einen 550. Geburtstag. Den von Jakob Fugger. Als Festredner musste er vorher allerdings ein bisschen "arbeiten".

Der gut zweistündige Festakt mit über 850 Gästen im Rathaus bildete den Auftakt des Fugger-Jubiläumsjahres 2009. Die Stadt ehrt damit "eine Persönlichkeit, die ihrer Zeit weit voraus war und die ein bleibendes Erbe in Augsburg hinterlassen hat", betonte OB Kurt Gribl.

Eine Spitze - mit Augenzwinkern vorgetragen - musste er sich ob dieser Worte von Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger anhören. Die Vorsitzende des Fugger'schen Familienseniorats dankte dem OB, dass er Jakob Fugger wenigstens mit seiner Rede ein Denkmal gesetzt habe, wo die Stadt dies anderweitig bislang noch nicht getan hat. Die Fuggerstatue vor dem Maximilianmuseum nämlich zeigt nicht Jakob, sondern Hans Jakob Fugger. Der kam fast 60 Jahre nach dem Reichen zur Welt und ging - wirtschaftlich offenbar nicht allzu bewandert - in Konkurs. Sein Denkmal bekam er von König Ludwig I.; Dank dafür, dass er dem Bayerischen Hof eine Sammlung antiker Handschriften verkauft hatte.

Ob er die Anregung annimmt und sich für ein Fuggerdenkmal einsetzen wird, verriet OB Gribl am Freitag nicht. "Es müsste ja erst einmal jemand einen Antrag stellen, dann müsste man einen geeigneten Platz finden." Ausschließen möchte er aber nicht, dass Jakob Fugger irgendwann doch noch mit einem Standbild geehrt wird. Das Fuggerjahr schließlich sei ein äußerst passender Anlass.

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Die Gäste erfuhren an diesem Freitagvormittag viel über Jakob Fugger, seine Zeit und seine Gesinnung. Bayerns Justizministerin Beate Merk zeigte sich als Schwäbin stolz, "dass die Weltpolitik damals aus Schwaben heraus so stark beeinflusst wurde". Den Namen "Augschburg" betonte sie ganz besonders. Ob sie das "sch" extra geübt hatte ...?

Privates Engagement wird eine immer größere Rolle spielen

Jakob Fuggers Nachfahren haben sein Erbe bis heute bewahrt. Im Mittelpunkt steht die Fuggerei. 150 Menschen leben dort. Menschen, die ohne die günstige Miete und andere Unterstützung im Alltag nicht bestehen könnten. Dr. Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, lobte den Einsatz der Fugger-Erben für die Sozialsiedlung. "Stifter wirken mit privatem Vermögen wetterfest für das Wohl der Gesellschaft." Dieses Engagement werde in Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnehmen (müssen). Denn der Staat sei nicht mehr in der Lage, alle Not und Bedürfnisse aufzufangen.

Das Geburtstagsfest hatte am Vormittag mit einem Gottesdienst in St. Moritz begonnen. Eine kleine Gruppe von Gästen machte sich am Nachmittag zu einem Rundgang in die Fuggerei auf. "Seiten 1, 4, 45

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