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Augsburg

18.03.2019

Seit Jahren fasst die Polizei jeden Mörder in der Region

Besonders bei Schwerverbrechen wie Mord, Totschlag und Vergewaltigung bewegen sich die Zahlen in Augsburg seit Jahren auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

In kaum einer Großstadt passieren so wenige Straftaten wie in Augsburg. Das geht aus der neuen Kriminalstatistik hervor. Doch eine Entwicklung bereitet Sorgen.

Die Sicherheitslage in der Stadt bleibt nach Einschätzung der Polizei weiter gut. Wie Polizeipräsident Michael Schwald am Montag betonte, war Augsburg zuletzt statistisch gesehen die zweitsicherste Stadt Deutschlands, die mehr als 200.000 Einwohner hat. Nur München stand etwas besser da.

Die Zahl der Straftaten in Augsburg stieg im vergangenen Jahr zwar etwas an: Notierte die Polizei 2017 noch 20.899 Delikte im Stadtgebiet, waren es im vergangenen Jahr 21.206. Dies ist aber immer noch der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre; mehr als zwei Drittel dieser Fälle konnten die Beamten außerdem klären.

Die Polizei fasst in Augsburg seit Jahren jeden Mörder

Besonders bei Schwerverbrechen wie Mord, Totschlag und Vergewaltigung bewegen sich die Zahlen seit Jahren auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die sogenannte Aufklärungsquote bei diesen Delikten hingegen ist hoch – seit Jahren etwa hat die Kriminalpolizei jeden Mörder in der Region gefasst.

In manchen Feldern sind die Zahlen der Kriminalitätsstatistik nur bedingt aussagekräftig. Im Drogenmilieu etwa hängen sie maßgeblich davon ab, wie oft die Polizei kontrolliert. Sorgen bereite der Polizei der steigende Anteil der Zuwanderer an den Tatverdächtigen, sagt Michael Schwald. Unter dem Zuwanderer-Begriff fasst die Polizei Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge zusammen.

Für den gesamten Präsidiumsbereich sieht die Lage wie folgt aus: Etwas mehr als zehn Prozent aller ermittelten Straftäter waren Zuwanderer. In Augsburg ist diese Zahl etwas höher; 12,3 Prozent aller Tatverdächtigen fallen in der Stadt in diese Kategorie. Als eine Erklärung dafür sieht die Polizei die Bevölkerungsstruktur der Zugewanderten: Mit der Zuwanderungswelle seien viele junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren gekommen, die generell öfter kriminell werden als andere Gruppen.

Positiv sieht die Augsburger Polizei hingegen die Entwicklung bei einem Verbrechen, das bei Opfern oft tiefe Narben hinterlässt: dem Wohnungseinbruch. Gab es vor einiger Zeit noch etliche solcher Fälle in der Region, ist die Zahl im Vergleich zu früheren Jahren mittlerweile deutlich gesunken. In Augsburg allerdings schlugen Einbrecher 2018 wieder deutlich häufiger zu als noch im Vorjahr: 152 Wohnungseinbrüche notierten die Polizeibeamten in dem Jahr, im Vergleich zu 105 in 2017.

2016 hatte es mit 221 Einbrüchen aber noch einmal erheblich mehr Taten dieser Art in der Stadt gegeben. Auffällig ist zudem, dass die Kriminalpolizei mittlerweile viele dieser Fälle aufklärt. Bei knapp der Hälfte aller Wohnungseinbrüche in Augsburg 2018 sind sich die Beamten sicher, die Täter ermittelt zu haben – im Vergleich zu 14,3 Prozent im Jahr zuvor. Die Augsburger Polizei führt die Entwicklung in dem Bereich auch darauf zurück, dass sie die Ermittlungsarbeit bei Wohnungseinbrüchen anders organisiert hat. Einbrüche im Raum Augsburg werden seit einiger Zeit zentral von der Kriminalpolizei untersucht.

Viele Einbrüche in Augsburg enden im Versuchsstadium

Zudem hat sich in dem Zusammenhang ein anderer Wert in den vergangenen Jahren deutlich erhöht: Die Anzahl der Einbrüche, die im Versuchsstadium enden. Marco Böck, im Augsburger Polizeipräsidium zuständig für den Bereich Kriminalitätsbekämpfung, führt dies auch auf die Aufklärungsarbeit der Polizei zurück. Im vergangenen Jahr scheiterten Einbrecher in 52 Prozent der Fälle, deutlich öfter als noch vor wenigen Jahren.

Rückläufig ist die Zahl bei einem Gebiet, das viele Bürger betrifft und das oft am Sicherheitsgefühl der Bevölkerung kratzt – der Straßenkriminalität. Die Zahl dieser Fälle im öffentlichen Raum in Augsburg war bereits von 4155 Taten im Jahr 2016 auf 4001 Taten im Jahr 2017 deutlich gesunken, zuletzt ging der Trend weiter in diese Richtung. 2018 notierte die Polizei 3732 dieser Delikte im Stadtgebiet, zu denen unter anderem Gewaltdelikte in der Öffentlichkeit und Straßendiebstähle gehören.

Nicht alle Einzeldelikte dieser Kategorie sind weniger geworden. Deutlich gestiegen etwa ist die Zahl der Fälle von Straßenraub in Augsburg, von 24 in 2017 auf 42 im Jahr 2018.

Lesen Sie hier den Kommentar von Jan Kandzora: Angst haben braucht man in der Stadt nicht und die Umfrage: Die meisten Augsburger fühlen sich sicher in der Stadt .

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