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Stadt

25.02.2015

Senioren bekommen einen Ansprechpartner

In Augsburg soll es bald einen Ombudsmann geben, der für Senioren in den städtischen Heimen Ansprechpartner ist.
Bild: Alexander Kaya

Ein „Ombudsmann“ soll ein offenes Ohr für Bewohner und deren Angehörige haben. Im März legt er los – wenn alles läuft wie geplant.

Ansprechpartner, Kümmerer, vielleicht sogar ein wenig Seelsorger: Es ist ein durchaus breites Aufgabenfeld, das Werner Chodora ab 1. März 2015 übernimmt. Er wird Ombudsmann für den Eigenbetrieb Altenhilfe der Stadt Augsburg. Diese Stelle, die mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung von 1000 Euro vergütet wird, ist neu geschaffen. Die Stelle ist eine politische Reaktion auf die Klagen und Beschwerden, die es im Umfeld der Altenhilfe gegeben hat. Auf ein Jahr ist die Stelle vorerst befristet. Der Augsburger Stadtrat wird Chodora, der sich unter vier Bewerbern qualifiziert hat, am Donnerstag in der Stadtratssitzung bestellen. Von einer breiten Unterstützung ist auszugehen, heißt es.

Augsburgs Sozialreferent Stefan Kiefer ( SPD), der dem Auswahlgremium angehört hat, umschreibt die Tätigkeit des Ombudsmanns: „Er steht bereit – neben dem Beschwerdemanagement des Eigenbetriebs selbst – Kritik und/oder Verbesserungsvorschläge betreffend die städtischen Altenhilfeeinrichtungen entgegenzunehmen, zu vermitteln und auch Vorschläge zur Abhilfe zu unterbreiten.“ Bewohner und Angehörige könnten sich mit allen Punkten, die ihnen am Herzen liegen, an Chodora wenden: „Das kann die Unzufriedenheit mit dem Essen genauso sein wie die Behauptung, das Pflegepersonal sei nicht ausreichend vorhanden oder nicht aufmerksam genug. Ob dies dann immer objektiv so gerechtfertigt ist, spielt beim Ansprechen des Ombudsmanns primär keine Rolle.“ Es ist daran gedacht, dass Werner Chodora an unterschiedlichen Orten arbeitet. Es gibt für ihn kein spezielles Büro in einem bestimmten Heim. Vielmehr soll er die städtischen Altenheime öfters besuchen und hier regelmäßig „Sprechstunden“ anbieten. Unter einer festen Telefonnummer ist der Ombudsmann zudem erreichbar.

Chodora, der durch seine Tätigkeit beim Roten Kreuz Einblick in die Altenhilfe hat, erfüllt damit die geforderten Einstellungskriterien. Wichtig war bei der Auswahl zudem, dass der Ombudsmann sich in Augsburg auskennt und auch eine Erfahrung mit Medienarbeit mitbringt, Chodora ist stellvertretender Sprecher der fünf großen Augsburger Hilfsorganisationen.

Die Idee für einen Ombudsmann kam von Pro Augsburg. Deren Stadträtin Beate Schabert-Zeidler saß auch im Auswahlgremium, dem zudem neben Referent Kiefer die Werkleiterin des Eigenbetriebs Altenhilfe, Susanne Greger, angehörte. Unabhängig von der Bestellung des Ombudsmanns ist die städtische Altenhilfe mit Problemen konfrontiert. Der Eigenbetrieb schreibt tiefrote Zahlen. Im Vorjahr lag das Defizit bei 3,2 Millionen Euro. Die Stadt muss darüber hinaus weitere 3,5 Millionen Euro zahlen. Es geht dabei um Rückzahlungen früherer Defizite und Zuschüsse, damit die Heime überhaupt am Laufen gehalten werden.

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