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22.07.2010

Service top, Parkplätze flop

Service top, Parkplätze flop
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Service top, Parkplätze flop

Hochfeld Die Nähe zum Stadtzent-rum kann für die Unternehmer im Hochfeld tödlich sein. Das hat auch Josef Stegmann vom Nah & Gut erfahren müssen. Zwar habe sich die Kundensituation bei ihm, dank längerer Öffnungszeiten mittlerweile gebessert, dennoch mussten er und die anderen Einzelhändler im Stadtteil feststellen: "Das Einkaufserlebnis im Hochfeld fehlt." Viele Anwohner würden die Einzelhändler vor Ort nicht mehr unterstützen und lieber in die Stadt fahren.

Zu teure Anwohnerparkplätze

Das war allerdings nur eins von zahlreichen Problemen, die beim Stadtteilforum im Hochfeld mit Wirtschaftskoordinatorin Eva Weber und den Mitarbeitern vom Wirtschaftsreferat besprochen wurden.

Mit dem Parkplatzangebot sind die Hochfelder, laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage, unzufrieden. "Das Problem sind die Schüler der Berufschule, die mit ihren Autos nicht nur am Alten Postweg, sondern bis rauf in die Firnhaberstraße parken", so Stegmann. Zwar wären Anwohnerparkplätze eine Möglichkeit, die Realisierung sei für die Stadt aber zu teuer.

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Fehlende Resonanz

Auch das Gastronomieangebot könne sich bei den Stadtteilbewohnern nicht so richtig durchsetzen. Unter den Besuchern im Restaurant "Haupt" an der Schertlinstraße zum Beispiel, würde sich kein Hochfelder befinden, so Stadträtin Gertrud Lehmann.

Wenig Resonanz finden zudem die Bürgeraktionen. "Unser Stadtteilfest, mit Fußballturnier und allem drum und dran, fand keinen großen Anklang", erinnerte sich Stegmann. Für ihn liege das Problem vor allem an der Überfremdung und daran, dass das Hochfeld ein Viertel sei, in dem niemand lange wohne und sich die Bürger daher nicht mit dem Stadtteil verbunden fühlen würden. "Dabei ist das Hochfeld mit seinen Grünanlagen sehr schön", schwärmte Lehmann. Und die neu sanierten Wohnungen in der Firnhaberstraße würden den Stadtteil aufwerten.

Besonders bedauern die Anwohner, dass ein Treffpunkt sowie ein Verein fehlen. Wie in fast allen Stadtteilen wird außerdem ein Metzger vermisst. Stegmann ist sich aber sicher: "Ein Metzger wird sich hier schon wegen der hohen Preise nicht halten können."

Der Strukturwandel könne sich außerdem als Problem für einen zukünftigen Metzger erweisen, findet Werner Lindner, dem ein Schreibwarengeschäft im Hochfeld gehört. "Muslimische Stadtteilbewohner dürfen zum Beispiel kein Schweinefleisch essen."

Hervorragender Service

Was allerdings besonders geschätzt werde, seien Preis-Leistungs-Verhältnis, Beratung und Freundlichkeit in den Geschäften. "Uns ist positiv aufgefallen, dass der gute Service immer wieder genannt wurde", so Weber.

"Dafür dürfen sich die Hochfelder auf die Schulter klopfen." Und Diplom-Geographin Monika Kollmar fügte hinzu: "So ein Ergebnis haben wir selten in den Stadtteilen."

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