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WLAN

13.06.2013

Sie öffnen das Internet

Unter anderem vor dem Hotelturm in der Nähe der Kongresshalle gibt es bereits WLAN-Empfang: Christian Steinherr (links) und Manuel Munz betreiben mit ihrer Initiative Freifunk ein freies Netz, in das sich jeder kostenlos einloggen und dann im Internet surfen kann.
Bild: Anne Wall

Christian Steinherr und Manuel Munz von der Initiative Freifunk bauen seit Jahren ein Netzwerk in Augsburg auf. An macnhen Orten in der Stadt kann man damit bereits kostenlos surfen.

Freies Internet, kostenlos, flächendeckend und für jeden verfügbar – das ist der Traum von Christian Steinherr und Manuel Munz. Zumindest im Kleinen haben die beiden das in Augsburg schon erreicht: Steinherr und Munz gehören zu den Freifunkern, einer weltweiten Initiative, die freie und unabhängige WLAN-Netzwerke aufbaut. In Augsburg gibt es die Gruppe seit 2006. Seit dieser Zeit haben die beiden zusammen mit anderen Mitgliedern bereits mehrere Orte geschaffen, an denen es einen freien Internetzugang gibt.

Das Prinzip hinter der Initiative ist simpel: Die Freifunker stellen umgebaute WLAN-Router auf, die andere dann mitbenutzen dürfen.

In der Ballonfabrik kann man das Freifunk-Netz schon nutzen

Zum Beispiel im selbstverwalteten Kulturzentrum „fabrik unique“ in der Ballonfabrik im Riedingerpark. Dort gibt es, wie am Hotelturm oder in der Nähe der Hochschule, kostenloses Internet. Mit dem Smartphone oder einem Tabletcomputer kann jeder dann das WLAN augsburg.freifunk.net nutzen.

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Bisher gibt es sechs Standorte über die Stadt verteilt (siehe Grafik). Steinherr und Munz träumen davon, dass es irgendwann ein flächendeckendes Funknetz gibt – mit freiem Zugang für alle Menschen, kostenlos und ohne Zugangsbeschränkungen. „Internet ist für uns ein Grundrecht. Doch viele können sich das noch nicht leisten, zum Beispiel Hartz-IV-Empfänger“, sagt Steinherr, „dabei wird das Internet und der Zugang zu Informationen immer wichtiger.“ Auch deshalb kritisiert er die Ankündigung der Telekom, Internetverbindungen zu drosseln.

In Weimar und Potsdam beteiligt sich die Stadt

Steinherr hofft, dass sich in Augsburg noch mehr Interessierte finden, die das Freifunk-Netz ausbauen und selbst einen oder mehrere Router betreiben möchten – zum Beispiel in Cafés oder Bars.

Auch die Stadt könnte sich beteiligen: „In Weimar oder Potsdam gibt es in öffentlichen Gebäuden Freifunk-Internetzugänge“, sagt er. Gerade in öffentlichen Ämtern sei das sinnvoll. „Damit könnte die Wartezeit durch kostenloses Surfen überbrückt werden und gleichzeitig unser Netz wachsen. Wir sind startklar, sobald die Stadt sagt: Ja, wollen wir!“, sagt Steinherr. Die Kosten dafür seien mit etwa 100 Euro pro Standort sehr gering.

Freifunk sei jedoch mehr als nur das Internet – Steinherr und Munz sprechen von einer „Community, einem Selbermachnetz“. Neben dem Surfen steht hinter Freifunk ein Netzwerk: Je mehr mitmachen, desto größer wird es. Die Nutzer können in diesem Netzwerk zum Beispiel Daten wie Texte, Musik und Filme tauschen – ohne auf einen zentralen kommerziellen Anbieter angewiesen zu sein. Diese Inhalte gibt es dann nur innerhalb des lokalen Freifunk-Netzwerkes.

Problematisch ist für die Freifunker – wie für jeden, der sein Internet öffnet und anderen zur Verfügung stellt – die sogenannte Störerhaftung. Diese besagt, dass derjenige, der einen Anschluss besitzt, bei Rechtsverstößen, wie zum Beispiel Urheberrechtsverletzungen, juristisch belangt werden kann – egal, wer sie wirklich begangen hat. Deshalb setzen die Freifunker auf einen Trick und nutzen einen Internetzugang im Ausland, dort gilt die Störerhaftung nicht.

Mehr Informationen über Freifunk gibt es hier.

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